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Klimaschutz ist Udes neues Lieblingsthema

Marco Eisenack

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„Klimaschutz ist das Thema des Jahres und wird wohl auch das Thema des Jahrhunderts“, hat Christian Ude den rund 300 Gästen der Ausstellung KlimaRegeln am Donnerstagabend entgegen gerufen. Die Umwelt-Verbesserungs-Schau in der Rathausgalerie gilt als Auftakt einer Öffentlichkeitsphase, an dessen Ende  die Leitlinie für Ökologie stehen soll.

Welch ein Dilemma. Den Stadtoberen muss es gelingen, den individuellen Autoverkehr zu drosseln, während die Stadt weiter stark wächst. Während der Mobilitätsbedarf steigt, drohen zugleich Gelder aus dem Topf für Nahverkehrprogramme verloren zu gehen. Oberbürgermeister Ude warnte vor der Streichung  der Bundeszuschüsse im Ausbau des Öffentlichen Nahverkehrs. „Das wäre furchtbar und darf nicht passieren“, mahnte Ude.

„Städte sind Haupttäter, aber auch Hauptopfer.“ Diese Metapher zum Klimawandel, gehört inzwischen zum festen Repertoire Udes. Sie zeigt wie hoch der SPD-Politiker das grüne Thema in seiner verbleibenden Regierungszeit hängen möchte. Auf der Vernissage in der Rathausgalerie versuchte er die Besucher mit deutlichen Worten für den Umweltschutz zu aktivieren.

Die Stadt plant bereits diverse Projekte, um das ehrgeizige Ziel der Klimagas-Einsparung zu erfüllen. Stadtbaurätin Elisabeth Merk zeigte sich bei ihrer Rede dennoch skeptisch, was die Erreichung der Klimaziele anbelangt. 50 Prozent CO2-Reduktion bis 2030 seien nur dann “auch nur annähernd zu erreichen, wenn man bestehende Gebäude konsequent energetisch saniert”, so Merk.

Konkrete Beispiele konnte die Stadtbaurätin einige nennen. So soll die Prinz-Eugen-Kaserne in Bogenhausen zum Ökomusterquartier mit 500 Wohnungen umgebaut werden. In Freiham will man das grüne Leben der Zukunft exemplarisch in einem ganzen Stadtteil vorführen und das geplante Olympiadorf könnte als Energieplus-Siedlung entstehen.

Die heutige Situation sieht allerdings weniger rosig aus. Der Autoverkehr drückt trotz Parklizenz und Umweltzone unvermindert in die Innenstadt. Drohende Kürzung der finanziellen Zuschüsse für Kommunen beim Ausbau des Öffentlichen Nahverkehrs machen der Stadtspitze Sorgen. „Das wäre furchtbar, denn wir müssen es schaffen, den bestehenden Autoverkehr zum Umsteigen zu bewegen“, betonte Ude. Er sieht das verkehrliche Fassungsvermögen der Straßen längst überschritten: „Es kann allein schon aus Platzgründen nicht so bleiben“, sagte Ude.

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Gute Miene zum großen Auftrag: Ude und Merk wollen den Klimaschutz in München zum Spitzenthema machen.

Vor eine in Deutschland fast einmalige Situation stellt Politik und Verwaltung der Umstand, dass München weiterhin wächst.  Stadtbaurätin Merk sieht in dem städtischen Ausgleichsflächenkonzept ein gutes Mittel, um den Umweltschutz innerhalb der Stadtgrenzen zu verbessern. Durch den Erhalt von Wiesen, Mooren und Heiden kann allerdings kein CO2 gespart werden. Das wirksamste Mittel zur CO2-Reduzierung sieht auch Merk in der Sanierung bestehender Immobilien. „Wir müssen uns ganz konsequent den Bestand ansehen“, mahnte Merck. Als vorbildlich sieht sie die geplante energetische Sanierung des Stadtteils Aubings im Zuge der Entstehung des grünen Quartiers Freiham.

Die Ausstellung läuft noch bis 25. Februar und lädt täglich von 11 bis 19 Uhr bei freiem Eintritt dazu ein, sich über seinen Lebensstil Gedanken zu machen. An interaktiven Computer-Terminals können Besucher die Auswirkungen ihrer Essgewohnheiten auf das Klima ausrechnen und ihren ökologischen Fußabdruck vermessen.

Neben den Informationen über die fünf Handlungsfelder “Energieversorgung”, “Stadtplanung und Mobilität”, Gebäude”, “Landnutzung und Naturhaushalt” und “Nutzerverhalten, Lebensstile und Gesundheit” haben auch visionäre Ideen ihren Platz. So stellt das Modell Agropolis, Sieger im städtischen Planungs-Wettbewerb Open Scale, die Idee “der metropolen Autarkie” vor. Die innovativen Stadtplaner empfehlen eine Wiederentdeckung des Erntens im urbanen Alltag und ein Rückbesinnung auf die lokale Selbstversorgung.

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Das Modell des Projekts Agropolis faszinierte  mit seiner Viktualientram und der Vision der Ernährungs-Autarkie viele Besucher.

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