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Peter Gardill-Vaassen

Journalist, Texter und Ideenschmied bei text&ideenbüro alltagdigital
Münchner Journalist, Blogger, Organisationstalent.
Mag das Leben in der Stadt, Ist fasziniert vom digitalem Alltag, schreibt über Selbstorganisation sowie Freizeit und Kultur.
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Wir in München haben ja in Sachen Kultur die große Auswahl. Kämpft man sich durch die einschlägigen Magazine oder Onlineangebote, fühlt man sich von der Menge der Veranstaltungen schnell erschlagen. Wo soll ich nur hin? Alles so schön bunt hier!

Das Problem

Doch nicht jeder hat das Luxusproblem der zu großen Auswahl. Nicht wenige Münchner quält nicht die Frage wohin, sondern womit bezahlen? Reich ist die Stadt an Kultur, doch die Armut schließt viele davon aus. Sicher gibt es auch einiges an kostenfreien Angeboten, doch die Highlights kosten Geld und selbst staatlich subventioniertes Kulturprogramm ist für manchen unter uns unerschwinglich.

Nicht nur zahlreiche Münchner sind von dieser Problematik betroffen. Auch Flüchtlinge gehören zu dieser Kategorie. Wir erwarten Anpassung und Integration von ihnen, doch wie soll das gelingen, wenn der Zugang zu unserer Kultur erschwert bis unmöglich ist?

Die Lösung

logo_cmyk_claimHier will der 2011 gegründete Verein Kulturraum e.V. Hilfe und Unterstützung bieten. Kulturraum e.V. will Menschen mit geringem Einkommen den Zugang zum kulturellen Leben ermöglichen und gleichzeitig das kulturelle Angebot der Stadt München fördern. An über 8000 bedürftige Bürger wurden seit Bestehen des Vereins mehr als 48.000 Tickets vergeben.

 

Wie funktioniert das?

Der Verein sammelt unverkaufte oder gespendete Veranstaltungstickets und gibt diese an bedürftige Personen weiter. Das Angebot erstreckt sich über viele Bereiche, vom Ballett über Kabarett, Konzerte, Lesungen, Kleinkunst usw. Gespendet werden die Tickets von Institutionen, Unternehmen und Privatpersonen. Dazu kommen finanzielle Spenden, sowie Sach- und Zeitspenden. Seit diesem Jahr fördert das Sozialreferat der Stadt den Verein und sichert damit sein Fortbestehen.

Die Empfänger – die Kulturgäste, wie sie der Verein liebevoll nennt – werden in einer Datenbank mit ihren Vorlieben und anderen Kriterien wie barrierefreie Zugänge, Stehplätze usw. gespeichert und bei passenden Angeboten informiert. Dass die Angebote auch bei der passenden Zielgruppe ankommen, kümmern sich unterschiedliche Projekte innerhalb des Vereins.

So kümmert sich der Kulturraum um Erwachsene, Kulturkinder um …. Kinder, Kulturkick stellt Angebote für Jugendliche zur Verfügung und der Literaturraum wendet sich an alle Buchfreunde.

Vermittelt werden die Karten in einem persönlichen Telefongespräch und dann an der Abendkasse hinterlegt. Niemand erfährt so von der Bedürftigkeit des Kulturgastes.

Aber auch Nichtmitglieder profitieren von den Vereinsleistungen: Ein weiteres Projekt – Eintritt.frei – richtet sich an alle Bürger und sammelt kostenfreie Kulturangebote auf einer Website.

Prima Sache – kann ich helfen?

Neben den 220 Kulturpartnern und den prominenten Schirmherrinnen wie Christine Strobl, Gisela Schneeberger und Liesl Weapon kann jedermann die Einrichtung unterstützen. Auch finden regelmäßige Benefizveranstaltungen statt, wie im Sommer das Konzert mit der Spider Murphy Gang oder vor kurzem das MixMuc im Ampere.

Privatpersonen können als Mitglied Unterstützung leisten, aber auch als Ehrenamtliche, als Kulturpaten die Menschen zu Kulturveranstaltungen begleiten, oder als Künstler. Jeder kann mithelfen, Kultur in München nicht nur für Menschen mit dicken Geldbörsen möglich zu machen.

Mehr Infos dazu auf der Website des Kulturraum.


Beitragsbild: Peter Gardill-Vaassen

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