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Kurt Eisner schickt dir ab Sonntag Nachrichten aufs Handy

Bayern 2 startet diesen Sonntag das erste Messenger-Storytelling Projekt „Ich, Eisner“. Kurt Eisner schickt dir über Whatsapp und Insta Nachrichten, Bilder, Sprachmemos und Videos direkt aufs Smartphone und erzählt dir unmittelbar, was vor 100 Jahren passiert ist.

Falls du nicht eh schon über ihn Bescheid weißt, sein Leben in Kürze zusammengefasst:


Naiver Idealist?

Wohl kaum. Immerhin sind 100 Jahre Freistaat Bayern zurückzuführen auf einen Mann. Eisner kämpft gegen Kriegstreiberei, Monarchie – für den Frieden. Manche warfen ihm Realitätsferne vor, manche schimpften ihn einen Träumer, manche betitelten ihn als Sozialisten. In Wirklichkeit war er ein Revolutionär.

Geboren wurde Eisner 1867 als Sohn jüdischer Kaufleute in Berlin. Nach seinem Studium arbeitete er als Journalist und Theaterkritiker. Rasch lernte er das Schwabinger-Künstlermilleu kennen und seine politische Stellung festigte sich zunehmendes und er wurde Mitglied der SPD.

Viele Sozialdemokraten haben zu Beginn des Ersten Weltkriegs die Kriegskredite unterstützt, nicht so Eisner. Er wurde letztendlich  wegen seinem Widerstand gegen eben diese Kredite aus der Partei ausgeschlossen.

 

Ohne einen Tropfen Blut

Als die Lage sich 1917/18 zuspitzte, war er handlungsentschlossen.“ Eisner war Mitgründer der USPD und führte am 7. November 1918 einen 70.000 Menschen starken Demonstrationszug durch München, dem sich sogar die Garnisonssoldaten anschlossen. Der bayerische König floh, und Kurt Eisner rief am 8. November die Republik Bayern als Freistaat aus.

»Die Dynastie Wittelsbach ist abgesetzt! Bayern ist fortan ein Freistaat!«, so lautet seine berühmte Proklamation vom 8. November 1918.

Bei der bayerischen Landtagswahl am 12. Januar 1919 jedoch erhielt die USPD nur 2,5 Prozent der Stimmen. Am 21. Februar 1919 wollte Eisner dem neu konstituierten Landtag seinen Rücktritt verkünden, als er auf dem Weg dorthin vom Leutnant Anton Graf von Arco auf Valley erschossen wurde.


Lust Kurt Eisner kennen zu lernen?

Auch heute – 100 Jahre später – hat vieles, was unter Eisner erreicht wurde, noch immer Bestand: wie zum Beispiel das Frauenwahlrecht, der Acht-Stunden-Tag und die Kündigungsfrist.

Das Projekt, das über die Messenger-Dienste WhatsApp und Insta funktioniert, läuft bis zu Eisners 100. Todestag, dem 21. Februar 2019. Der Einstieg in die Geschichte ist jederzeit möglich.

Anmeldung und weitere Informationen zum Projekt über: www.br.de/icheisner

 

Beitragsbild: C0, wikimedia Commons

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