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Meine Halte: „Hackerbrücke“ – Kultbrücke mit Charakter

Sophie Scheiber

Wahlmünchnerin, Bajuwarin und stolze Westend-Bewohnerin mit großer Leidenschaft für Selbstversuche und Münchner Geschichten
Sophie Scheiber

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Meine Halte kennt in München wirklich jeder. Die Hackerbrücke. Zentraler geht’s nicht, an der kommt man in unserer Stadt definitiv nicht vorbei.

Doch für was steht die Hackerbrücke eigentlich? Sie ist ja nicht gerade die erste Sehenswürdigkeit, die man sich in München so anschaut. Und dennoch ist sie schon lange kein Geheimtipp mehr. Man kann sie ganz pragmatisch als Teil des öffentlichen Verkehrsnetzes betrachten oder auch historisch würdigen – aber dann ist da noch die Wahrnehmung einer Wahlmünchnerin und „Westendlerin“ wie mir und dann wird’s schon eher verklärt und kitschig.

Historisch gesehen …

Historisch gesehen ist sie echt beeindruckend, diese schmiedeeiserne Brücke aus dem 19. Jahrhundert. Zwischen 1890 und 1894 erbaut, stammt der Name der Brücke – wie soll es in München auch anders sein – von einer Brauerei, nämlich von Hacker-Pschorr, die in der Gegend lange Zeit mit ihrem Stammgelände beheimatet waren. Im zweiten Weltkrieg stark beschädigt, wurde sie 1953 rekonstruiert und steht heute sogar auf der Liste Münchner Baudenkmäler.

Knotenpunkt im öffentlichen Nahverkehr …

Neben dem historischen Aspekt ist sie natürlich ganz nüchtern betrachtet schlichtweg ein wichtiger Knotenpunkt im öffentlichen Nahverkehr von München. Als S-Bahn-Haltestelle an der Stammstrecke und Heimat des ZOB – des Zentralen Omnibus Bahnhofs – ist meine Halte Ausgangspunkt für Reisen in und um München und das Tor zur Welt für Low-Budget-Traveler, die gerne mit dem Bus verreisen.

Für mich persönlich aber …

Für mich persönlich aber ist die Hackerbrücke viel viel mehr. Ich lebe gleich nebenan im Westend und die Hackerbrücke gehört zum Viertel wie das Oktoberfest zu München, wie Weißbier zur Weißwurst oder das Dirndl zur Lederhose. Für mich ist die Hackerbrücke eine Kultbrücke mit Charakter. Sie versinnbildlicht eigentlich genau das, was diese tolle westliche Ecke Münchens ausmacht: Geschichte, einen ganz eigenen Stil und Coolness – und das ganz ohne Schickimicki-Anspruch.

Ich verbinde mit der Hackerbrücke die tollsten Erinnerungen. So habe ich auf der Brücke sitzend schon so manchen Abend inklusive Sonnenuntergang erlebt. Mit einem Feierabend-Bierchen in der Hand und schönen Gesprächen mit tollen Menschen. Besser geht’s nicht.

Ein echtes Indiz für den Kultstatus des „Sundowners“ auf der Hackerbrücke ist, dass selbst die sonst so strenge bayerische Polizei stets ein Auge zudrückt und alle, die auf der Brücke sitzen wollen, auch da sitzen lässt. Toll.

Ein entspannter Sonnenuntergang auf der Hackerbrücke ist bajuwarisches Savoir-Vivre und ein Muss für Münchner, Neu-Münchner und Besucher unserer wunderschönen Stadt. Das kann ich nur weiter empfehlen.

Ich sag nicht ganz ohne Stolz: meine Halte ist was ganz Besonderes!


Beitragsbild: Nico Kaiser via CC BY 2.0; restliche Bilder: Sophie Scheiber

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