Stadt

IN GANZ EIGENER SACHE: mucbook im Puerto Giesing

Adrian Renner

Adrian Renner ist freier Journalist. Er mag das Münchner Filmmuseum, Immanuel Kant und schlechte Wortspiele.
Adrian Renner

Letzte Artikel von Adrian Renner (Alle anzeigen)

Wir diskutieren mit Studierenden über den Stand des Protests (nach dem Protest) und den Stand der Reform (nach der Reform).  Am Dienstag, 25.5., 19.30 Uhr: die Köpfe der Studentenschaft live im Web auf mucbook.de und im Hafen zum Hingehen.

bildungsdemo21

Hier der Link zur Facebook-Einladung.

Der vergangene Montag war der Tag der großen Worte zur Bildungs- und Hochschulpolitik. Vor allem in Berlin. Annette Schavan rief dort zum seit Mitte Februar versprochenen Bologna-Gipfel, unter dem ziemlich harsch klingenden Titel „Nationale Bologna-Konferenz“. Die Konferenz wurde den protestierenden Studenten als Entgegenkommen verkauft, doch der Blick auf das Programm ist eher ernüchternd: Die inhaltlichen Schwerpunkte werden als Qualitätssicherung und Kompetenzentwicklung deklariert, was man wirklich nicht in schöneres Wirtschafts-Deutsch hätte packen können.

Es sprachen alle unvermeidlichen Hochschulpolitiker und -politikerinnen: Bildungsminsterin, Hochschulrektorenkonferenzvorsitzende, Kultusminister, Wisschenschaftssenatoren, Kultusministerkonferenz-Vorsitzende. Erfreulicherweise auch viele Studenten und Studentinnen. Warum man aber unter dem Modul „Kompetenzentwicklung“ nicht zum Beispiel mal einen Professoren oder eine Professorin eingeladen hat, sondern ausgerechnet den Personalvorstand der Telekom (die sich ja sehr gut mit Personalpolitik auszukennen scheinen), ist rätselhaft. Am Schluss gab es noch ein Buffet, und „ausstellende Hochschulen“ durften zeigen, wie sie die Bologna-Reform richtig umgesetzt haben.

Die Berliner Hochschulen riefen unter dem Slogan „Schluss mit dem Schavansinn“ zum Gegengipfel. Und mucbook in München veranstaltet ebenfalls einen kleinen Gegengipfel.

Mit Stefan Liebl, dem hochschulpolitischen Referent der StuVe, Malte Pennekamp, Sprecher der Landesastenkonferenz, Roxanne, Mitorganisatorin des Bildungscamps, und Malte Schierholz vom AK Bologna, sprechen wir über Protest und Reform, genauer: Ãœber den Protest nach dem Protest und die Reform nach der Reform – was nun zu tun ist, und was nicht, was getan wurde und was nicht. Große Worte? Hoffentlich nicht. Ernsthafte Worte? Vielleicht.

Man kann sich das auf zwei Arten anschauen: Entweder daheim im Live-Stream mit Live-Chat vor dem Laptop, oder man kommt nach Puerto Giesing, wo die Diskussion stattfindet. Fragen stellen kann man beides Mal, in Puerto Giesing gibt’s zusätzlich aber eine Bar. Um 19.30 Uhr geht’s los.

„mucbook live“

(in Kooperation mit München 852)

live in Puerto Giesing

Dienstag, 25.05.2010

19.30 bis 21 Uhr

Live aus Puerto Giesing (Ex-Hertie; Tegernseer Landstraße 64)

Thema:

Studentenproteste, Uni-Reformen und nun?

Der Protest nach dem Protest und die Reform nach der Reform

Malte Pennekamp, Sprecher Landesastenkonferenz

Stefan Liebl, hochschulpolitischer Referent der Studentenvertretung der LMU

Roxanne, Mitorganisatorin des Bildungscamps

Malte Schierholz, AK Bologna der Studentenvertretung der LMU

Moderation

Adrian Renner, Mitherausgeber der Buchreihe „Unbedingte Universitäten“

Marti Kollroß, mucbook.de

Der Protest nach dem Protest und die Reform nach der Reform.

Mit Beginn des neuen Semester, fünf Monate nach Räumung des besetzten Audimax der LMU, sind manche Forderungen des Protestes gegen den Bologna-Prozess in den Universitäten aufgegriffen und verwirklicht worden; statt Besetzung scheint nun politische Basisarbeit, statt Demonstration nun Reflektion gefragt. In Berlin findet an diesem Montag der „Nationale Bologna-Kongress“ statt, inhaltliche Schwerpunkte sind „Qualitätssicherung“ und Kompetenzentwicklung“.

Doch wie verhält sich die nun von statten gehende Reform der Reform zu vielen zentralen Forderungen des Bildungsstreiks, die immer noch im Raum stehen und auf Umsetzung warten, unter anderem die große Frage nach der Möglichkeit einer anderen Idee der Universität, als sie durch die Beschlüsse der Bologna-Reformer formuliert wurde. Es stellt sich die Frage nach einem möglichen Protest nach dem Protest, der mehr ist als eine mögliche Reform nach der Reform – Protest, Reform, Protest und Reform, und nun?

Alle Zuschauer können sich per Chat live im Internet an der Diskussion beteiligen. Marco Eisenack (einer der mucbook-Gründer) und Zehra Spindler („semi-fiktive Veranstaltungsgeneratorin Z852“) werden die Chatbeiträge moderieren und an die Talkgäste weiterleiten.

3 Comments

Post A Comment

Simple Share Buttons
Simple Share Buttons