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Mucs – Berufsumfrage: Ernährungsberaterin

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Mal unter uns, Frau Lewandowski , wie ist das Leben als … Ernährungsberaterin?
Die Augen der kleinen, blonden Frau leuchten, wenn sie vom Gemüseschnippeln und gekühlter Biersuppe spricht, von Lebensmitteln und Inhaltsstoffen.

Tanja Lewandowski weiß, wie wichtig gesunde Ernährung ist: Nach der Mittleren Reife und einer Kochlehre absolvierte die 25-Jährige noch ein Studium zur Ernährungsberaterin. Die Vielseitigkeit und die Zusammenarbeit mit immer neuen Menschen reizen sie. Ernährung ist für sie ein Thema, das alle betrifft. Deshalb macht sie sogar Ernährungsberatung für Katze und Hund.

Was macht man als Ernährungsberaterin?
Ich unterstütze zum Beispiel Menschen beim Abnehmen, bei Diabetes und bei der Schwangerschaftsernährung. Ich mache eine typgerechte Ernährungsberatung, das bedeutet Ernährungsumstellung und Aufklärungsarbeit. Natürlich fängt man klein an, man kann ein Essverhalten nach zwanzig Jahren nicht von heute auf morgen umstellen. Anhand eines Protokolls, das meine Patienten zwei Wochen lang schreiben, habe ich Einsicht in ihre Essgewohnheiten. Ich mache ihnen keine Vorschriften, denn jeder weiß ja, dass Cola und Chips schlecht sind. Ich erarbeite mit den Leuten, wie sie etwas an ihrem Lebensstil verändern können.

Sind alle Leute, die zu dir kommen, dick?
Nein. Viele wollen sich bewusster und gesünder ernähren. Es sind auch sehr viele Männer darunter.Junge Männer wollen mehr Sport treiben, gesünder leben, besser aussehen. Bei Frauen ist die Hemmschwelle noch sehr hoch, sich mit gesunder Ernährung auseinanderzusetzen. Die greifen eher auf Programme wie Weight Watchers und Metabolic Balance zurück – Hauptsache, nicht auffallen. Aber bewusste Ernährung ist keine Diät. Durch das gemeinsame Erarbeiten verinnerlicht man bewusste Ernährung, nimmt ab und hält konstant sein Gewicht.

Worin siehst du Missstände in der Art, wie wir uns heutzutage ernähren? Und warum liegt es dir besonders am Herzen, Menschen gute Ernährung zu vermitteln?
Wir leben in einem Wellnesszeitalter, in dem sich viele gesund ernähren wollen. Allerdings haben wir ein Übermaß an Fett und Kohlenhydraten in unserem Essen.
Man geht in den Supermarkt und ist vom Überangebot überfordert. Die Werbeindustrie verschlimmert unseren Konsum noch. Wir sind, was unsere Lebensmittel angeht, sehr naiv. Wir kaufen einfach, egal was auf der Packung steht. Kaum jemand schaut auf die Zutatenliste und fragt sich: „Kann ich das überhaupt aussprechen oder weiß ich, was das ist?“ Durch „Be light“ und Wellnessprodukte mit 1,5 Prozent Fett hat man den Kern, das, was Essen wirklich sein sollte, verloren. Richtig gefährlich wird es bei Inhaltsstoffen wie Mononatriumglutamat, das wirkt chemisch gesehen wie eine Art Rauschgift. Es ist in Chips enthalten, deswegen kann man erst aufhören, wenn die Packung leer ist. Es wird überall eingesetzt, bei Maggi und Knorr zum Beispiel. Viele Leute finden, das Essen schmeckt ohne diese Inhaltsstoffe nicht, da bei den meisten die Geschmacksnerven abgestumpft sind. Es ist ein harter Kampf, bis der reine Geschmack von früher wieder da ist. Ich bringe Leuten wieder bei, was unsere Omas schon wussten: Dass man nicht
zu Päckchen greift, wie man richtig kocht und was in den Lebensmitteln steckt. Viele Leute wissen nicht, wann was Saison hat. Es ist zum Beispiel sehr schwer, normale deutsche Kartoffeln im Supermarkt zu finden.
Die kommen aus Neuseeland, Ägypten oder Israel, weil sie da billiger eingekauft werden.

Kannst du bestimmte Sachen nicht mehr zu dir nehmen?
Fertigprodukte und alles was Süßstoff enthält, zum Beispiel den Stoff Aspartam, fällt
mir schwer. Das ist eine Art Zuckerersatz, gut für die Zähne, aber schlecht für den Rest des Körpers. Ich esse aus eigener Überzeugung kein Fleisch. Wenn unsere Schlachthäuser verglast wären, wären wir alle Vegetarier.

Hast du einen Tipp, was man besser machen kann? Regionale und saisonale Produkte kaufen, keine Massentierprodukte. Und: Informieren, informieren, informieren.

Was verdienst du so im Monat?
Das ist unterschiedlich, ich hoffe immer, dass es noch mehr wird, man fängt klein an. Im Durchschnitt zwischen 1500 und 1800 Euro im Monat.

Interview: Josephine Musil-Gutsch
Foto: Pascale Arnold

Lewandowski Ernährung

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