Kultur, Live

„Nicht auf einem Akkord rumschrummeln“

Laura Simais
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pressefoto anthonys garden 03

Musiker, Kabarettist, Schauspieler, Autor – Ecco Meineke beglückt mit seiner Tendenz zur multiplen Persönlichkeit seit Jahrzehnten die Münchener Kunstszene. Sein neuestes Projekt ist das Singer- und Songwriter Duo Anthony’s Garden. Zusammen mit seinem alten Kumpel York gönnt sich der Soul-Sänger einen entspannten Ausflug in den New-Pop-Folk. Am 7. November geben die beiden zum Release des ersten Albums ein Konzert in der Südstadt.

Mit Ecco Meinekes künstlerischer Karriere könnte man inzwischen locker ein paar gute Bücher füllen. Seit seiner Schulzeit steht er in verschiedensten Rollen und Positionen auf der Bühne. Die Faszination dafür, „die hast du einfach“, erklärt Ecco, als wir ihn auf einen Kaffee im Glockenbachviertel treffen.

Seitdem er mit acht Jahren gelernt habe Gitarre zu spielen, hätte er sich in allen möglichen Musikrichtungen probiert: Klassik, Blues, Folk, Bossa Nova. Er ist Kabarettist, ist Ensemblemitglied in der Münchner Lach- und Schießgesellschaft. Als Ecco DiLorenzo steht er mit seiner Soulband Innersoul auf der Bühne.

Die Leidenschaft für den Soul teilt er mit seinem Freund York, dem Sänger von Anthony’s Garden. Seit zwanzig Jahren kennen sich die beiden. Als York vor einiger Zeit Ecco seine selbst komponierten Folk-Lieder vorspielt, ist er gleich begeistert. Zwischendurch nimmt der Ex-Vodoo-Buddhas-Musiker York ein Album mit Produzent Andi Knote auf, bevor er und Ecco entscheiden: Es wird Zeit für ein gemeinsames Projekt.

Im Juli 2010 wird Anthony’s Garden geboren. Der erste Auftritt findet im Vereinsheim statt. Unter dem Pseudonym Maurice Brox begleitet Ecco die Songs von York stimmlich wie mit auch mit Instrumenten.

Songs, die sich durch überraschende, harmonische Spielereien auszeichnen. Wie würde Ecco das beschreiben? „Nicht auf einem Akkord rumschrummeln.“ Und es geht vor allem auch um „gute (englische) Texte“ und eine außergewöhnliche Stimme. Für das Releasekonzert des neuen Albums wird zum ersten Mal ein Schlagzeug dazu geholt, um den Liedern nochmal einen „ganz anderen Drive“ zu geben.

Die Aufnahme im Studio hat genau einen Monat gedauert – Beweis für die gute Freundschaft und die langjährige Erfahrung der beiden Musiker. Ãœber Stil und Machart haben sich die beiden nie gestritten, einfach aus dem Grund „weil es nur um die Musik geht“. Da sind sich York und Maurice Brox alias Ecco einig.

Warum eigentlich diese Pseudonyme? Ecco will bei seinen Zuschauern nur keine falschen Erwartungen wecken. Wenn er als Maurice Brox seine Gitarre in der Hand hält, dann ist er eben jemand anders, als Ecco DiLorenzo mit seiner Soulband im Rücken. Trotzdem spielt Ecco bei einem Anthony’s Garden-Auftritt auch zwei, drei seiner eigenen, deutschsprachigen Songs. Open Minded kann man das wohl nennen, was Eccos Karriere so besonders macht. Ein gut gemachtes Werbeplakat kann in ihm spontan den Wunsch entlocken, Grafiker zu sein. Die gechillte, elektronische Musik, die er in einem Café hört, verleitet ihn dazu, am liebsten sofort ins Studio zu eilen und selbst etwas zu produzieren.

Seine Inspiration kommt also von überall her, sie greift förmlich nach ihm. Und daher ist auch noch längst nicht Schluss: „Die Suche ist noch nicht zu Ende“, schmunzelt Ecco. Bei so vielen Projekten und künstlerischer Betätigung hilft ihm eins am besten, um mal Ruhe zu haben. Salsa-Tanzen. Schon wieder eine neue Seite entdeckt.

Auf dem Foto York und Ecco Meineke (rechts)

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