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Tofu-Burger und veganer Leberkas: vegan und glutenfrei auf dem Oktoberfest

Tofu-Burger und Hummus-Wraps… ja wo sind wir denn hier, im Hipstercafé oder auf der Wiesn? Ist der Unverträglichkeits- und Clean-Eating-Hype nun also auch bis zum Oktoberfest vorgedrungen, dem traditionell-bayrischen Food-Himmel, um dort unseren heiß geliebten Schweinebraten von der Karte zu verdrängen?

Keine Sorge, von verdrängen kann noch lange nicht die Rede sein. Und so gerne man auch Witze über Tofu-Burger reißt – es gibt definitiv schlimmeres, als (diszipliniert genug zu sein) bei der eigenen Ernährung Rücksicht auf das Wohl von Tieren zu nehmen. Für viele ist es auch gar keine Frage der Disziplin.

Denn wer unter einer Laktose- oder Gluten-Unverträglichkeit leidet, hat gar keine andere Wahl.

Food-Himmel oder Hölle?

Das Oktoberfest ist Food-technisch eines meiner Jahreshighlights. Zusammen mit den Weihnachtsfeiertagen. Während andere hier nur an Bier denken, träume ich von Brathendl, Semmelknödel mit Rahmschwammerl, Kaiserschmarrn, gebrannten Mandeln und Schoko-Erdbeeren.

Mit einer Gluten-Intoleranz träumt man davon, seine mitgebrachte Wodkamische irgendwie in das Zelt geschmuggelt zu bekommen. Bier ist nicht. Vom Essen ganz zu schweigen. Und falls doch, dann setzt es eine aufwendige Recherche voraus. Ist das glutenfrei? Aber ist es wirklich glutenfrei? Also nicht nur frei von Gluten, sondern auch bei der Herstellung garantiert nie mit Gluten in Berührung gekommen?

Damit Betroffene sich dieses Gefrage künftig sparen können, hat das Hamburger Startup foodnav eine Übersicht über das vegetarische, vegane, gluten- und laktosefreie Angebot auf dem Oktoberfest erstellt. Auch Bio-Angebote werden mit aufgelistet. Die Angaben stammen von den Wirten höchstpersönlich.

Vegetarisch: 

Als Vegetarier hat man es heutzutage nicht mehr schwer. Denn Gemüseschnitzel oder -pflanzerl in der Semmel gibt es an mehreren Ständen, auch bei Crêpes, Nüssen, Langosch und Co. hat man die freie Wahl. Und die Festzelte locken mit Käsespätzle und Rahmpilzen mit Knödeln. Außerdem gibt es:

  • Gemüseteller mit überbackenen Kartoffeln, Brokkoli, Blumenkohl, Karotten und Zucchini, Königinpastetchen mit Schwammerlragout in der Ochsenbraterei.
  • Bayerische Schupfnudeln auf Kraut mit Schnittlauch-Sauerrahm und Salatteller oder den Gemüsestrudel mit Rahmpfifferlingen und Petersilien-Kartoffeln im Armbrustschützen Festzelt.
  • Kürbis-Gemüseragout im Hokaidokürbis serviert, garniert mit Rosmarinkartoffeln in Poschners Hühner- und Entenbraterei.

 

Vegan: 

Veganer haben es da schon etwas schwerer, aber auch sie müssen nicht leer ausgehen. Geboten sind Schokofrüchte mit reiner Zartbitterschokolade oder Reismilch-Kuvertüre, vegane Crêpes (Wirtsbudenstraße 74), vegane Bratwurst in der Semmel (Wirtsbudenstraße 127) und veganer Apfelstrudel mit Zwetschgensoße (Straße 3 Ost, Nr. 6).
Good to know: Auch die Baumstrizl (Wirtsbudenstraße 30) sind vegan!

  • Rote Paprika mit Linsen- Kürbisfüllung an leichter Curry-Erdnusssoße im Schottenhamel.
  • Penne mit mediterranem Gemüseragout und Rucola in der Bräurosl.
  • Vegane Alpen-Power – geräucherter Bio-Mandel- Sesamtofu auf jungem Kressesalat, mit geballter Kerndlkraft, Erbsenspargel und Passionsfrucht-Chili-Dressing in der Käfer Wies’n Schänke.
  • Steinpilze gebraten, dazu Kartoffelgröstl mit glasierten Schalotten, Kirschtomaten, Kürbiskerne, frittierte Petersilie in der Fischer Vroni.
  • Burger aus Süßkartoffeln und Bohnen im Brötchen bei Johanna und Otto Heckl in der Wirtsbudenstraße 109.
  • Bayern Burger mit veganem Leberkäse, Krautsalat und Zwiebeln in der Semmel bei Gabriele und Franz Anthuber in der Wirtsbudenstraße 86.

 

Glutenfrei: 

Wer auf eine glutenfreie Ernährung achtet oder achten muss, der hat es auf der Wiesn wahrlich nicht leicht. Deshalb veranstaltet die Deutsche Zöliakie Gesellschaft e.V. (DZG) jährlich am ersten Wiesnwochenende ein glutenfreies Oktoberfest in Aschheim, mit glutenfreiem Bier, glutenfreiem Essen, Blasmusik und allem, was dazugehört. Auf der „richtigen“ Wiesn gibt es:

  • Vegane Ofenkartoffel, Gemüseragout mit Salat bei Edmund Radlinger in der Straße 3 Ost, Nr. 6.
  • Steinpilze gebraten, dazu Kartoffelgröstl mit glasierten Schalotten, Kirschtomaten, Kürbiskerne, frittierte Petersilie in der Fischer Vroni.
  • gebrannte Nüsse.
  • Pommes.

 

Die komplette Übersicht:

Die Übersichtskarte mit einer Auflistung des kompletten Angebots findet ihr auf  foodnav.de und natürlich in der foodnav-App, die euch auch außerhalb der Wiesn mit Hilfe von Ernährungsprofilen oder Barcode-Scans durch den Alltag navigiert. Alle Angaben zum Oktoberfest-Angebot stammen von den Wirten und sind ohne Gewähr. Daher empfiehlt es sich, vorsichtshalber noch einmal nachzufragen.

 


Beitragsbild: „Donauinselfest 2007, Grillhendl“ von Tsui via Creative Commons (CC BY-SA 3.0)

Giulia Gangl

"Überladung mit überflüssigen Fremdwörtern,
ausgiebige Verwendung von Modewörtern.
Die grauenhafte Unsitte, sich mit Klammern (als könnte mans vor Einfällen gar nicht aushalten) und Gedankenstrichen dauernd selber - bevor es ein anderer tut - zu unterbrechen, und so (beiläufig) andere Leute zu kopieren und dem Leser - mag er sich doch daran gewöhnen! - die größte Qual zu breiten.
Aufplustern der einfachsten Gedanken zu einer wunderkindhaften und verquollenen Form."
(Kurt Tucholsky)

Ups.
Giulia Gangl
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