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So schön wie jetzt war es noch nie: „Die Sauna“ bringen ihr Debüt-Album

Als ich das erste mal etwas von der Band „Die Sauna“ höre, bin ich so angetan wie selten, wenn ich zum ersten mal etwas von einer Band höre. Es ist 2016 und ein Algorithmus aus dem Silicon Valley spult mir das Video zu „Auf Dich“ in die Timeline. Ein Song, der gleich beim ersten Anhören zündet. Ein Song, der jugendliche Unbekümmertheit und Sehnsucht zugleich transportiert, der trotzdem eine irgendwie antizipierende Melancholie in sich trägt. Rechtzeitig zur Bridge löst sich der Drei-Minüter in psycheldelisch angehauchtem Wohlgefallen auf.

Dazu singt Thomas Volk abstrakte, assoziative und dennoch griffige Lyrics. Ich muss hier etwas Großes ganz früh entdeckt haben: der YouTube-Counter zählt nämlich erst etwa 1.500 Klicks. Seitdem warte ich eigentlich, dass die Band überregional bekannt wird. 4.201 Klicks sind es heute. Aber ich bin ja ein geduldiger Mensch…

Entdeckt vom BR – gesignt von Buback

Seit drei Jahren also sind die fünf Musiker aus der Schliersee-Region auf dem Radar aufmerksamer Szene-Beobachter. Sie machten gewissermaßen das übliche Programm durch: zunächst Band der Woche bei den findigen Redakteuren von Puls. Die Musikvideos wurden professioneller – und der BR lud dann noch zur Live Session. Schnell wurden erste Vergleiche laut: neue Wanda, neue Bilderbuch. Die Musikjournaillie stand noch unter dem Eindruck der 2014 durchgestarteten Pop-Doppelspitze aus Wien. Und suchte freilich hiesige Epigonen.

Schnell merkt man aber, dass diese Vergleiche ins Leere greifen, wenn man genauer hinschaut. Gut, Bilderbuch kann man noch etwas gelten lassen. Wanda nicht. Vom Vibe und künstlerischen Anspruch passen sie sicher eher auf das renommierte Label Buback (u.a. Schnipo Schranke, Die Goldenen Zitronen, Die Heiterkeit), bei dem sie 2018 unterschrieben. Nun spielen sie also in der Bundesliga. Und können sich beweisen!

Was den Jungs jetzt noch in den Weg kommen könnte, wäre der Zeitgeist: es herrscht nicht gerade Konjunktur für Gitarren-schwingende Rockflegel. Zu ironisch gebrochen ist der Rockstar-Typus vielleicht inzwischen, um momentan wirklich mehr als wohlwollendes Nicken und wissendes Grinsen hervorzurufen.

Aber egal: in einem anderen Leben wären Die Sauna eine „erfolgreiche Band“, teilen sie uns im Freundebook-Fragebogen mit. In diesem Leben muss es wohl erst mal reichen, eine verdammt gute Band zu sein. Am 30.08. erschien ihr Album „So schön wie jetzt war es noch nie„. Auf Euch, liebe Sauna!

Die Sauna im MUCBOOK-Freundebook:

Das sind unsere bürgerliche Namen:
Matthias Berg, Jayson Deutlich, Martin Pötzinger, Dionys Rieder, Ulli Stehr, Thomas Volk

Alter:
27, 24, 26, 27, 26, 26

Beruf:
Alle Studenten oder Nebenjobs

Geburtsort:
geht euch gar nix an

Wohnort:
München und Miesbach

So sieht unser Morgen aus:
Viel Kaffee

Das inspiriert uns:
Andere Menschen (eigentlich egal wer)

Das ist die Schublade, in die andere uns stecken:
Indie-Shoegaze-Postpunk-Popmusik

Danach suchen wir in München:
Nach günstigen Wohnungen

Das finden wir in München:
Vor allem viele Polohemden

3 Dinge, die wir mit auf eine einsame Alm nehmen würden:
3 Flaschen Wein

Das macht uns schwach:
Meistens der Backstage-Kühlschrank

Damit kriegt uns keiner:
Singer-Songwriter Abende und Poetry Slams

Das machen wir, wenn keiner zuschaut:
Uns küssen

Das Leben ist ein Drink. Welcher?:
Ein Schlumpf (=Wodka mit Redbull Kokos)

In einem Paralleluniversum wären wir:
Eine erfolgreiche Band

Noch was?
Ne, das wars erstmal


Fotos: © Die Sauna

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