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Spenden mit einem Wisch

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Peter Gardill-Vaassen

Journalist, Texter und Ideenschmied bei text&ideenbüro alltagdigital
Münchner Journalist, Blogger, Organisationstalent.
Mag das Leben in der Stadt, Ist fasziniert vom digitalem Alltag, schreibt über Selbstorganisation sowie Freizeit und Kultur.
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Spenden ohne dabei einen Cent eigenes Geld zu investieren? – Wie geht denn sowas? Ein junges Münchner Social Impact Start-Up hat sich dieser Aufgabe erfolgreich angenommen.

Hubert Eiter, der Gründer des Start-Ups Nate programmierte mit seinem Team eine Smartphone-App, die bei jedem Entsperren des Handys einen (kleinen) Geldbetrag an eine Organisation oder ein Projekt eigener Wahl spendet. Finanziert wird der originelle Ansatz durch Werbung auf dem Handy-Display.

Hat man die natehelps-App auf seinem Smartphone installiert, erscheint beim Entsperren des Bildschirms eine gesponsorte Werbung. Jede Werbeeinblendungen setzt automatisch eine Spende in Gang. Wie oft man als User solche Anzeigen sieht, sowie die gewünschten Spendenempfänger lassen sich in der App einstellen.

Dann läuft alles automatisch: Ein Balken in der App zeigt euch, wieviel Geld ihr bereits durch simples entsperren gespendet habt. Die Häufigkeit der Werbeeinblendungen und die Organisationen oder sozialen Projekte, lassen sich beliebig oft anpassen.

Gründer Hubert Eiter sagt über seine App: „nate bietet eine kosten- und zeitneutrale Lösung um Gutes zu tun, ohne wirklich seine Gewohnheiten ändern zu müssen. Jeder Smartphonebesitzer entsperrt sein Telefon zwischen 40 und 150 mal am Tag. Nate nutzt diese Aufmerksamkeitsspitzen um für ihn zugeschnittenene Werbebotschaften zu sehen und gleichzeitig damit Spenden zu generieren.“ Einfacher geht spenden wirkich nicht mehr.

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Die beiden Gründer des Social-Impact-Startups nate.                                                              Foto: nate

Auch für Oranisationen die auf Spenden angewiesen sind, ist natehelps eine lohnende Sache. Bis zu 80 Prozent der Werbeeinnahmen landen auf den Konten der Spendenempfänger, ohne dass diese in mühsame Überzeugungsarbeit beim Spender investieren müssen. Durch nate wird Spenden zur Gewohnheit. Zudem werden ganz neue Spendergruppen angesprochen.

Auch für die werbetreibenden Unternehmen bieten sich Vorteile, betont das Münchner Startup. Denn Werbegelder landen bei diesem Projekt eben nicht bei Medienmanagern, sondern werden zweckgebunden für soziale Projekte eingesetzt. Und das – so hoffen sie – erleichert dem Nutzer sich bereitwilliger und offener mit der Werbebotschaft auseinanderzusetzen.

Vor kurzem stellte Nate seine App zusammen mit der Stiftung Aktion Knochenmarkspende Bayern (AKB) in München vor. Die AKB ist eine der zahlreichen gemeinnützigen Organisationen, die man mit einem Wisch auf dem Smartphone unterstützen kann.
Um für an Leukämie erkrankte Menschen passende Knochenmarkspender zu finden, ist die Stiftung auf Spendengelder angewiesen. Mit diesen Spendengeldern finanziert die AKB die notwendigen Typisierungen potenzieller Spender. Diese Laborkosten belaufen sich auf 50.- Euro pro Person, Krankenkassen übernehmen diese Kosten leider nicht.

Aktuell werden Unterstützer für den ein Jahr alten, leukämiekranken Münchner Kerim gesucht. Wer also mit seiner Spende gleichzeitig Leben retten will, ist mit Nate auf dem richtigen Weg.

Einen Haken hat die App leider (noch). Aufgrund technischer Beschränkungen von Apple, ist natehelps derzeit nur für Smartphones auf Android-Basis verfügbar. Die App kann man über die Website von nate oder über den Google Play Store kostenlos herunterladen.

Also, downloaden, wischen, Leben retten!

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