Stadt

Von Heimat, Sprache und Exil

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Welche Bedeutung hat Sprache für die Idee der Kulturnation? Woran lässt sich Heimat festmachen? Wie beeinflusst das Leben im Exil die Sprache eines Schriftstellers?

Diesen Fragen gehen die Münchner Kammerspiele zusammen mit dem P.E.N.-Zentrum in ihrer Veranstaltungsreihe „Sprache-Heimat-Exil“ nach. Jeden Dienstag geben verschiedene „Writers in exile“ an unterschiedlichen Orten der Stadt Auskunft über ihre Heimatländer. Besonderes Augenmerk soll dabei auf der Bedeutung von Pressefreiheit und Menschenrechte liegen.

Zum Abschluss der Reihe Sprache-Heimat-Exil des Kulturreferats / Villa Waldberta laden die Münchner Kammerspiele in das Schauspielhaus ein. Die Veranstaltung findet nicht zufällig gerade am 20. Juli statt, einem Tag, der in der deutschen Geschichte aufs Engste verknüpft ist mit dem Widerstand gegen Terror und Diktatur. An diesem Abend steht eine Debatteüber die universelle Gültigkeit der Menschenrechte Im Mittelpunkt, insbesondere im Hinblick auf die Meinungsfreiheit. Mit Gästen aus Politik und Kultur wird Johano Strasser (unten rechts), Präsident des deutschen P.E.N. und Mitveranstalter der Reihe, darüber diskutieren, ob es Einschränkungen für den Geltungsbereich der Menschenrechte geben kann und darf, ob sie lediglich als „politischer Luxus des Westens“ angesehen werden sollten, der für andere Länder und Kulturkreise nicht als selbstverständlich eingefordert werden darf, wie eine aktive Politik zum Schutz der Menschenrechte aussehen muss, welche Hindernisse es gibt, wo Kollisionen zu erwarten sind und tatsächlich stattfinden. Der Abend mit einer Expertin und Experten aus verschiedenen Disziplinen umkreist Fragen von existenzieller Brisanz. Mit Johano Strasser diskutieren:

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Carolin Emcke (unten links), Publizistin aus Berlin. Sie studierte Politik, Geschichte und Philosophie, promovierte in Philosophie über den Begriff „Kollektiver Identitäten“, war einige Jahre in der Auslandsredaktion des „Spiegel“ tätig und berichtete in dieser Zeit aus vielen Krisengebieten. Sie schreibt u.a. für die ZEIT, hält Vorträge und Seminare zu Themen wie Globalisierung, Theorien der Gewalt, Zeugenschaft oder kulturelle Identitäten und veröffentlichte 2012 das Buch „Wie wir begehren“, in dem es um die Achtung vor Andersartigkeit geht, vor anderen Körpern, anderen Gedanken, Überzeugungen und Religionen.

Markus Löning (oben links) (FDP) ist seit 2010 Beauftragter der Bundesregierung für Menschenrechtspolitikund Humanitäre Hilfe. Im Rahmen seiner Aufgabenstellung hält er Verbindung zu vielen anderen Institutionen, die auf dem Gebiet der Menschenrechte oder der Humanitären Hilfe tätig sind. Er hat sich durch seine kenntnisreiche und engagierte Arbeit Anerkennung weit über die Parteipolitik hinaus erworben.

Ilija Trojanow (oben rechts) ist kosmopolitischer Schriftsteller, Verleger und Übersetzer. Er wurde 1965 in Bulgarien geboren, erhielt 1971 mit Familie in München politisches Asyl, lebte von 1972-1984 in Nairobi / Kenia und studierte von 1984-89 in München Ethnologie. Seit 1996 veröffentlichte Trojanow diverse Romane, zahlreiche Reportagen und Essays. Mit seinem 2006 erschienenen Roman „Der Weltensammler“ gelang ihm der Sprung auf die Bestsellerlisten; er gewann damit den Preis der Leipziger Buchmesse.

Das mit dem bayerischen Musikpreis ausgezeichnete Duo gruber+gruber wird mit seinen musikalische Interventionen immer wieder Zeit zum Nachdenken geben und das Gehörte sich setzen lassen. Mit Hackbrett, Gitarre, Akkordeon und diatonischer Knopfharmonika betreiben die Zwillingsbrüder musikalische Bildermalerei und lassen sich dabei inspirieren von afrikanischen Wasserlöchern, französischer Straßenmusik, spanischen Flamencotänzern oder den Bergen ihrer Heimat.

Münchner Kammerspiele, Maximilianstr. 28, Eintritt 12 / 6 €

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