Kultur

Staraufgebot in der Staatsoper

Letzte Artikel von Corinna Klimek (Alle anzeigen)

Einführungen für ein Stück sind eine gute Möglichkeit für wenig Geld die Stars der Opernwelt aus der Nähe zu sehen, so waren an diesem Sonntag Diana Damrau, Rolando Villazón und John Relyea auf der Bühne – gesungen haben sie aber nicht.

An der Bayerischen Staatsoper finden diese normalerweise an einem Sonntag ein bis drei Wochen vor der Premiere statt und wenn man sich rechtzeitig drum kümmert oder einfach Glück hat, kann man auch schon mal die Stars aus der zweiten Reihe Parkett bewundern. Für die meisten von uns bei Vorstellungen ein unerfüllbarer Traum, den dann liegen die Kartenpreise für diese Plätze bei um die 150 €. Für die Einführungen zahlt man 10 € und hört meistens neben den „Hits“ der Oper auch noch einiges zur Entstehung, zum Komponisten und zur Inszenierung.

Les Contes d’Hoffmann ist eine Oper in fünf Akten, die einzige Erfolgreiche von Jacques Offenbach, der ja aher für seine fabelhaften Operetten wie „Orpheus in der Unterwelt“ bekannt ist. Das Libretto basiert auf Erzählungen von E.T.A. Hoffmann. Der Dichter selbst ist die Hauptfigur, er sitz mit seinen Saufkumpanen in seiner Lieblingskneipe und wartet auf seine große Liebe Stella. Diese ist Sängerin und singt gerade die Donna Anna in „Don Giovanni“ und weil diese Oper bekanntermaßen ziemlich lange dauert, vertreibt man sich die Zeit mit Erzählungen von früheren Liebschaften Hoffmanns. Da ist zuerst einmal Olympia, eine Puppe, was Hoffmann, der die Welt im wahrsten Sinne des Wortes durch die rosarote Brille sieht, aber nicht erkennt. er verliebt sich in sie und muss zusehen, wie sie zerstört wird. Die nächste ist Antonia, die sich buchstäblich zu Tode singt. Die letzte ist Giulietta, eine Kurtisane, die Hoffamnn sein Spiegelbild klaut und sich auch generell nicht als seiner Liebe wert erweist.

Am Ende sitzen alle wieder in der Kneipe, Stella haut mit einem Anderen ab und Hoffmann bleibt allein zurück. Man sieht schon, die Oper ist nicht wirklich lustig.

Zum Auftakt gab es  eine einführende Erzählung, „Rat Crespel“ aus den Serapionbrüdern von E.T.A. Hoffmann, die die Grundlage für die Figur der Antonia in der Oper bildet.

Die war ehrlich gesagt ein bisschen dröge und machte nicht wirklich Lust darauf, sich das Stück abzusehen. Dann kam Staatsintendant Nikolaus Bachler zusammen mit dem Musikalischen Leiter Constaninos Carydis, dem Regisseur Richard Jones und dem Produktionsdramaturgen Rainer Karlitschek auf die Bühne und man plauderte ein wenig über die gespielte Fassung, von denen es angeblich mehr geben soll als Aufführungen und über die Inszenierung, von der man leider nicht wirklich viel erfuhr. Aber amüsant und informativ auf eine oberflächliche Weise war es alle Mal. Dann sang Angela Brower die berühmte Geigenarie, wunderbar, auf ihren Niklas kann man sich wirklich freuen.

Dann kamen sie, die Stars der Produktion: Diana Damrau, Roland Villazón und John Relyea.

Man plauderte angeregt über die verschiedenen Rollen, so verkörpert Diana Damrau zum Beispiel alle vier Geliebte Hoffmanns, was ungewöhnlich, aber sehr effektvoll ist. Rolando Villazón zog mit seiner selbstironischen Art das Publikum auf seine Seite und John Relyea plauderte über das Leben als vorprogrammierter Bösewicht.

Zum Schluss gab es die weit über die Oper an sich hinaus bekannte „Barcarole“, allerdings nicht gesungen, sondern auf dem Cello gespielt. Jacques Offenbach spielte selbst Cello und so schloß sich der Kreis. Wer allerdings nach dieser Einführung noch Lust auf einen Vorstellungsbesuch bekam, hat Pech gehabt, denn alle Vorstellungen sind restlos ausverkauft. Erst bei den Opernfestspielen im Juli gibt es noch Chancen auf Karten.

No Comments

Post A Comment

Simple Share Buttons
Simple Share Buttons