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Typo-Schals kommen in den Stadtvierteln an

Stefanie Witterauf

Stefanie Witterauf

Stefi ist eine junge Journalistin aus München. Sie liebt Neologismen, Dadaismus und Kaffee. Den trinkt sie am liebsten auf Reisen. Bevor sie dreißig Jahre alt wird, möchte sie alle europäischen Hauptstädte gesehen haben.

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Stefanie Witterauf

Die Münchner tragen ihre Message jetzt um den Hals. Wie ein Handtuch, lässig über die Schultern gelegt. In verschiedenen Farben, mit verschiedenen Sprüchen. Die Statement-Kette wird diesen Winter vom Statement-Schal abgelöst.

Ob da nun das Label drauf steht oder irgendein englischer Schriftzug, der typografisch betrachtet ganz nett aussieht, scheint wohl egal zu sein. Ob der Schal nun wirklich das tut, was ein Schal so tun sollte, nämlich warm halten, scheint genauso egal zu sein. Während der 90er haben wir ja auch schon Shirts und Sweater getragen, obwohl wir oft noch kein Wort Englisch konnten und in den Nuller Jahren waren die Caps, die eine Message an die Welt getragen haben, ohne sie aussprechen zu müssen. Nun sind es eben die Schals, mit denen wir was ausdrücken wollen.

Ein Trend, der Fußballfans jetzt nicht so fremd ist. Schon seit zig Jahren werden die Schals als Erkennungszeichen und die Verbundenheit zum Lieblingsverein so nach außen getragen. Das vereinfacht natürlich auch die Orientierung, denn in der falschen Fankurve macht ein Spiel in der Arena nur halb so viel Spaß.

Ein interessantes Phänomen ist bei dem neuen It-Accessoire zu beobachten: die Typo-Schals sind nicht selten mit politischen Statements gestrickt. Wollen die Träger also ihre politische Orientierung zur Schau stellen wie bei einem Fußballmatch? Gibt es in den U-Bahn-Waggons dann auch neuerdings Fan-Lager?

Politisch wird’s zum Beispiel mit dem Schal von Acne mit dem Schriftzug „Gender Equality“ oder mit dem Schal von der Münchner Designerin Ayzit Bostan. „IMAGINE“ steht in großen Buchstaben in schwarz auf weiß oder weiß auf schwarz, je nachdem auf welcher Seite er getragen wird.

#romia @romiaernst with #IMAGINE scarf #Landwehrstrasse

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Entwickelt hat ihn Bostan für das italienische Magazin „Mould“ und erstmals auf der Biennale in Istanbul 2014 vorgestellt. Mittlerweile ist er in der dritten Auflage und verkauft sich nicht nur in München, sondern auch in den anderen Großstädten Deutschlands gleichermaßen gut. Auch die Künstlerin bemerkt den Trend, dass die Menschen mehr politische Statements in ihrem Outfit nach außen tragen. Eine Friedensdemonstration, die pfleglich und zugleich ästhetisch umgesetzt ist. „Ich sehe oft Produkte, die Tolles transportieren. Aber als Designerin kommt es mir auch darauf an, wie das Produkt aussieht“, sagt Bostan im Interview mit MUCBOOK. Ihr „Imagine Peace“-Schal und Sweater wurde gerade vergangene Woche vom Modemuseum München angekauft. Schals, die friedensfördernd sind, finde ich auch super!

Gerade scheinen Münchner Labels alle den gleichen Gedanken gehabt zu haben und haben Schals im Wochentakt herausgegeben. Oft als „Anniversary Scarf“ zu irgendeinem Jubiläum. So beispielsweise Schwittenberg zum ersten Geburtstag.

Oder A Kind of Guise mit einer limitierten Anzahl von Schals:

 

 

Auch personalisierte Schals sind gerade im Trend und könnten auch ein schönes Weihnachtsgeschenk sein, wie dieser für die Lieblingsfußballmannschaft des Kreativen Max Werdin:

Endlich mal ein zeitloser personalisierter Fußballschal #wow @wecallitthestu @maxwerdin

A photo posted by AMAZEDMAG | Amelie Kahl (@ameliekahl) on

 

Sogar Plattenfirmen steigen bei diesem Trend mit ein. Die auffällige Kombi aus grün-pink von den Public Possession -Schals sind in München in ausgewählten Stadtvierteln kaum zu übersehen:


 

P.S. Werden die Schals getragen, dann ist es schwierig die Schrift genau zu lesen. Der oben genannte Schal ist vom 1. FC FUSSBALL. Aber ich mag Platten lieber als Fußbälle. Vom Public Possession gibt es einen pinken Typo-Schal mit Trauben. Yummy!

Beitragsbild: (c) Stefan Rothbucher

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