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Dieses Jahr dürft ihr mitbestimmen, wie das neue Wiesn-Plakat aussehen soll

Julius Zimmer

Mich fasziniert das Absurde im Alltag. Das ist einer der Gründe, warum ich mich in meiner Wahlheimat München so wohl fühle: Hier erwachen Widersprüche zum Leben. "Der Kampf gegen Gipfel vermag ein Herz auszufüllen. Wir müssen uns den Münchner als einen glücklichen Menschen vorstellen."
Julius Zimmer

Ich weiß, ich weiß… Es ist Januar und das jährliche Festival der hässlichsten Trachtenmoden scheint noch so weit entfernt. Da aber möglichst bald die Werbetrommel für die 184. Münchner Wiesn gerührt werden soll, muss natürlich erst einmal das passende Plakat her.

Seit 1952 veranstaltet die Stadt den Wiesnplakat-Wettbewerb, bei dem jeder halbwegs kreative Kopf seinen Vorschlag einreichen darf. Doch dieses Jahr wagen die Verantwortlichen etwas Neues. Während früher noch eine Jury alleine über das beste Plakat entschied, können dieses Jahr die Bürger selber abstimmen, welcher Entwurf es in die engere Auswahl schafft.

Fast demokratisch…

Auf dem Stadtportal muenchen.de kann man bis zum 25. Januar pro Plakate eine Stimme abgeben. 49 Stück stehen zur Auswahl. Die 30 beliebtesten Exemplare geraten dann quasi in den Re-Call und müssen sich dann der Jury stellen. Fast demokratisch also.

Das Zuckerl‘: Jeder Umfrage-Teilnehmer nimmt automatisch an einer Verlosung teil und hat die Chance auf fünf mal zwei Plätze im Schottenhammel Festzelt, inklusive Hendl und Biergutscheine. Prosit!

Die zur Auswahl stehenden Entwürfe könnten unterschiedlicher nicht sein. So ziemlich jeder Pop- oder Comic Art-Stil ist vertreten – und natürlich jede Menge Bier, Brezn, Lederhosen, Dirndl und Riesenräder.

Ganz schön kreativ, oder?

Während das ein oder andere Exemplar schnarchend langweilig ist, bringen andere auf den Punkt, worum es auf der Wiesn wirklich geht. Ich habe mir die Plakate etwas genauer angeschaut und drei Favoriten rausgesucht.

Bier, Liebe, Brezn

Ein reizender Comic, der sich farblich von vielen anderen Beispielen abhebt. Auf Menschen wurde verzichtet, der Spaß an den guten Seiten des Oktoberfests steht hier im Mittelpunkt: Bier, Liebe und Riesnbrezn.

plakat 1

Wiesn-Gang, yo!

Richtig einfallsreich ging der/die Künstler/in bei diesem Plakat vor. Hände anstatt Buchstaben und ein klarer Verweis auf die kulturelle und ethnische Vielfalt, die jährlich auf dem Oktoberfest vertreten ist. Alle sind Teil einer große Gang und das ist ihr Handzeichen. Schöne Idee!

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Freund und Feind vereint

Neben der witzigen Idee und der grafischen Gestaltung, gefiel uns besonders die Botschaft dieses Entwurfs. Der Löwe und seine Leibspeise, das Zebra, vereint mit Bier und Brezn auf dem Kettenkarussell. Auf der Wiesn können eben aus Feinden, Freunde werden. Auch schick: Die dezenten Abbildungen der Münchner Wahrzeichen im unteren Bilddrittel.

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Natürlich gibt es noch zahlreiche weitere Beispiele, die sich gut als Wiesn-Plakat machen würden, wie zum Beispiel dieses hier von der Kommunikationsdesignerin Nina Bachmann.

Bildschirmfoto 2017-01-14 um 10.58.32

Schaut es euch am besten selber an.

Nur schade, dass die Entscheidung nicht ganz bei den Bürgern liegt. Ein bisschen Vertrauen hätte an dieser Stelle nicht geschadet. Dennoch ist die Aktion ein Schritt in die richtige Richtung!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Beitragsbild: Curran Kelleher, CC 2.0 

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