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Meine Halte – Scheidplatz: im Pyjama zum Penny
- Meine Halte – Scheidplatz: im Pyjama zum Penny - 6. September 2026
Ich wohne in einer winzigen Wohnung zwischen zwei Parks. Wenn ich morgens durch den Luitpoldpark zur U-Bahn-Station Scheidplatz laufe, erfasst mich jedes Mal eine Sehnsucht. Die leeren Parkflächen sehen so einladend aus wie unberührter Schnee. Später ist der Park voll von Picknickdecken, Volleyballnetzen, Spaziergängern und Fahrradfahrern. Mein Lieblingsplatz sind die Rosenbeete vor den Steinbänken.
Versteck im Grünen
Der Park ist mein Ruhepol zum Nachdenken. Auch Sport kann man hier gut machen. Vor kurzem habe ich Fit im Park für mich entdeckt. Auf einer Wiese werden Zumba und Gymnastik angeboten. Hier trifft sich die Nachbarschaft, wir lächeln uns zu, kommen ins Gespräch oder schauen bei einer Bewegung in den weiten blau-blassen Himmel. Vom Balkon aus sehe ich die Spitze des Olympiaturms und bekomme je nach Windrichtung ein bisschen Konzert-Atmo mit. In meinem Hochhaus herrscht trotz vieler Parteien eine familiäre Atmosphäre. Einmal bin ich nachts in den 8. Stock gefahren, um ein Date zu beeindrucken. Die Aussicht auf den blinkenden Turm, das BMW-Werk und die rot erleuchtete Allianz-Arena haut mich jedes Mal aufs Neue um. In meinem Viertel sieht man viele Adidas-Hosen und ich traue mich im Pyjama zum Penny.
Im Sommer gehe ich gerne ins Freibad Georgenschwaige, das frisch renoviert wurde und gönne mir einen Affogato, oder ich sitze unter den Bäumen in einem der zahlreichen Biergärten, am liebsten neben den Schrebergärten im Brunnergarten. Das Einzige, was mir fehlt, sind Restaurants, Bars und Cafés in unmittelbarer Nähe. Ein süßes Café mit fantastischem, griechischem Kaffee gibt es aber doch: sweet BOX CAFÉ, und in den roten Sesseln des Monopol Kinos kann man es sich mit einer Gurkenlimo und ein paar Chips auch gemütlich machen. Insbesondere in der Kinobar mit Tischchen und Beinfreiheit fühlt man sich wie in den 1920er-Jahren.
Obwohl der Olympiapark nicht weit ist, gehe ich dort nicht so oft hin, da der Weg mit einem kleinen Aufstieg verbunden ist (ja, ich bin faul). Nur im Frühling mache ich eine Ausnahme und erklimme so oft wie möglich den Hügel. Denn zur Kirschblütenzeit fühle ich mich plötzlich privilegiert, hier zu wohnen.