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Die Bayerische Staatsoper öffnet Tür und Tor: 5 Tipps fürs UniCredit Eröffnungsfest
Die Bayerische Staatsoper einmal hautnah erleben, Kostüme aus nächster Nähe entdecken oder beim Mitsingkonzert gemeinsam mit hunderten anderen die neue Spielzeit begrüßen? Beim UniCredit Eröffnungsfest am 19. September 2026 öffnet die Bayerische Staatsoper ihr Haus für alle Münchner:innen bei freiem Eintritt.
Oper klingt für manche nach großer Abendgarderobe, komplizierten Handlungen und einem gewissen Abstand zum Publikum. Die Bayerische Staatsoper möchte beim UniCredit Eröffnungsfest zeigen, dass es auch anders geht: offen, neugierig und ohne Berührungsängste.
Zu Beginn der neuen Spielzeit, am 19. September 2026, wird das möglich: ein Tag, an dem Besucher:innen das Nationaltheater aus ungewöhnlichen Perspektiven erleben können. „Wir möchten allen die Möglichkeit geben, das Nationaltheater und die Bayerische Staatsoper kennenzulernen“, sagt Sophia Bleyhl aus dem Organisationsteam. „Es geht darum, einen Blick hinter die Kulissen zu ermöglichen. Wir möchten uns zeigen und einen schönen Eindruck von unserem Haus vermitteln.“
Ob Opernkenner, neugierige Erstbesucher oder Familien mit Kindern: Das Programm ist bewusst breit aufgestellt. Hier sind fünf Tipps für den Tag.
1. Auftakt: Mit hunderten Stimmen in die neue Spielzeit starten
Der Auftakt gehört der Musik – und zwar nicht nur den Profis auf der Bühne. Um 11 Uhr beginnt das Mitsingkonzert des Bayerischen Staatsopernchors auf den Stufen des Nationaltheaters. Der Bayerische Staatsopernchor singt zunächst alleine (Wagner), dann für weitere Stücke zusammen mit dem UniCredit Opernchor und dem Bürger:innenchor Freiham (Stücke von Mozart und Strauß).
Zum Schluss wird das Publikum selbst Teil des Konzerts bei zwei Stücken: Bei Verdis „Vedi! Le fosche notturne spoglie“ aus „Il trovatore“ und dem berühmten „Va, pensiero“ aus „Nabucco“ darf und soll mitgesungen werden. Die Noten werden vor Ort verteilt – Vorkenntnisse sind also nicht nötig. Oder du singst dich schon mal vorab zuhause warm, jetzt wo die Stücke bekannt sind.
Aber trauen sich die Münchner:innen, in die professionellen Chöre einzustimmen? „Ich bin jedes Mal wieder überrascht, wie viele Menschen tatsächlich mitsingen“, erzählt Sophia Bleyhl. „Die Leute lassen sich total mitreißen.“ Ein perfekter Start in einen Tag, an dem es an der Bayerischen Staatsoper nicht nur zuschauen, sondern mitmachen heißt.
2. Der Kostümfundus: Ein seltener Blick in die Garderobe
Das nächste Highlight ist vor allem etwas für die Augen. Der Kostümfundus befindet sich hoch oben im Nationaltheater – samt spektakulärem Blick über die Dächer Münchens – und ist normalerweise vor allem den Mitarbeiter:innen der Kostümabteilung zugänglich. Bei den Führungen erfahren Besucher:innen, wie Kostüme entstehen, gelagert und für Produktionen vorbereitet werden.
Dass hinter einer Opernproduktion weit mehr steckt als die Aufführung selbst, zeigen schon die Zahlen: Rund 890 Kostümständer für Opernproduktionen und weitere 480 fürs Ballett gehören aktuell zum Repertoire. Zusammen mit dem Außenlager in Poing umfasst der Kostümbereich rund 3.600 Quadratmeter. In der Innenstadt lagern jeweils die Kostüme der Stücke, die aktuell gespielt werden.
Und jedes Kostümstück erzählt eine eigene Geschichte: Eines der schwersten Kleider etwa stammt aus der Produktion „Rodelinda, Regina de’ Longobardi“ aus dem Jahr 2003 und bringt stolze 4,9 Kilogramm auf die Waage. Ein aufwendiges Livree-Kostüm mit Weste und Hose kann von der ersten Anprobe bis zur Fertigstellung rund 80 bis 100 Arbeitsstunden benötigen.
Die Führungen starten am Festtag ungefähr alle 15 Minuten. Eine Anmeldung ist also nicht nötig – einfach zum Treffpunkt im 1. Rang kommen.

3. Musikquiz mal anders: Beim Arienraten spielerisch in die Opernwelt eintauchen
Im Vorraum des Königssaals präsentieren Sänger:innen des Opernstudios verschiedene Arien und Stücke aus dem Opernrepertoire. Die Aufgabe des Publikums: erraten, aus welcher Oper die Musik stammt.
Moderiert wird das Ganze von Tobias Truniger, dem Künstlerischen Leiter des Opernstudios, dem Nachwuchsprogramm der Bayerischen Staatsoper. Das Format funktioniert für Einsteiger genauso wie für eingefleischte Opernfans: Wer sich auskennt, erkennt vielleicht schon nach den ersten Takten die Arie – alle anderen entdecken spielerisch verschiedene Stimmen, Stilrichtungen und Werke. Wie ein kleiner Crashkurs in Sachen Oper.
4. Ballett hautnah: „Radio and Juliet“ auf der Probebühne
Dann kommt Bewegung in die Sache: Auf der großen Probebühne zeigt das Ensemble des Bayerischen Staatsballetts ein besonderes Highlight: das Pas de Deux aus Edward Clugs „Radio and Juliet“ mit Musik und Texten der britischen Band Radiohead.
Für Besucher ist das die seltene Gelegenheit, zwei Solisten des Bayerischen Staatsballetts in einem Probenraum des Hauses zu erleben – also an einem Ort, der normalerweise nicht Teil des regulären Vorstellungsbesuchs ist.
5. Vergünstigte Karten: „La Cenerentola“ (Aschenputtel) auf der großen Bühne und Musik bis in die Nacht
Wer nach dem Eröffnungsfest noch nicht nach Hause möchte, kann den Abend direkt in der Bayerischen Staatsoper ausklingen lassen. Bei einer Aufführung zu reduzierten Preisen.
Auf dem Programm steht Rossinis „La Cenerentola“ – die berühmte Oper nach der Geschichte von Aschenputtel. Die Vorstellung beginnt um 18 Uhr. Ein Teil der Karten ist bereits online zu kaufen, aber auch am Tag selbst gibt es noch ein Kontingent an der Tageskasse in allen Preiskategorien für Spontane.
Und danach ist noch lange nicht Schluss: Im Anschluss an die Vorstellung geht der Abend mit einem Jazzkonzert im Foyer weiter. Danach folgt eine Broadway-Nacht in der Rheingoldbar. Auch wer keine Opernkarte hat, kann später noch (ohne Eintritt) wieder dazukommen und mit anstoßen auf die neue Spielzeit.

Einfach kommen, entdecken und treiben lassen
Neben diesen fünf Tipps gibt es noch viele weitere Programmpunkte. Ein paar Beispiele: Im Freunde-Foyer warten Kinder- und Jugendkonzerte, darunter Auftritte von Tubatrix und ein neues Kinderkonzert zu „Till Eulenspiegels musikalischen Streichen“. Beim Kennenlernkarussell können Besucher:innen außerdem Mitarbeiter:innen aus ganz unterschiedlichen Bereichen kennenlernen – in Form von kurzen Fragerunden in kleineren Gruppen. Von Kostüm über Technik bis zum Orchester sind verschiedenste Teile des Teams vor Ort.
Im Rheingold bar-bistro wechseln sich den ganzen Tag über sieben Musik-Ensembles mit kürzeren Konzerten von etwa 20 Minuten Dauer ab. Man kann den offenen Gastro-Raum jederzeit betreten und verlassen.
Bring Neugier mit statt Abendgarderobe
Und was zieht man bei so einem Tag an? Die Antwort: worin du dich wohlfühlst. Wer möchte, kann festlich kommen – genauso willkommen ist aber auch bequeme Alltagskleidung. Die wichtigste Empfehlung des Teams: sich überraschen lassen.
Denn genau darum geht es bei der Spielzeit-Eröffnung: Die Bayerische Staatsoper nicht nur als Zuschauerraum kennenzulernen, sondern als lebendiges Haus voller Menschen, Geschichten und Musik.
Alle weiteren Infos zum Unicredit Eröffnungsfest der Bayerischen Staatsoper findest du hier.
Fotos: © Geoffroy Schied