Leben, Was machen wir heute?

„Die perfekte Stadt kann es nie geben“

Theresa-Maria Werner

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elena haas

Vor kurzem haben wir auf die laufende Ausschreibung des Projekts „STADTfragen“ des Münchner Forums hingewiesen. Bei den Münchner STADTfragen bekommen junge Absolventen, Doktoranten, Studenten und viele mehr die Möglichkeit, ihren akademischen Arbeiten zum Thema Stadt Öffentlichkeit zu geben. Mit den Referenten treffen dabei unterschiedlichste Disziplinen aufeinander. Elena Haas, promovierte Kunstpädagogin und ehemalige STADTfragen-Referentin, verrät uns im Gespräch ihre Intention, bei den STADTfragen  teilzunehmen und welche Erfahrungen sie durch das Projekt gemacht hat.
Wie bist du darauf gekommen, deine Arbeit einzusenden?

Das STADTfragen-Team des Münchner Forums hat sich mit einer Email an die LMU gewandt und durch eine Kollegin habe ich davon erfahren.

Öffentliches Feedback oder innerlichster Mitteilungsdrang? Was war deine Motivation, an den STADTfragen teilzunehmen?
Vor allem kunstpädagogische Methoden, im speziellen die Methode des Mapping, in die Öffentlichkeit zu tragen und damit den ZuhörerInnen einen neuen Blickwinkel auf das Thema Stadt und Stadterkundung zu ermöglichen.

Ob Klimaschutz, Stadtviertelentwicklung oder Nischen für Künstler in München, die Themen der Veranstaltungen sind ziemlich vielfältig. Worüber hast du referiert und inwiefern bestand bei deiner Arbeit ein Zusammenhang zum Thema „Stadt“?
Inhaltlich lag der Fokus auf einer Möglichkeit der Annäherung an einen fremden urbanen Ort mittels der kunstpädagogischen Methode des Mapping so zu vollziehen, dass dieser fremd bleiben darf und nicht durch eigene Perspektiven vereinnahmt wird. Dieser Prozess spiegelte sich in einer künstlerischen Arbeit wieder, die durch einen individuellen Mappingprozess der Künstlerin in München entstand und in dem Vortrag thematisiert wurde.
Der Vortrag beschäftigte sich in diesem Sinne einerseits mit dem künstlerischen Projekt der Vortragenden und andererseits mit künstlerischen Möglichkeiten der Stadterkundung. Dabei stand die Problematik einer Stadterkundung, in der der fremde Ort nur fremd bleiben kann und darf, wenn er unzugänglich bleibt, im Mittelpunkt. Es flossen zu dieser Problematik auch philosophische Überlegungen in den Arbeitsprozess ein, da diese in engem Zusammenhang mit der künstlerischen Arbeit standen und sich in dem Werk mit dem Zitat von Merleau-Ponty wiederfanden. (Bild oben: Einblick in das künstlerische Werk)

Wie haben die Zuhörer das referierte Thema aufgenommen? Kam an den Vortrag anschließend eine offene Diskussion zustande, mit der du zufrieden bist?
Das Interesse für eine künstlerische Perspektive auf das Thema Stadt war groß und die anschließende Diskussion sehr bereichernd. Denn es flossen die unterschiedlichsten Perspektiven zum Thema Stadt ein. So kamen pädagogische, künstlerische, städteplanerische Themenbezüge ins Spiel und vor allem die Frage eines Umganges mit fremden Kulturen und fremden Stadtbildern in der eigenen Stadt regen zur intensiven Diskussion an. Dieser Austausch war sehr gewinnbringend und perspektiverweiternd.

Das Junge Münchner Forum sucht für seine STADTfragen junge Menschen, die „die Stadt von morgen denken, die Stadt von gestern untersuchen oder die Stadt von heute gestalten“. Deine Idee von der „perfekten Stadt“?
Die perfekte Stadt kann es nie geben. Jedoch sind die aktive Mitgestaltung und der interdisziplinäre Austausch grundlegend für eine selbständige Entwicklung von städtischem Leben. Ich sehe dabei ein großes Potenzial in der Wahrnehmung der eigenen Stadt und des neuen Blickwinkels, der anregen kann sich heimisch zu fühlen und teilweise überhaupt Dinge wahrzunehmen, die im Alltag leicht übersehen werden. Gerade künstlerische Methoden können eine solche Wahrnehmung fördern und dazu beitragen, sich aktiv am Stadtbild zu beteiligen. Wobei die Beteiligung durch künstlerische Projekte auch wiederum andere Menschen anregen kann und damit einen Austausch als Ziel hat.

Dein Tipp für zukünftige Referenten?
Ich denke, dass vor allem der Austausch in der Diskussion sehr gewinnbringend ist und damit der Vortrag des Einzelnen möglichst kurz und knapp gehalten werden sollte. So kann auch das Publikum aktiv miteinbezogen werden.

www.stadtfragen.org

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