Aktuell, Stadt

Eisbach-Gipfel: OB Reiter und Surfer finden Kompromiss für Versuchswelle

Eine Welle und viel Frust: Seit Ende Oktober liegt die Eisbachwelle brach. Nach zähem Ringen zwischen den Wellenreitern, Behörden und Politik scheint nun eine Lösung nahe. Heute trafen sich OB Reiter, der das Thema kurz vor der Wahl zur Chefsache machen wollte, und Vertreter der Surfer, um über eine Lösung zu debattieren.

Was kam raus? Die erste Stellungnahme kommt aus dem Büro des Oberbürgermeisters. Um die Welle dauerhaft zu ertüchtigen, soll Folgendes passieren:

In einem städtisch legitimierten Projektversuch wird getestet, wie die Welle am Eisbach wieder hergestellt werden kann.

Während des Versuchs wird das Surfen unter folgenden Vorgaben erlaubt:

  • Die IGSM und der Surfclub München übernehmen Verantwortung und Haftung für den Projektversuch.
  • Die Stadt übernimmt die technische und statische Prüfung der Bauwerke.
  • Die 24/7-Erreichbarkeit in Notfällen liegt bei den städtischen Leitstellen.

Damit heißt es erst mal: “Surf’s Up”. Die Welle kann (hoffentlich) wieder kommen. Die Frage nach der Haftung und wer die Welle einbaut, war bislang umstritten. Nun stellt sich also noch die Frage nach “Details”, die laut Büro des Oberbürgermeisters zu klären sind.

Reiter meldet sich auf Instagram

Wie es mit der bisher besonders umstrittenen Notfall-Bereitschaft weitergeht, erklärt Dieter Reiter auf Instagram: “Die 24/7-Erreichbarkeit in Notfällen übernehmen die städtischen Leitstellen.” Ziel des Projektversuchs sei es, “die Eisbachwelle als dauerhaft surfbare Welle wiederherzustellen und zu erhalten”, so Reiter.

Was nach einem großen Erfolg der Sufer:innen aussieht: Münchens OB stellt in seinem Statement in Aussicht, dass die Welle nach einem erfolgreichen Projektversuch in städtischer Verantwortung betrieben wird. “Da ist die Idee, dass die Stadt München das dann selber betreibt”, so Reiter. Darüber müsse man aber noch nachdenken.

Das Meeting heute am frühen Nachmittag dauerte anderthalb Stunden. Hier findet ihr das Statement von Dieter Reiter auf Instagram.

“Frühestens in zwei Monaten” – Das sagen die Surfer

Auch von Seiten der Surfer fällt das Fazit vorsichtig positiv aus. Tao Schirrmacher vom Surf Club München spricht von einer „spürbaren Deeskalation“ nach dem Treffen, aber es sei schon noch “Feuer im Ofen”. Oberbürgermeister Dieter Reiter habe sich klar hinter das Anliegen der Surfer gestellt. Zwar gebe es nach dem Termin noch keinen fertigen Masterplan, aber erstmals seit Wochen liege ein konkreter Fahrplan auf dem Tisch. Dennoch glaubt er, dass frühestens in zwei Monaten wieder gesurft werden kann (“wenn alles ultimativ schnell geht”).

“Langfristig soll dort eine feste Rampe ohne Seil stehen”, darauf habe man sich verständigt. Und wie geht es jetzt konkret weiter? “In einem Monat treffen wir uns wieder in der gleichen Runde – bis dahin wollen wir eine Rampe konstruieren, die akzeptiert wird.” Dann in einer Planung ohne Seil. Mit Rückendeckung aus dem Rathaus hofft Schirrmacher jetzt auf ein positives Ende der ganzen Sache.

Jetzt sind wohl die Ingenieure unter den Surfern gefragt. Wir drücken weiter die Daumen für die Welle und hoffen alle beteiligten Parteien raufen sich (endlich) zusammen und finden die Courage für die Welle!

Beitragsbild: Foto von Markus Spiske auf Unsplash (Eisbachwelle in 2022)