Mucbook: Popup Restaurant Fleischkonsum von Vincent Fricke in München
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„Fleisch wächst nicht in Styroporboxen!“: So unkonventionell lockt ein neues Restaurant in Maxvorstadt

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Sabine Sikorski

Foodie. Liebt Essen. Hat eine große Leidenschaft für selbstgebackenes Brot und Brötchen.
Schreibt hier über alle möglichen Essensthemen: Von kulinarischen Events über Food-Startups bis hin zu dem ein oder anderen Rezept.
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Habt ihr mal wieder Lust auf richtig gutes Fleisch, beste Qualität und serviert, wie ihr es noch nicht kennt? Dann empfehlen wir euch das Popup Restaurant „Fleischkonsum“, das am 24. August seine Pforten in der Maxvorstadt eröffnet. In den Räumen des Nudo, wo normalerweise Pasta serviert wird, stehen an vier Tagen die Woche Rind, Schwein und Ziege im Mittelpunkt eines mehrgängigen Menüs. Hinter dem Konzept steckt der Münchner Koch Vincent Fricke, der unter anderem schon im Theresa sein Handwerk bewiesen hat, und mit seinem Supper Club sonntagsbraten – a new urban tradition schon seit über drei Jahren den Münchner nachhaltigen Fleischkonsum nahebringt. Wir haben uns bei einem Testessen für euch schon mal durch eine Auswahl des geplanten Menüs durchgeschlemmt.

Ban Bao, gefüllt mit Brust & Herz, Ingwer,  Blaukraut, Koriander und mit brauner Butter serviert, Kalbsbries mit Velouté,  Flusskrebs und Kapern, gefolgt von Schweinebacke mit Madeira, Artischocken- und Selleriepüree und Kartoffel – ich sag’s euch ganz ehrlich, bestellt hätte ich mir freiwillig nichts davon.

Denn wie so viele Menschen trenne ich beim Fleischessen gerne das Fleisch vom Tier, somit esse ich auch nichts aus dem Gesicht oder die Innereien, weil es das Tier zu greifbar macht. Trotzdem bin ich der Ansicht, dass alle Teile des Tieres verwendet werden sollten, wenn man es schon schlachtet. Damit bin ich genau ein Teil der Zielgruppe, die Vincent erreichen will.

Vincent: „Ich möchte mit dieser Veranstaltung zwei Dinge erreichen: Zum einem möchte ich visuell verdeutlichen, dass Fleisch nicht nur abgepackt in Styroporboxen „wächst“ und zweitens, dass vermeintlich „ungewöhnliche“ Teile der domestizierten Tiere ihren Reiz und ihre Qualitäten haben können.“

 

Hommage ans Hausschwein

Eine Hommage an das Hausschwein nennt Vincent deshalb auch die Vorspeise seines eigens für das Popup Restaurant kreierten Mehrgang-Menüs. Wir starten mit eingelegten Radieserln auf Butterbrot, um dann gleich mit Herz weiterzumachen. Mutig beisse ich in die Ban Bao und stelle schon beim ersten Bissen fest: Die sind verdammt lecker.

Viel zu schnell verputzt sind die kleinen Dinger, ich gucke noch mal, ob ich eines übersehen habe, oder ob einer der anderen seins nicht gegessen hat, aber um mich herum sind nur zufriedene Gesichter, die – ebenfalls auf der Suche nach mehr – in die asiatischen Dampfgarkörbchen gucken. Also nehme ich mir vor, demnächst im Home vorbeizuschauen, denn dafür hat Vincent die Ban Bao Buns kreiert. Als nächstes esse ich Kalbsbries, die etwas ungewöhnlich von der Konsistenz her sind, vom Geschmack her aber 1A, und entdecke die Schweinebacke als meinen Lieblingsgang.

 

From Nose to Tail

Fleischkonsum folgt Trends, hat mir ein Metzger mal verraten. Während unsere Großeltern noch Zunge und Nieren kaufen, entscheiden wir uns fürs Filet und den Schweinenacken. Mit der „From Nose to Tail“-Bewegung ändert sich das gerade.

Mucbook: Popup Restaurant Fleischkonsum von Vincent Fricke in München

Vincent: „Mein größter Wunsch für das „Fleischkonsum“ in den zwei Wochen ist es, dass die Gäste nach dem Essen Bock haben, mal etwas anderes als argentinisches Roastbeef zu bestellen. Nämlich etwas, über das sich Köche, Landwirte und Metzger aus der hiesigen Region Gedanken gemacht haben, um ein vermeintlich unbeliebtes Teil unserer domestizierten Nutztiere in einen Kontext bringen, den es lohnenswert macht, ihn zu probieren. Oder – im besten Fall – Kochbücher und Blogs nach Rezepten zu durchforsten, damit ihr selbst für euch und eure Freunde und Familie einfach mal etwas ungewöhnliche Fleischteile zubereitet, zum Beispiel das Herz.“

 

Zwei Wochen lang eröffnet das „Fleischkonsum“ mit seiner Mission. Bei 3-, 4- oder 5-Gang Menüs könnt ihr euch selbst davon überzeugen, wie gut das gesamte Tier schmecken kann. Dann gibt es zum Beispiel auch Alpine Jakobsmuscheln, die nicht aus dem Meer sondern vom Rind stammen, Ravioli von der Ziege mit Flusskrebsen sowie Roastbeef und Ochsenschwanzcannelloni.

Alles selbstgemacht mit Fleisch aus regionaler Bio- bzw. Freilandherkunft. Vegetarisch ist allein das Amuse Gueule sowie die Nachspeise. Die Preise sind absolut fair: Das mehrgängige Menü gibt es inkl. Aperitif und zzgl. weiterer Getränke für 36 Euro (3-Gang), 42 Euro (4-Gang) und 47 Euro (5-Gang), geöffnet ist jeweils von Mittwoch bis Samstag, immer ab 19 Uhr.

Mich trefft ihr dort auf jeden Fall noch mal. Hoffentlich gibt es dann wieder Schweinebacke.


In Kürze:

Was: Popup Restaurant Fleischkonsum
Wo: Nudo, Amalienstr. 53, 80799 München
Wann: 24. August – 3. September 2016
Öffnungszeiten: Mi-Sa, 19 bis 23 Uhr

Preis: 36€ (3-Gang-Menü) / 42€ (4-Gang-Menü) / 47€ (5-Gang-Menü) inkl. Aperitif
Weitere Infos: https://www.facebook.com/fleischkonsum/

 

 


 

Fotocredit Header: easywriters

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