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Meine Halte: Moosach

Fiona Reiter
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Seitdem ich im September 2018 – an meinem ersten Unitag, in meine unmöblierte Wohnung in Moosach gezogen bin, ist die Endstation der U3 mein Anhaltspunkt um in viele beliebige Ecken Münchens zu gelangen.

„Endstation, bitte alle aussteigen“

Die Türen der U3 öffnen sich. Was einem unmittelbar auffällt, die 2010 eröffnete U-Bahn Station ist kalt und ziemlich modern. Teilweise fällt Tageslicht durch kleine Fenster, die sich in der Betondecke befinden. Daneben hängen helle Einzelleuchten, um die trübe Haltestelle nochmal zusätzlich zu beleuchten. Mir gefällts. Steigt man aus und geht nach rechts, verbindet das U-Bahn-Netz sich an dieser Stelle mit der Flughafen-S-Bahn S1 und dem Regionalverkehr. Wie oft ich diese Rolltreppe mit meinen 19827 Gepäckstücken schon hochgerannt bin, um die S1 und anschließend meinen Flieger nicht zu verpassen, kann ich schon gar nicht mehr auf beiden Händen aufzählen. Außerdem kommt man von hier in eine zweistöckige Park+Ride Anlage unter dem Memminger Platz. Somit haben Pendler*innen die Chance, hier Anschluss an das Münchner Schnellbahnnetz zu finden. Eine Festtreppe, eine Fahrtreppe sowie ein großer Aufzug – der gefühlt jeden zweiten Tag kaputt ist, führen an die stark belebte Oberfläche. 

Student*innen Ahoi

Kaum oben angekommen, steigt mir der Geruch frischer Brezen und anderen schmackhaften Backwaren in die Nase. Diverse Student*innen toben herum, Busfahrer*innen legen gerade ihre wohlverdiente Pause ein und die Mitarbeiter*innen der Deutschen Post sorgen wieder dafür, dass sich eine ungeduldige Menschenmenge vor der Tür bildet, die eigentlich nur ein Paket abgeben möchten. Ich laufe meistens vorbei und biege zum Rossmann ab, um mir dort noch irgendetwas zu kaufen, was ich eigentlich gar nicht brauche. Ich mag die Atmosphäre die hier täglich herrscht, obwohl ich mich in Moosach eher selten aufhalte. Was früher eine trostlose Umgebung war, hat sich mittlerweile zu einem neuen Stadtteilzentrum entwickelt und obendrein noch zu einer kleinen Studentenstadt. In dem kleinen Stadtteil hat nämlich vor nicht allzu langer Zeit ein Studentenwohnheim namens „Studiosus 3“ geöffnet. Hier haben über 300 fleißige Studierende ihr neues Zuhause gefunden. Was die Umgebung für mich persönlich zu einem Wohlfühlort macht, an dem man auch abends keine Angst haben muss.

Das Rundum-Paket

Einzelhandel, Hotels, etliche Arztpraxen und Flächen zum Verweilen haben die Gegend neu belebt. Der angebliche Magnet in Moosach ist aber laut diversen Zeitschriften, die 2015 eröffnete „Meile Moosach“. Hier befinden sich auf insgesamt 12.000 Quadratmeter, 15 Geschäfte. Darunter Frisörsalons, erstklassige Bäckereien, unscheinbare Schuhläden, eine Apotheke sowie verschiedene Restaurants. Ich persönlich mag es überhaupt nicht, mal eben „schnell“ in diesem überdimensional großen Etablissement meinen Einkauf zu tätigen und die Geschäfte dort sprechen mich ebenfalls wenig an. Dann lieber zum Edeka Express bei mir um die Ecke. Auch kulturell hat Moosach etwas zu bieten, das Pelkovenschlössl ist das kulturelle Zentrum des Stadtteils. Hier finden unter anderem Konzerte, Lesungen, Ausstellungen oder Poetry Slams statt. Vielleicht nicht jedermanns Sache, aber mir imponiert es. Genug aus dem Nordwestlichen Teil Münchens gesehen, kann man von hier aus direkt mit der Tram oder der Buslinie 51 weiterfahren in Richtung Innenstadt.

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