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Ende der Neunziger Jahre tauchte die „Express Brass Band“ auf Münchens Straßen auf. Gelernte Muster des althergebrachten Musikhörens und der Frontalbeschallung in verrauchten Kellerclubs ignorierend, bespielt die Formation seither alle möglichen und vor allem unmöglich scheinenden Locations. Marschierend auf der Straße, beschwingt beim Frühschoppen oder beinahe orchestral auf großen Festivalbühnen. Unser mucbook-Autor Geist hat mit Wolfi Schlick von der Express Brass Band für mucbook gesprochen.

mucbook: Wie hat das eigentlich angefangen mit der „Express Brass Band“?

Wolfi: Die Ursprünge… es gibt ja immer verschiedene Ursprünge. Es gibt eine Platte bei Trikont, die heißt „Mit gelben Birnen“ und die war von „Sogenanntes Linksradikalen Blasorchester„, also aus den Siebzigern und den frühen Achtziger. Die fand ich schon immer sehr nett. Da war dieses Orchester von Heiner Goebbels und Alfred Harth. Damals hatte der Alfred noch nicht das 23 im Namen und Goebbels war noch nicht Professor in wo auch immer. Und die hab ich in den Achtzigern zufällig am Resi gesehen. Die zwei haben Bühnenmusik für schlag mich tot gemacht. Das fand ich toll, der eine hat Bari-Sax und der andere hat Tenor-Sax gespielt. Das ist der eine Faden.
Der andere ist, dass ich 91/92 ein Jahr in England als Assistant Teacher war. Ich hab da deutsche Konversationsstunden gegeben und hab viele Leute und viele Bands kennen gelernt. Und eine Band war die „Bristol Ambling Band“. Das war eben so eine politische Brass Band in der Tradition von dem „Sogenannten Linksradikalen Blasorchester“. Erst viel später habe ich erfahren, dass es solche Polit-Straßenbands in Italien und überall gibt.
Die „Ambling Band“. Den Namen fand ich super, weil sie eben keine Marching Band sind, sondern eine Ambling Band, sie spazieren halt herum und das war schön. Die waren eine typische, nichtprofessionelle Band, wie die meisten dieser Kapellen. Damals war Nelson Mandela noch im Gefängnis. Wir haben für „Save the whales“, „Free Nelson Mandela“, „Don’t build the tesco on our common ground“ gespielt. Es gab sogar Auftritte bei Radl-Demos, das war immer ein bisschen schwierig. Die Radlfahrer sind immer um uns herum gefahren. Wir waren ja nur eine Ambling Band.
Und eigentlich habe ich davor schon Ende der Achtziger den Ian und den Daniel Enslen kennen gelernt. Damals gab es schon mal ein New Orleans Revival, so wie jetzt auch. Jetzt ist ja gerade die „Hot Eight Brass Band “ sehr angesagt. Dann gibt es noch die „TBC“, die „Soul Rebels“, oder die „Stooges Brass Band“. Jetzt gibt es so viele New Orleans Funky Bands, und die „Hot Eight“ ist wohl die bekannteste – die hast Du noch gesehen, nach uns in Eching. In den Achtzigern gab es schon mal so ein Revival, das wurde losgetreten von eher so Jazzern. Das war die „Dirty Dozen Brass Band“ und dann gab es eine junge Band, die „Rebirth Brass Band“. Das waren Highschool Kids und die haben angefangen so ein bisschen Michael Jackson Songs, aber auch traditionelles New Orleans Zeug zu spielen. Das fand ich immer cool.
Mit Ian und Daniel zusammen hab ich gedacht – woah – wir müssen für den Englischen Garten eine kleine Band machen. Eine, mit der wo man herumlaufen kann. Warum gibt es in München so viele Jazzer aber keiner macht dieses New Orleans Zeug. Und wenn es New Orleans ist, dann ist es immer dieses Dixie-Jazz-mäßige. Das ist auch cool. Also wenn ich mir jetzt alte Münchner Dixieplatten anhöre, dann finde ich das total charmant und nett, aber der Anteil an Dixie ist so groß und der Anteil New Orleans so klein. Das habe ich nie verstanden.
Wie halt die Sachen so sind – ich bin ja jetzt auch kein Zielstrebiger – habe dann bei den „Poets (of Rhythm)“ gespielt.

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mucbook: Die Poets sind ja eher eine klassische Band.

Wolfi: Es ist ein klassische Band, genau, mit Schlagzeug, Hammond Orgel und… aber es geht ja auch immer darum, wie viel Zeit man für etwas hat und verwendet und als die Energie bei den „Poets“ gebunden war, dann war sie natürlich nicht mehr für irgend etwas anderes frei. Irgendwann hat sich das auseinander entwickelt.
Dann kam die Idee mit der Brass Band wieder. Ich hab mir gedacht, hey, genau das mit diesen klassischen Bands langweilt mich so ein bisschen. Dieses „Du hast halt so eine Band und man muss so und so funktionieren und das und das“. Da habe ich mich erinnert, vor acht Jahren warst Du in England und es war eigentlich alles cool und lustig und mit Ian und Daniel wolltest Du schon immer so was machen. Und dann kannte ich auch den Zsolt. Der fand des auch immer cool.
An ein Treffen kann ich mich noch erinnern. Das war mit dem Zsolt und noch einem Posaunisten und mir, das war so als erstes. Und dann kamen sofort wieder Ian und Daniel dazu. Der Posaunist wollte dann eh nicht. Dann kam der Max Weissenfelt von den „Poets“ – der hat damals auch noch bei „Das goldene Zeitalter“ gespielt – und der hat auch gesagt, ja machen wir doch da mal. Dann war es recht schnell die Band. So um 1999.

mucbook: Es ist ja nicht einfach, eine Band mit vier Leuten zu koordinieren. Um wieviel schwieriger mag das dann bei 25 Musikern sein?

Wolfi: Wenn von 25 Leuten zwanzig sagen, ich hab keine Zeit… aber wenn die richtigen fünf sagen, sie haben Zeit, dann geht es schon. Aber was will ich denn machen, wenn ich einen Schlagzeuger, zwei Percussionisten und drei Tuben hab, und dazu eine Posaune. Natürlich gibt es Bands, die mit dieser Besetzung großartige Musik machen können – Howard Johnson oder Ray Anderson – aber bei uns muss es klar sein, dass aus jeder Instrumentengruppe ein paar Leute zusagen.
Wenn eine Anfrage kommt und ich weiß nicht, ob ich es machen kann, dann muss ich die erst einmal vertrösten. Ich muss dann herum telefonieren. Wenn ich weiß, ich hab ein Schlagzeug, zwei Trompeten, ein Saxophon und der Neil ist auch dabei und spielt Banjo und singt, dann kann ich schon mal zusagen. Weil dann wird es schon irgendwie funktionieren. Dann können auch noch mehr dazu kommen.
Es war bei uns relativ wurscht, wie viele kommen. Du machst was aus und ob es dann jetzt acht oder zwölf, oder zwölf oder 17 sind, is scho wurscht.
Die Leute da in Eching, mit denen war es anstrengend. Denen habe ich gesagt, 15 bis 18 Leute kommen. Das war denen zu ungenau. Für mich ist 15 bis 18 eine wahnsinnig genaue Angabe. Acht bis 24 ist für mich einen ungenaue Angabe. Aber ob jetzt 15 oder 18 von uns auf der Bühne stehen, ist in meinen Augen, also vom Kollektiv her gesehen, eh unglaublich genau. Und damit waren die komplett überfordert.

mucbook: Die wollen natürlich wissen, wie viele Mikros da stehen müssen…

Wolfi: Das ist die Professionalitätsschiene und wird immer verhandelt werden müssen. Nicht dass ich das denen übel nehme. Du machst so ein Festival, da spielen an zwei Tagen zwölf Bands oder wahrscheinlich mehr, also eher so 20. Das ist mir schon klar, dass ich da viel verlange. Wer uns verfolgt, dem müsste das aber klar sein, was der Reiz an der Band oder was das Interessante daran ist. Und dann muss man den Leuten beibringen, hey, hört zu, also wir sind ja vielleicht nicht billig, aber im Verhältnis dafür, wie viele wir sind schon irgendwie günstig. Natürlich sind wir kein Headliner, aber genau das, was uns absetzt gegenüber anderen, damit müsst Ihr dann auch zurecht kommen. Wir brauchen nicht jeder ein Bett, sondern es reicht irgend ein Schlafplatz. Es kann dann so sein, dass in dem Zimmer fünf oder neun liegen. Das entscheidet sich erst in dem Moment wenn wir ankommen.
Wenn alle Bands so unüberschaubar groß wären, dann könnten die mit dem Essen gar nicht kalkulieren. Aber wenn von 20 Bands eine so ist, dann müssen sie es halt schlucken, dass diese eine Band so behandelt werden muss. Die anderen sind dafür die Headliner oder was und die verlangen dafür in ihren Technical Rider die Flasche von dem Whiskey und blah. Unser Diventum ist, dass man darauf eingeht, dass man da ein bisschen improvisieren muss. Und da will ich dann trotzdem so behandelt werden. An sich war dann alles gut. Aber wenn die denken, die kommen nur aus München, die brauchen keinen Backstage… wenn einfach 18 Leute mit Instrumentenkoffern ankommen, dann mag man den Koffer auch irgendwo hinstellen.

mucbook: Dann müsst Ihr von vornherein hinschreiben, wir sind 25 und wenn es weniger werden, dann packen wir das übrige Bier ein und nehmen es mit nach Hause.

Wolfi: Wobei es mit fortschreitenden Alter der Band immer mehr Leute gibt die nicht mehr im Schlafsack am Boden irgendwo schlafen wollen. Das ist klar.

mucbook: Ihr experimentiert ja auch immer wieder mit Gesang. Ich sag jetzt einmal experimentieren, weil im Laufe der Jahre mal mehr mit Gesang gemacht wurde, mal weniger. Mal mit Gastsängerin wie in Eching.

Wolfi: Ja, die Rachelle hat mal einen Workshop über Gospelsingen gemacht. Ein paar von uns waren dort und das war ziemlich gut. Dann war sie bei der Releaseparty in München und ist mit eingestiegen. Das war super. Wir haben gedacht, in Eching gibt es eine große Bühne und sie ist eine, die auch das Publikum mitzieht. Das ist an sich nicht mein Hauptinteresse. Mit dem Gesang war es früher so, dass der Zsolt bei Radio Kabul gesungen hat. Das ist ja immer noch der Hit. Das war cool, auch wenn er nur bei vielleicht drei oder vier Liedern gesungen hat. Dann ist der Zsolt irgendwann gegangen, weil Familie mit vier Kindern und Band und Beruf, das geht dann irgendwann nicht mehr. Dann war erst Mal Gesang weg. Dann kam der Neil und wir haben das wie mit dem Zsolt gemacht. Die Band ist an sich nicht mit Gesang, sondern im Programm sind vier Nummern mit Gesang. Vier von 20 Liedern.
Jetzt merkt man schon, dass es interessant mit diesen großen Bühnen ist. Da funktioniert es natürlich viel besser, wenn Gesang dabei ist. Die Leute wollen immer jemanden, der sie direkt anspricht.

mucbook: Der das Publikum dirigiert…

Wolfi: Ja genau. Und der BR, das merkt man auch, die suchen sich dann die Stücke raus, bei denen der Neil singt. Weil der auch ein super Frontmann ist. Wie das weiter geht, wird man sehen. Die Präsenz vom Neil ist natürlich sehr viel wichtiger, seit wir gelegentlich mit größeren Bühnen zu tun haben. Das macht es irgendwie anders.

mucbook: Das macht auch einen Unterschied, ob Ihr als Walking Brass Band unterwegs seid, da hat natürlich keiner eine Gesangsanlage auf dem Rücken …

Wolfi:
Genau, das ist schwierig. Man kann da mit Megaphon manchmal singen.

mucbook: …und auf der großen Bühne, wenn da vorne einfach nichts ist, dann ist es irgendwie leer.

Wolfi: Der Neil macht das geradezu perfekt, der ist so da und er ist aber so ein Nichtanimateur. Der sagt nie zu den Leuten „Jetzt singt mit“ oder so. Die singen halt mit oder sie tun es nicht. Der Neil hat dieses Englische, Zurückhaltende. Nicht, dass ich das andere nicht auch mag. Wie wir jetzt mit dem Chuck Perkins unterwegs waren, der immer so „New-Orleans-volle-Kante-drauf“ und „los-mach-mit“-mäßig drauf ist. Das ist schon auch cool. Dann brauchst Du eben solche Leute. Aber mir sagt das auch nicht so viel.

mucbook: Das Publikum ist ja gerne fixiert auf einen, sagen wir einmal Leader.

Wolfi: Da bin ich wie mit den Veranstaltern, da muss das Publikum eben was lernen. Jetzt aber nicht in dem Sinn, die sind blöd, die verstehen nicht, sondern ein bisschen in dem Sinn, ich muss mich auf der Bühne wohlfühlen, egal, ob jetzt der Neil da ist oder nicht. Und das Publikum fängt damit was an oder nicht.
Mir würden bei so einer großen Band verschiedene Sänger besser gefallen. Wenn drei oder vier Leute aus der Band, gute Sänger wären, und bei manchen Liedern singt halt der oder die. Natürlich auch immer gut, wenn man Mann und Frauenstimme hat. Die Tesi singt ja auch manchmal. Aber wir haben das noch nicht so richtig ausprobiert.
Ich spiele zwar lieber am Platz, auch wenn ich draussen spiele. Das ist immer schwierig, wenn Du mit Congas herumlaufen sollst. Wir spielen auch meistens mit Set und nicht aufgeteilt in Bass-Drum und Snare-Drum. das ist immer nur die Notlösung. Deswegen sind wir gar nicht so neworleansig oder balkanmässig. Aber das wäre mein Wunschtraum, dass man verschiedene Leute hat, die dann vortreten, und für des Lied sozusagen der Leader sind. Und dann machen sie wieder was anderes. Das kann ein Publikum schon akzeptieren lernen.

mucbook: Es hat ziemlich lange gedauert, bis Ihr eure erste CD raus gebracht habt. Und dann noch mal ziemlich lange, bis die zweite kam.

Wolfi: Eigentlich ist die erste im Rückblick sogar schnell gekommen. Wir haben ’99 angefangen zu spielen und 2003 aufgenommen und die CD auf den Markt gebracht. Also vier Jahre…

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mucbook: …andere Bands spielen drei Monate und bringen eine Platte raus…

Wolfi: Dass es dann zehn Jahre dauert, bis die nächste kommt, des hätte ich natürlich auch nicht gedacht.

mucbook: Eine Platte ist ja schon etwas besonderes, das passiert ja nicht alle Nase lang. Oft ist das dann was einschneidendes. Ich kannte Bands, die lösen sich anschließend auf, die sagen, jetzt haben wir unseren Zenit überschritten, lass gut sein. Andere sagen, jetzt müssen wir nach vorne raus gehen, jetzt werden wir berühmt.

Wolfi: Das Lustige war, dass der Achim von Trikont gesagt hat er habe „keine Lust, dass die dann aufhören“. Es wirklich auch ein Kampf, eine Platte raus zu bringen. Auch für mich. Wir haben in der Zeit nach der ersten Platte öfters versucht, wieder was aufzunehmen. Die erste Platte ist ja im Amerikahaus entstanden. So am Stück. Die ist letztlich auch nur herausgekommen, weil wir die nicht alleine gemacht haben. Der Wolfi Farkas von der Blumenbar wollte einen Sampler mit lauter Leuten die er kannte und nett fand. Also einen „Freunde der Blumenbar machen Musik“ Sampler. Und so war die Platte dann ja irgendwie auch. Da gab es eine klassische Pianistin und der damals schon 90 jährige Großvater vom Wolfi hat zwei ungarische Trinklieder eingesungen. Aufgenommen haben wir aber alles in zwei oder drei Tagen im Amerika Haus. Wie ich das dann gehört hab, hab ich gedacht, das brauch ich nicht auf dem Markt. Dann kam das aber trotzdem raus. Später haben wir immer wieder aufgenommen und es ist nie so geworden, wie man sich das vorstellt. Wir haben versucht, was zusammenzustellen, dann sind wir zu Trikont hin und die haben das total uninteressant gefunden. Stimmt ja auch irgendwie. Dann haben wir uns halt Zeit gelassen.
Die Band, die sich auflöst oder berühmt werden will, das sind so und so viele. Fünf Leute vielleicht. Die überlegen sich dann, was sie machen wollen. Mit 20 kannst Du nicht überlegen… also Du musst schon überlegen, was Du machen willst aber Du kannst nicht sagen, ach toll, wir werden jetzt berühmt und jetzt leben wir alle davon. Das wird nie gehen.

mucbook: Das ist bei der Menge schwierig.

Wolfi: Das müssen die Leute in der Band auch lernen. Sie können nicht davon ausgehen, dass sie ohne Ausbildung in so einem großen Ensemble spielen und davon leben können.
Eine Pop-Band muss natürlich auch nicht ausgebildet sein. Eine Pop-Band muss nichts studiert haben, die müssen einfach gut sein.
Aber wenn man so operiert wie wir, ohne jemals viel geübt zu haben. Dass man plötzlich davon leben kann, in einem Markt, der auf sehr eng geschnittene Produkte ausgerichtet ist. Ich denke auch nicht, dass jemand von uns ernsthaft darüber nachdenkt, daran glaubt. Wenn dann plötzlich so Aufmerksamkeit kommt, dann denkt man schnell, so, jetzt geht es bergauf.

mucbook: Wenn Ihr von der Band leben wollen würdet, dann müssten ja die Gagen…

Wolfi: …dann müssten wir 20.000 Euro kriegen. Und das müsstest Du dann auch vier Mal im Monat haben. Da braucht keiner drüber nachdenken, des geht einfach nicht. Deswegen spielen ja auch viele in kleineren Bands. Dann spielst Du zu viert oder zu fünft irgendwo und dann kommst Du schon in die Gegend, dass Du öfters 1000 Euro kriegst.

mucbook: …bei vier Leuten ist das schon ein Geld. Bei 20 gerade mal für die Kaffeekasse…

Wolfi: Genau. Aber auch bei vier Leuten kannst Du in München immer noch nicht davon leben. Das ist klar. Da müsste man fünf mal die Woche spielen aber des kriegt man nicht hin.
Natürlich lehne ich langsam irgendwelche Anfragen für „Ihr könnt bei uns spielen, wir machen ein Sommerfest, und da kommen 600 Leute und die hören Euch alle und, naja, Geld kann es aber leider keins geben oder wir können gerade einmal eine Unkostenpauschale zahlen“ ab. So was musst Du dann öfters absagen. Klar am Anfang hat man da gespielt, weil man sich gefreut hat, dass man überhaupt spielen konnte. Man hat nur fünf oder zehn mal im Jahr gespielt. Aber jetzt ist es so, wenn viele Anfragen kommen, die auch bezahlt sind, dann wird es für manche Sachen halt einfach schwieriger. Oder es ist wieder dieses Interesse da. Dann ist auch jemand schnell persönlich beleidigt, wenn die anderen für das was Du machen willst, nicht spielen wollen. Ich erinnere mich noch, dass ich für eine Demo für den Taksim Platz spielen wollte. Als wir in Istanbul spielten, waren wir auch im Gezi Park und deswegen hatte ich einen persönlichen Draht dazu. Es gab vor der Uni ein Zeltlager und wir haben da gespielt. Aber wir waren nur ganz wenige. Ich hab mich total geärgert, dass da nicht mehr Leute gekommen sind. Die wollten am Wochenende lieber bei der Familie bleiben. Aber es ist dann halt so.

An dieser Stelle wird Kaffee gereicht und das Diktiergerät ausgeschaltet. Mühelos hätten wir unser Gespräch noch über Stunden fortsetzen können. Das vielleicht ein anderes Mal.

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