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Endlich: Das Flüchtlingsheim in Neuperlach ist jetzt bewohnt!

Anna-Elena Knerich

ist francophil und Europtimistin. Denkt (zu) viel und schreibt deshalb. Am liebsten über Kultur, die Helden des Alltags und das Thema mit dem "Zuhause".
Anna-Elena Knerich

Es war ein Politikum, das um die Welt ging: Das Neuperlacher Flüchtlingsheim, vor das „aus Lärmschutzgründen“ eine vier Meter hohe Mauer gebaut wurde und das danach über ein Jahr leerstand – bis gestern. Denn nach langem Hin und Her sind am 27. November die Bewohnerinnen der Unterkunft für geflüchtete Frauen Ramersdorf in die Nailastraße umgezogen.

Nun leben alleinerziehende Frauen und Kinder in der Unterkunft

Bis dahin war es allerdings ein weiter, ja absurder Weg, der einen fassungslos bis wütend machen konnte. Statt diesen nochmal wiederzugeben, sei hier lieber auf die pointierte Zusammenfassung von Quer verwiesen:

Ein verfrühtes Weihnachtsgeschenk für Helfer und Bewohner

Die Skepsis der Helferinnen und Helfer ist angesichts dieser „unendlichen Behördengeschichte“ berechtigt. Doch gestern fand diese nun tatsächlich ein glückliches Ende – auch wenn statt der urprünglich geplanten 280 unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge jetzt erst einmal 30 Bewohnerinnen in der Unterkunft leben.

Das sei aber auch nur der erste Schritt gewesen, sagt eine Sprecherin des Sozialreferats. „Bald soll auch der zweite Flügel der Unterkunft bezogen werden, von Frauen und Kindern aus anderen Heimen.“ Insgesamt sei Platz für 160 Personen.

Brief an die Anwohner: „Für ein gutes Nachbarschaftsverhältnis“

Auch die Stadt ist in dieser Angelegenheit vorsichtiger geworden: Bevor die ersten Bewohnerinnen in die Nailastraße 10 einzogen, schrieb der Leiter vom Amt für Wohnen und Migration einen Brief an die Anwohner und bereitete sie auf ihre neuen Nachbarn vor.

Darin heißt es unter anderem: „In der Unterkunft wird rund um die Uhr Personal vor Ort sein, das auch für Sie als Nachbarinnen und Nachbarn als Ansprechpartner zur Verfügung stehen wird.

Integration durch Kommunikation

Der Brief entstand vor dem Hintergrund der Klage, die zum Bau der Mauer führte. „Sollte irgendetwas sein, haben die Anwohner nun eine direkte Anlaufstelle vor Ort“, erklärt die Sprecherin des Sozialreferats.

Gleichzeitig sei dieser Brief auch ein Aufruf zur Kontaktaufnahme mit den neuen Nachbarinnen: Nur durch gute Verständigung könne eine Integration gelingen – und bestenfalls auch ein „nachbarschaftliches Verhältnis“.

Ehrenamtliches Engagement jederzeit willkommen

Der Helferkreis Nailastraße freut sich natürlich auch über die Inbetriebnahme des Heims, will aber nichts überstürzen. Schließlich sei das so genannte „Frauenhaus“ ein sensibles Thema, sagt Walter Meyer: „Wir haben vereinbart, dass der Umzug in Ruhe bewerkstelligt werden soll. Danach erst werden wir uns mit dem Träger zusammensetzen, um unsere Hilfe zu organisieren.“

Der Träger besteht aus der Kooperation Condrobs/Frauenhilfe/pro familia, die auch schon für die Frauenunterkunft in Ramersdorf zuständig war. Wer sich bei der Betreuung der Flüchtlinge engagieren will, kann sich bei der Trägerkooperation oder beim Helferkreis melden.


Beitragsbild: © Anna-Elena Knerich

1Comment
  • Hannah Stein
    Posted at 13:19h, 19 Januar

    .. und dann wurde es doch noch verwendet. Aber dafür sind die Flüchtlinge anderswo ausgezogen.

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