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„ÜberFrauen“ – eine Talkrunde von Frauen, mit Frauen, für Frauen.

Anna-Elena Knerich

ist francophil und Europtimistin. Denkt (zu) viel und schreibt deshalb. Am liebsten über Kultur, die Helden des Alltags und das Thema mit dem "Zuhause".
Anna-Elena Knerich

Wir alle kennen und bewundern eine oder mehrere von ihnen, obwohl sie sich selbst nie als solche bezeichnen würden: die „Überfrauen“. Denn obwohl sie enorm viel leisten, alles alleine hinbekommen und einfach nur bewundernswert stark sind, zweifeln dennoch viele Frauen an ihren Stärken und an sich selbst. Meist vollkommen unbegründet, findet auch Anika.
Anika selbst hat vieles auf die Beine gestellt – vieles, worüber manch einer nur den Kopf schüttelt, staunt, sie bewundert oder beneidet: Sie ist ausgebildete Schauspielerin, bloggt auf anidenkt. über ihre Reisen, ist freie Autorin für unterschiedliche Magazine – und war vor allem gute zwei Jahre lang eine tolle MUCBOOK-Chefredakteurin!
Doch als wäre das noch nicht genug, hat sie nun auch noch ein Buch geschrieben (das 2017 im Goldmann Verlag erscheinen wird) und die Veranstaltungsreihe „ÜberFrauen“ ins Leben gerufen. Was es damit auf sich hat, erzählt sie euch selbst:

1. Stell uns „ÜberFrauen“ kurz vor: Wie bist Du auf dieses Projekt gekommen und woher hat es diesen Namen?
Ich hatte eines dieser langen, tollen Gespräche mit einer guten Freundin, die davon erzählte, dass sie eigentlich beruflich schon so viel erreicht hat und trotzdem oftmals Zweifel hat, sich selbst und den Anforderungen im Job gerecht zu werden. Frauen sind oftmals sehr kritisch im Umgang mit sich selbst. Daraufhin habe ich einen Artikel dazu geschrieben und beschlossen, eine Veranstaltungsreihe zu gründen. Eine kleine Talkrunde mit drei Frauen, die etwas zu erzählen haben, weil sie viele Dinge gleichzeitig meistern, alleinerziehend sind, was auch immer.
Der Name ist in einem Brainstorming entstanden, lustigerweise von meinem Freund kreiert und nicht von einer Frau oder mir selbst. Ich mochte sofort die Doppeldeutigkeit und dass es ganz schlicht auf den Punkt bringt, worum es geht.

2. Wie lange hast Du die Idee schon? Und gab es ein besonderes (persönliches) Ereignis, wonach Du gesagt hast: „So. Jetzt MUSS ich das Projekt aber wirklich umsetzen!“ ?
In dem besagten Artikel habe ich angesprochen, ob es nicht schön wäre, wenn es eine Plattform gäbe, bei der Frauen sich inspirieren und helfen können, anstelle zu neiden oder sich leisen Zweifeln hinzugeben. Ich hatte das eigentlich nur so in den virtuellen Raum geworfen, aber das Feedback war überwältigend. Als dann eine befreundete Veranstalterin sagte, dass es eine gute Idee sei, habe ich es umgesetzt. Ich muss es jetzt einfach mal ausprobieren.

anika_landsteiner3. Du bist Bloggerin und Autorin – und hast wahrscheinlich sehr wenig Zeit, trotzdem hast Du jetzt so ein Projekt ins Leben gerufen. Wie würdest du deine Tätigkeiten in drei Worten beschreiben?
Nicht drei Worte, aber drei Bilder: Kreativität auf Knopfdruck, lange Wartezeiten, abwechslungsreiche Themen.

4. Wie lange hat die Organisation von „ÜberFrauen“ gedauert?
Gar nicht lange. Zwei Frauen haben gleich zugesagt, bei der dritten hat es etwas gedauert, da manche Wunschkandidatinnen keine Zeit hatten. Die Location war auch schnell gefunden, da ich mit dem Café Lotti und dem angeschlossenen Frauennetzwerk tolle Partner gefunden habe, die sofort mit im Boot waren. Das war natürlich ein Geschenk.

5. Wer ist alles daran beteiligt? Gab es auch Schwierigkeiten oder Hindernisse bei der Planung?
Beteiligt sind das Café Lotti, ich und die drei geladenen Frauen. Sehr übersichtlich und dadurch auch sehr angenehm zu gestalten. Schwierigkeiten gab es nicht wirklich, ich habe etwas überlegt, wen ich zum ersten Abend einlade, weil mir wichtig war, dass ich alle drei Frauen in irgendeiner Form bereits kenne und wir uns auch mögen. Ich wollte für den Anfang ein bisschen Sicherheit.

6. An wen richtet sich „ÜberFrauen“ hauptsächlich und was soll es auslösen?
Grundsätzlich an alle Frauen, egal, was sie tun und an welchem Punkt im Leben sie stehen. Die Geschichten der Talkgäste sollen einfach inspirieren. Ich wünsche mir, dass wir uns alle gegenseitig mehr helfen und voneinander profitieren. Ich habe mir so viel selbst beigebracht, weil ich kein Geld hatte, jemanden zu engagieren, der es gemacht hat. Das hat mich im Nachhinein gestärkt und selbstbewusster gemacht und das wiederum ist etwas, das ich gerne weitergebe.
Was es auslösen soll – so weit habe ich noch gar nicht gedacht. Es soll einfach ein guter Abend werden, der nachklingt. Das würde mich glücklich machen.


logo_c_anika_landsteiner7. Was unterscheidet dieses Projekt von allem, was Du bisher gemacht hast? Was ist einzigartig und neu daran?
Alles! Ich bin arbeitstechnisch eigentlich eine Einzelgängerin, sitze an meinem Schreibtisch, in Cafés oder Hotelbetten und verfasse Texte oder Bücher. Jetzt auf einmal bin ich auch Veranstalterin, die organisiert und den Abend moderiert. Das alles ist neu und ungewohnt. Vom Schreibtisch zurück auf die Bühne beziehungsweise unter Menschen.

8. Warum ist München der richtige Ort, um so ein Projekt auf den Weg zu bringen?
München ist eine Großstadt und trotzdem so klein, dass man sich immer wieder über den Weg läuft und viele Leute über verschiedene Ecken kennt. Dadurch ist es relativ einfach, Netzwerke aufzubauen und davon zu profitieren.

9. Was liebst du an München?
Im Sommer ist sie eine der schönsten Städte, die ich kenne. Ich mag die Ruhe und Gelassenheit. München ist für mich Heimkommen. Ich bin viel unterwegs und wenn ich dann aus der U-Bahn steige und den Weg zu meiner Wohnung laufe, bin ich immer froh, wieder hier zu sein, egal, wie toll die Reise war.

10. Grenzt du „ÜberFrauen“ zeitlich ein oder ist es als Dauer-Projekt konzipiert?
Das hängt ganz vom Feedback ab. Ich kann mir vorstellen, dass es ganz große Kreise zieht. Es kann aber auch eine Veranstaltungsreihe in kleiner Runde bleiben. Who knows.

11. Wo finden die Veranstaltungen statt und wer kann alles mitmachen?
Der erste Abend im Café Lotti und ich schaue mir an, wie das funktioniert. Es kann jede Frau vorbeikommen, indem sie sich kurz per E-Mail anmeldet. Generell ist die Veranstaltung geplant als etwas von Frauen für Frauen, aber wenn Männer interessiert sind, was für tolle Frauen sie da eigentlich haben, dürfen sie auch gerne vorbeikommen.


In aller Kürze:
Was?
Talkrunde mit drei ÜberFrauen
Wann?
Am 15. September 2016, 19 Uhr
Wo?
Im Café Lotti
Wie viel?
5 €, Anmeldung an: lotti@cafe-lotti.de

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