Kinogucken, Kultur

„Sterben nicht vorgesehen“

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Einer von drei Filmen der Kunsthochschule für Medien Köln die am Samstag gezeigt wurden besticht durch seine persönliche und doch nüchterne Bebilderung einer Familiengeschichte.

Der Kurzfilm von Matthias Stoll erzählt in einer Mischung von Familienfotos und animierten Erinnerungen von einer Vater Sohn Beziehung.

Matthias Vater Klaus ist an Krebs gestorben. Seine Erinnerung scheint wie ein Bilderbuch, das kleine Bruchstücke aufgreift und nochmal auf Play drückt. Es sind Erinnerungen, deren Zeugnisse sich langsam über die Jahre ausgebügelt haben, wie der abgebrochene Zahn, der von einer gemeinsamen Fahrradtour stammte. Was bleibt sind nur die Bilder. Bilder vom Hausbau, dem Arbeitsplatz, den Ferien. Und die Suche nach Ähnlichkeiten: dem gleichen Blick beim Gitarre spielen, dem gemeinsamen Werkeln.

Matthias‘ Vater, der kein Typ zum Sterben ist, schreibt seinem Sohn mehr oder weniger leichtherzige Briefe über seine Chemo, während der Sohn auf Reisen ist, Krankheit und Tod seines Vaters nur über Briefe erlebt. Sein Tod scheint wie der Sturz vom Rad: ein schnelles unerwartetes Aufschlagen. Ende.

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