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Was wäre wenn? Die Weihnachtsgeschichte der MUCBOOK-Redaktion

Marie Höcker

Marie Höcker

München trifft Italien. Heimat trifft Sehnsucht. Liebe trifft Leben. Sonne trifft Herz. - Schreibelust und Fingerfarben. Das bin ich.
Marie Höcker

Ja, es weihnachtet. Inzwischen weihnachtet es sogar sehr. Und auch in die MUCBOOK-Redaktion sind Lebkuchen, Spekulatius und Schoki-Nikoläuse eingezogen und versüßen uns die Arbeit.

Höchste Zeit, das ganze Weihnachtsfest und seine ja doch sehr persönlichen Traditionen mal genauer unter die Lupe zu nehmen. Dafür habe ich mir Zettel und Stift geschnappt und bin damit quer durch unsere Redaktion gezogen. Von den Praktikantinnen über unsere Redakteure bis hin zum Chef höchstpersönlich, habe ich nachgehakt und mir die spannendsten Geschichten rund ums Weihnachtsfest gesammelt – und noch ein bisschen weitergesponnen.

Weihnachten feiert man ja mit seinen Liebsten, warum also nicht mit den liebsten Kollegen Münchens: der MUCBOOK-Redaktion.

Nur mal rein hypothetisch, wir würden alle zusammen feiern – das würde dabei herauskommen:

Die Vorweihnachtszeit ist gespickt mit Weihnachtsradio, -filmen und -leckereien. Mehr oder weniger sanft gleitet man in vorweihnachtliche Atmosphäre und Stimmung.

Wir schreiben also den ersten Advent, ein Sonntag natürlich. Vermutlich schneit es nicht, aber vielleicht ist es zumindest grau, kalt, eisig, frostig – zapfig halt, zugegeben…herbstlich zapfig.

Doch wir sind gewappnet. Haben Experten für jedes Gebiet:

Für die kleine, aber feine Abgrenzung in der Stimmungsnote zwischen „einfach nur Herbststimmung“ zu „1.Advent“ weiß unsere Praktikantin Vivi zu sorgen:

„Weihnachten beginnt für mich am ersten Advent. Dann wird die Weihnachtsdekoration aus dem Keller geholt, alte Weihnachtsmusik aufgelegt, Tee geschlürft und die erste Kerze auf dem Adventskranz angezündet.“

Außerdem auf dem Programm heute: ein Weihnachts-Spaziergang. Auch das ein Geheimtipp von Vivi:

„Die Dekoration in der Stadt läutet bei mir jedes Jahr die Weihnachtsstimmung ein. Besonders schön sind Kaufhäuser wie Lodenfrey oder Galeria Kaufhof geschmückt (vor allem die Kinderabteilungen!), oder die dekorierten Laternen auf den Straßen. Das lässt mich jedes Mal aufs Neue in alten Erinnerungen schwelgen“.

Stephi ist da eher pragmatisch:

„Weihnachten beginnt für mich mit der Bratwurst in der Semmel auf dem Pink Christmas mit Williams-Shot und Gloria Gray on Stage.“

Punkt.

Auch ein weitverbreiteter und beliebter Adventssonntagsbrauch: Plätzchen backen! Wer tut das schließlich nicht? Die Antwort folgt zugleich – von Jan K, aus der Chefredaktion:

„Das mit dem selber backen ist ja so ne Sache. Hab ich tatsächlich einmal probiert, um dann ganz klar und eindeutig feststellen zu müssen: Es gibt Leute, die können das richtig gut.“

Jan K scheint sich selbst aber zu diesem Personenkreis nicht wirklich dazuzuzählen. Auch gut, denn er hat Konkurrenz – und das gleich doppelt. Während er die Weihnachtsbäckerei seiner Oma aus der Schweiz anpreist, lockt außerdem folgende Anekdote von Marco:

„Die weltbesten Plätzchen (und das ist keine Übertreibung) bäckt meine Frau Conni! Es soll Menschen geben, die beim Verkosten feuchte Augen bekommen. Kürzlich drohte eine Person aus der Verwandtschaft sogar damit, Conni persönlich zum Backen zwingen zu wollen, weil sich ihr Plätzchen-Vorrat dem Ende neigte.“

Dieses Zitat entstammt nicht der Feder meiner Gedankenreise, sondern entspricht dem Wortlaut unseres Chefs höchstpersönlich. Plätzchendiskrepanz also zwischen Marco und Jan K.

Aber damit nicht genug. Es kommt noch eine dritte Meinung dazu von unserem Redakteur Julius:

„Plätzchen mag ich nicht, also bleiben Stollen oder Lebkuchen. Lebkuchen, wenn selbst gemacht, sonst Stollen.“

Kurz und knackig – ich merke, wir haben wohl doch einen Gegenpol zu Vivis Weihnachtseuphorie. Zumindest haben wir aber dank unserer Praktikantin fast alle ein kleines bisschen Lust auf Weihnachten bekommen.

Weihnachtlicher Alltag

Zeitsprung – der Alltag ruft auch in der Vorweihnachtszeit. Artikel wollen geschrieben werden, Facebook will „bepostet“ werden und Emails pingen. Heute auf der Liste: „Ja ist denn heut’ scho Weihnachten?“ – ein Weihnachtspost, dessen technische Verwirklichung sich schwieriger gestaltet als erwartet und den schmalen Grat zwischen weihnachtlicher Stimmung und Verstimmung schön untermalt.

„Wenn das Ping-Geräusch der eingehenden E-Mails am 24.12. seltener wird – und am 25.12. nahezu verstummt, DANN ist Weihnachten“ lautet die Belehrung aus der Chefetage.

Die kommenden Wochen sind also umrahmt von Email-Plings und den Plätzchen von Jans Oma aus der Schweiz (wir haben uns geeinigt, dass ihr die Vorweihnachtszeit gebührt, Marcos Conni dann dafür am Weihnachtsabend brillieren wird).

Im Herzen der Redaktion naheliegend: das Thema Weihnachtsmedien. Aus der medialen Perspektive ist die Redaktion, zumindest wenn es um Weihnachten geht, eher traditionell eingerichtet. Ob Buch, Filmmaterial oder auditiv, ob als Konsument oder Produzent, unserer Profession folgend beäugen, prüfen und rezensieren wir alles kritisch, was uns im (Weihnachts-)Alltag in die Finger kommt. Nicht umsonst befinden wir uns in einem Medienhaus und wissen unsere Möglichkeiten auszuschöpfen.

Wer also heute Abend noch ein wenig Leerlauf hat, erhält bei MUCBOOK eine kleine Auswahl an weihnachtlich-geistiger Bildung und Beschäftigung: Ronja, ebenso aus der Chefredaktion, und Julius empfehlen dazu Astrid Lindgren, ‚Drei Haselnüsse für Aschenbrödel’ oder diese Playlist für die Musikkritiker unter uns.

Geschenke. Geschenke?

Eines wird es aber auf keinen Fall geben: einen Geschenkemarathon. Ronja ist da ziemlich klar: „Weihnachtsgeschenke? An Weihnachten selbst verschenke ich aus Prinzip nichts. Diesem Geschenke-Kauf-Zwang habe ich schon vor Jahren abgeschworen. Lieber koche ich für meine Familie und verbringe Zeit mit ihnen.“

Vermutlich würde da keiner von uns widersprechen wollen und irgendwie macht es alles sehr viel gemeinschaftlicher und entspannter, finde ich.

Und was gibt es zu essen?

Was uns allerdings gleich zu einer weiteren ganz essentiellen Frage bringt. Die Köchin hat sich bereits gefunden, aber: Was gibt’s an Weihnachten eigentlich zu essen?

Der eine mag’s so, der andere aber gar nicht. Bratwurst in der Semmel – der deutsche Würstchen-Klassiker? Menü à la Braten-aus-dem-Rohr-mit-Beilage-und-Dessert? Das Macht- und Zauberwort kommt erlösend von ganz oben (Marco):

„Gnocchi! Schnell und einfach wie Wienerl, begrenzt sich bei der Soße aber nicht auf Senf und Ketchup.“

Alle Schnellköche, Gourmets, Italienfans und Lieferspeisekartenkenner und auch die Ansprüche unserer Köchin scheinen befriedet. Ende Alles gut.

Und schließlich ist er da. Der heilige Abend.

Halbbrüder, Stiefgeschwister und –eltern aus allen Richtungen, Mamas, Papas, Onkel, Omas und Schwestern. Lebensabschnittsgefährten und Ehegattinnen, Geschiedene zweiten Grades und Großtanten, alle sind sie angereist, ins Münchner Westend.

Besonders gespannt bin ich auf Jan Ks Schweizer Familie. Traditionell macht es sich die jüngere Generation wohl zur Aufgabe, jeglichen essbaren (sprich: Schoko-) Weihnachtsbaumschmuck im Laufe des Abends zu vernichten und nicht abzulassen, bis das Ziel erreicht ist: ein Weihnachtsbaum voller Schnürchen mit einem Rest Alufolie. Über Geschmack lässt sich ja bekanntlich streiten, so wohl auch bei der Weihnachtsdeko.

Weihnachten und das Christkind können kommen – wenigstens sind wir uns einig, dass es aber rein theoretisch das Christkind wäre, nicht der Weihnachtsmann: „Bei uns kommt NATÜRLICH das Christkind.“ Aber bitte auch mit Glöckchen. Die Meinung von unserem Redakteur Jan RVs steht fest.

Während Vivi vielleicht noch ein letztes mal für dieses Jahr Wham! in ihrer theatralischsten Version zum Besten geben würde, wäre das vielleicht nicht die Nachstellung der traditionellen Weihnachtsgeschichte, aber dafür ein wirklich einzigartiger und wie ich finde, sehr sympathischer Abend zum Er- und Verleben.

Als ich langsam wieder in der Mucbook’schen Realität ankomme, habe ich das Gefühl, die Weihnachtsfragerei hat tatsächlich etwas Weihnachtliches in die Luft gezaubert: Vor unserem Fenster ruft ein Weihnachtsmann, (ja, ein Weihnachtsmann) sehr ausdauernd „Ho Ho Ho“ …

… der Schoki-Nikolaus auf dem Schreibtisch nebenan hat in der Zwischenzeit auch seinen Kopf verloren. Auf meinem Laptop pingt es, eine Nachricht von Julius:

„Find’ die Fragen etwas lame. Ronja hat gesagt ich soll antworten, weil du damit Großes vorhast. Aber interessiert es unsere Leser wirklich, was wir am liebsten essen?“

*Puff* – Gedankenexperiment beendet.

Und vielleicht ist das auch mein Wunsch zu Weihnachten – alle und alles nicht so ernst nehmen und es so machen wie Melanie, unsere Magazin-Chefin, mit ihrem Weihnachtswunsch:

„Ruhe und Zeit. Und zwar in allen ihren Facetten und Ausmaßen.“

Weihnachten in der MUCBOOK-Redaktion – vielleicht sollten wir es für’s nächste Jahr nicht nur bei einem Gedankenexperiment belassen!

Frohe Weihnachten Freunde!

 

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