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Alles Neu am Bahnwärter Thiel – Im Gespräch mit Daniel Hahn

Viel geredet und gemunkelt wird dieser Tage über den Bahnwärter Thiel am Viehhof. Vier Jahre Nutzung sind von Seiten der Stadt abgesegnet. Es ist somit das vorerst langfristigste Projekt des Teams um Daniel Hahn. Dennoch scheint jeder Tag der verstreicht, ohne dass man in den „Regelbetrieb“ startet, irgendwie auch ein verlorener. Um nicht der Gerüchteküche anheim zu fallen, wollten wir uns mit Daniel Hahn persönlich zusammen setzen: Infos aus erster Hand sozusagen.

Gesprächsstoff gibt es ja mehr als genug – auch die Fertigstellung der MS Utting scheint etwas ins Stocken geraten. Was wäre ein geeigneterer Platz, dieser Frage nachzugehen, als auf dem Viehhof-Gelände? Im Bauwagen auf der lebendigen Bahnwärter-Baustelle im Schlachthofviertel treffen wir einen gut gelaunten und auskunftsfreudigen Daniel Hahn zum Gespräch über den Status quo und seine Visionen für das Gelände.

Was geht, Bahnwärter Thiel?

Mucbook: Hallo Daniel, letztes Wochenende gab es ja die ersten beiden Parties im Bahnwärter Thiel. Geht es nun also richtig los?

Daniel Hahn: Am Wochenende hatten wir eigentlich eher ein „Baustellenfest“. Es wird auf jeden Fall noch ein paar Wochen dauern, bis wir hier wirklich fertig sind. In den Regelbetrieb können wir erst gehen, wenn alle Genehmigungen dafür vorliegen. Das hier wird sicher nie „ganz“ fertig sein – ein paar große Punkte der To Do-Liste fehlen momentan aber eindeutig noch. Wenn die erledigt sind, können wir grundsätzlich starten und uns dann mehr um die Feinheiten kümmern. Priorität ist aktuell auf jeden Fall, den Bahnwärter Thiel fertig zu stellen. Dann gibt es ja aber auch noch das Atelier-Areal, das außen herum liegt. Diese Container werden auch noch ausgebaut.

Mucbook: Was passiert in diesen Containern?

Daniel Hahn: Da kommen wirklich ganz verschiedene Projekte rein. Durch die Container und die zusätzlichen U-Bahn-Wägen und Straßenbahnen, die auch noch hier her kommen, versuchen wir Raum zu generieren für eine Vielzahl an Initiativen und Künstlern, die dann darin arbeiten können.

Mucbook: Ich habe gelesen, dort soll es Ateliers, aber beispielsweise auch Proberäume geben. 

Daniel Hahn: Genau, Proberäume, Werkstätten, Tonstudios. Wir haben auch eine Bewerbung für eine Kita vorliegen. Das finden wir eine total schöne Idee, weil viele aus unserem Team ebenfalls schon junge Eltern sind. Du kannst hier arbeiten, hast aber auch dein Kind in der Nähe und es ist gleichzeitig gut betreut. Das ist toll, wenn man das kombinieren kann. Es soll hier werden wie so ein kleines Stadtviertel. In einem Waggon kommt eine Kantine mit kleiner Karte und gutem Essen rein. Da können wir dann alle immer gemeinsam zu Mittag und Abend essen. Dort können dann auch die verschiedenen Projekte sich treffen und miteinander quatschen. So entstehen sicher auch neue Ideen und Netzwerke. Es ist also wirklich ein sehr umfangreiches und langes Projekt!

Mucbook: Und zur anderen Seite des Viehhofs wird das neue Volkstheater gebaut, eure neuen Nachbarn sozusagen. Das hat aber mit euch erst mal nichts zu tun?

Daniel Hahn: Genau, mit uns hat das erst mal nichts zu tun, aber wir freuen uns total auf das Theater, weil Theater und die Produktionen für mich grundsätzlich immer spannend sind. Es soll dort beispielsweise auch eine recht große Probebühne geben. Ich glaube, das wird sich vom Publikum her sehr befruchten und eng miteinander verwoben sein. Wie ähnlich das hier zum alten Volkstheater wird, muss man sehen. Ich glaube schon, dass sich das Volkstheater hier an der neuen Spielstätte verändern wird. Aber ich finde, das ist ein spannendes Projekt – gerade mit der Probebühne eben.

„Wir freuen uns total auf das Theater“

 

Mucbook: Wie es hier am alten Schlachthof weitergeht, stand ja einige Jahre zur Disposition. Natürlich war und ist die Fläche hier umkämpft. Die Viehhof-Kino-Betreiber und die umliegenden Lebensmittelfabrikanten meldeten vor einiger Zeit Sorge wegen den geplanten Änderungen an. „Kultur darf andere Kultur nicht verdrängen“ war die essenzielle Forderung des damals gebildeten Bündnisses. Du siehst einer harmonischen Zukunft gelassen entgegen?

Daniel Hahn: Man kann da immer beide Seiten verstehen. Natürlich ist das Gelände, so wie es jetzt war, sehr charmant und an sich ein sehr wichtiger Ort für die Stadt. Auf der anderen Seite ist es auch nachvollziehbar, dass es das Bedürfnis gibt, diesen Leerstand und diese große Brachfläche zu nutzen und zu entwickeln, in einer Stadt, in der es so hohe Wohnungsnot gibt und auch Gewerbetreibende schwer Räume finden. Das macht schon Sinn für mich. Andere sagen wiederum, man muss so eine Veranstaltungsfläche im Stadtbild erhalten.

Die Anbindung hier ist zudem ja auch super: man hat die U-Bahn in der Nähe und es ist ein sehr großes Einzugsgebiet. Das Viertel ist sehr spannend und pulsierend. Es ist schon auch wichtig, dass es da noch Alternativen zur Theresienwiese gibt. Auch die angrenzenden Gewerbetreibenden haben sich mit den Kulturformaten hier vertragen. Ich glaube, es ist wichtig, dass man erkennt, wie bedeutend dieser Ort hier dahingehend war und ist. Das sind im Prinzip die verschiedenen Stimmen. Nicht nur die Kulturlandschaft tut sich ja schwer mit der Raumsuche, sondern auch die Gewerbetreibenden – gerade die Metzger, die sehr früh anfangen zu arbeiten, die finden hier in München gar nicht mehr ohne weiteres einen Standort, wo sie sagen, dass sie dort gut arbeiten können. Das wird in der Diskussion vielleicht manchmal vergessen und ist wohl die Sorge der Metzger.

Mucbook: Wie sieht eigentlich momentan ein typischer Tag bei dir aus?

Daniel Hahn: Ich bin wirklich sehr viel hier auf der Baustelle, obwohl ich auch super viel Verwaltungsarbeit zu erledigen habe. Von außen sieht das vielleicht manchmal einfacher aus, als es eigentlich ist. Es ist aber sehr viel gute Verwaltungsarbeit, die da geleistet werden muss. München hat dankenswerterweise eine sehr gut funktionierende Verwaltung und auch die Kapazitäten, Gesetze ordentlich auszulegen. Ich bin eigentlich den ganzen Tag damit beschäftigt, Sachen auf der Ebene zu regeln und abzuklären. Andererseits bin ich eben momentan immer hier.

„Der Teufel steckt echt im Detail.“

Wir müssen wahnsinnig viele Sachen machen. Ein Tag fängt momentan eigentlich um acht Uhr morgens hier auf der Baustelle an und hört um sechs Uhr abends auf. Anschließend mache ich meistens die ganzen Büroarbeiten und den Schriftverkehr. Und das ganze aktuell sieben Tage die Woche. Am Wochenende versuche ich dann das nachzuholen, was ich unter der Woche nicht geschafft habe.

Da gibt es ja noch ein Schiff…

Mucbook: Dann gibt es noch das Projekt „MS Utting„. Darauf warten viele ja auch gespannt. Was ist da der Stand?

Daniel Hahn: An der MS Utting arbeiten wir auch noch fünf Tage die Woche. Da ist es eigentlich ganz ähnlich. Das Projekt MS Utting ist aber langfristiger. Alle diese Projekte sind eigentlich relativ einzigartig – dadurch gestaltet sich die Genehmigung nach dem „normalen“ Schema als sehr schwierig. Deshalb dauert es auch bei der MS Utting so lange. Man kann das nicht nach Katalog abarbeiten. Das gibt es halt nur einmal in der Welt oder zumindest nur einmal in Deutschland. Deshalb ist das schwierig, das im Rahmen der Gesetze möglich zu machen. Das läuft aber dennoch ganz gut. Nur ist es wirklich viel Arbeit, die sich zieht.

Ich stecke da gewissermaßen in einem Zwiespalt. Einerseits sehne ich mich nach Projekten, die nicht einer „schnell-schnell“-Logik unterworfen sind, sondern wo man sich wirklich Zeit nimmt, um sie optimal umzusetzen. Auf der anderen Seite muss man im Bezug zum Bahnwärter hier klar sagen, dass es eben eine Zwischennutzung mit Begrenzung auf jetzt noch vier Jahre ist, wovon am Ende dann nochmal mindestens sechs Monate für den Rückbau des Geländes einzurechnen sind. Da entsteht schon ein enormer Druck. Nicht nur, dass der Zeitraum kleiner wird, in der man Ausgaben wieder rein wirtschaften kann, sondern auch die Zeit, in der man den Ort dann wirklich nutzen kann.

„Die Möglichkeit zu einem Projekt dieser Art in einer solchen Lage werden wir einfach nie wieder haben!“

Jeder Tag ohne Betrieb ist so gesehen ein verschenkter Tag für immer. Das Potential von diesem Projekt ist einfach so groß und es wird etwas so Besonderes. Sollte das jetzt noch ein Jahr oder so dauern, dann wird ja auch der Zeitraum kürzer in dem man es dann wirklich genießen kann.

Mucbook: Mit welchem Konzept soll die MS Utting dann eigentlich an den Start gehen? Bar? Club-Betrieb?

Daniel Hahn: Clubbetrieb wird es da nicht geben. Die MS Utting soll eine Begegnungsstätte zum Abhängen werden mitsamt Restaurant. Sie hat einen schönen Außenbereich mit Blick über die Stadt und auch Konzerte wird es geben. Auf jeden Fall soll sie sich vom Bahnwärter unterscheiden und für sich selbst stehen. Die Formate, die man vom Bahnwärter kennt, soll es nicht bei der MS Utting geben. Auch musikalisch wird das in eine andere Richtung gehen – eher in die jazzige Richtung.

Der Bahnwärter dagegen soll eher die wildere und kreative Seite ansprechen. Die Freifläche bietet dafür ja auch ganz andere Nutzungsmöglichkeiten. Das Schiff dagegen hat natürlich ein sehr starkes Alleinstellungsmerkmal, aber die Räumlichkeiten sind viel mehr vorgegeben. Logischerweise ist man da hinsichtlich der Formate, die möglich sind, viel eingeschränkter. Ganz einfach gesagt soll es da vielleicht etwas gesetzter zugehen.

Mucbook: Ich habe aus euren Reihen gehört, dass es bei der MS Utting Finanzierungsprobleme gibt und eventuell ein Crowdfunding geplant ist. Kannst du dazu etwas sagen?

Daniel Hahn: Klar. Grundsätzlich kann man erst mal sagen, dass es ein wahnsinnig teures Projekt ist! Zudem war es auch schwer zu kalkulieren. Da dieses Schiff ursprünglich ja verschrottet werden sollte, standen wir unter einem enorm hohen Zeitdruck. Wir hatten keine Zeit, lange zu überlegen und da war es einfach eine intuitive Entscheidung, das zu machen. Das würde ich auch auf jeden Fall immer noch und immer wieder so machen. Ich bin total froh, dass ich es gemacht habe. Allerdings war es auch hohes Risiko, das wir eingegangen sind, weil es eben auch von den Kosten so schwer zu kalkulieren war.

„Ein vergleichbares Projekt gibt es ja nicht.“

Geld ist in dem Fall wirklich ein Problem. Seit der Bahnwärter im Mai zugemacht hat, haben wir zudem ja auch kaum mehr Einnahmen, deshalb ist ein eventuelles Crowdfunding schon länger Thema bei uns im Team. Eigentlich ist unsere Philosophie aber, alles aus eigener Kraft zu schaffen. Vor diesem Konflikt stehen wir gerade ein wenig. Wir haben es wirklich so weit geschafft bisher und wir wären wirklich so stolz auf uns, wenn es uns gelingt, ohne externe Hilfe dieses Projekt zu stemmen.

Mucbook: Kommen da nicht auch halbseidene „Hilfsangebote“ oder Sponsoren bei so einem Prestigeprojekt?

Daniel Hahn: Also einen regulären Kredit haben wir ohnehin. Ohne Kredit geht es nicht. Solange man auf ganz normalem Wege einen Kredit bekommt, finde ich das ja auch legitim. Angebote anderer Art gibt es von vielen verschiedenen Interessenten, aber uns ist sehr wichtig, dass wir das Projekt nicht aus der Hand geben. Das ist glaube ich auch die Erwartungshaltung an uns von außen. Verkaufen oder Vermieten an jemand anderen, das wäre auf keinen Fall das, wofür wir stehen. Das wäre wirklich die letzte Möglichkeit, wenn wir sagen, wir können nicht mehr, aber bis dahin ziehen wir das nicht in Erwägung.

Clubpolitik, Politik im Club

Mucbook: Was hältst du von politischen Diskussionen und Engagement im Kontext von Club und Feiern? Ich denke da zum Beispiel an das „://about blank“ aus Berlin. 

Daniel Hahn: Das ist ein Thema, das bei uns im Team immer wieder diskutiert wird, da wir ja nun mal eine gewisse Reichweite haben und gesellschaftspolitisch unseren Beitrag zur Zukunft leisten möchten, um etwa Leute für gewisse Themen zu sensibilisieren. Die Frage ist dabei aber auch, welchem Format man eine Wiege gibt.

„Wir haben uns schon immer gesagt, dass es wichtig ist, dass wir nicht zu dezidiert politisch sind,“

um eine gewisse Neutralität zu wahren, so dass sich Leute eine eigene Meinung bilden können ohne allzu groß beeinflusst zu werden. Das ist ein schwieriger, komplexer Spagat. Wie kann man das schaffen, ohne dem Ganzen zu sehr den eigenen Stempel aufzudrücken? Oder ist es nicht sogar total legitim zu sagen, wir glauben an etwas oder finden verschiedene Sachen gut und stehen dafür ein und wollen es verbreiten. Da sind wir im Verein immer wieder am überlegen, wie wir damit umgehen, um eine gewisse Grundhaltung zu transportieren.

In den nächsten vier Jahren hier am Gelände wird sich ja zeigen, wie wir das handhaben können und werden. Ich finde das schon wichtig, dass sich junge Menschen in die Gesellschaft einbringen. Andererseits ist es heutzutage, da alles so global und vernetzt ist, auch viel, viel schwieriger für junge Leute, sich für etwas stark zu machen, glaube ich, weil die Zustände eben so komplex und verwoben sind. Früher hattest du vielleicht konkretere Ziele oder Sachen, für die du dich stark machen konntest. Jetzt weiß man womöglich gar nicht mehr, wo man denn überhaupt anfangen kann. Grundsätzlich wollen wir uns in der Hinsicht mit einbringen.

Mein Bruder Laurin hat früher bei Wannda den Nachhaltigkeitsgedanken stark vertreten. Das ist ja etwas übergreifender und unabhängig von der konkreten politischen Einstellung global einfach total wichtig. Zugegebenermaßen hat dieser Input inzwischen etwas nachgelassen, nachdem mein Bruder sich aufgrund seines Elektroauto-Projekts etwas aus dem Wannda-Verein zurück gezogen hat. In Zukunft wollen wir das hier am Bahnwärter aber wieder stärker fokussieren. Selbstkritisch muss man dabei aber natürlich auch sagen, dass das schon ein eigener Widerspruch ist, da Zwischennutzungen in der Form, in der wir sie betreiben, nicht besonders nachhaltig sind. Wir betreiben einen enorm großen Aufwand mit dem Auf- und Abbau und benötigen viel Energie für die Projekte.

Mucbook: Eure Anfänge liegen ja gar nicht unbedingt beim Raven. Ursprünglich kommt ihr ja auch aus dem „Pathos“-Theater-Umfeld am Leonrodplatz?!

Daniel Hahn: Genau, ich habe im Pathos früher schon gearbeitet und bin zumindest zu meiner Jugendzeit gar nicht so sehr mit elektronischer Musik sozialisiert worden. Ich habe also bei den Formaten des Pathos-Theater mitgearbeitet. Das ging dann irgendwann Hand in Hand damit, etwas eigenes dort auf die Beine zu stellen. Klar, Theater war da auch immer ein Teil davon. Aber Parties und Feste finde ich einfach auch total spannend.

„Das Bedürfnis vom Menschen, so etwas Euphorisches zu erleben, ist einfach da.“

Da kann man ja auch einen Blick in die Geschichte der Menschheit werfen, rauschende Feste gab es immer und das war immer etwas Besonderes.

Das hat mich schon als Kind bei griechischen Sagen total fasziniert, wenn es Feste gab, die „drei Tage und drei Nächte“ gingen. Darum begeistert mich das nach wie vor so, weil man damit wahnsinnig viele unterschiedliche Menschen vereinen und erreichen kann. Viel mehr noch als bei Theater oder Lesungen – da kommt halt eher ein spezifischeres Publikum. Wir wollten den Leuten einfach auch immer Erlebnisse ermöglichen, etwa indem wir im Pathos damals Sachen gebastelt haben. Die Devise war dann natürlich jedes mal, das noch weiter zu treiben. Mal war es eine Kutsche, dann eine Gondel. Das war sehr spannend und motivierend für uns zu sehen, wie die Leute auf so etwas reagieren. Auf einer Ausstellung oder Installation schauen die Leute sowas ja eher auch nur an und beschäftigen sich damit, aber im Kontext einer Veranstaltung wird das nochmal ganz anders gelebt.

Mucbook: Ich assoziiere den Wannda-Circus und den Bahnwärter mitsamt seinen Projekten und seinem Stil auch immer ein wenig mit der berüchtigten Bar25 aus Berlin sowie dessen Folgeclubs wie dem Kater Blau. Kann man den Vergleich so anstellen? War das ein Vorbild für euch?

Daniel Hahn: Ich war ja auf einer Waldorfschule und hatte echt total lange kein Internet zuhause, selbst als ich schon im Pathos gearbeitet habe. Also schrecklich… Dadurch war ich einfach nicht so vernetzt früher und hatte das tatsächlich alles nicht so auf dem Schirm. In der Bar25 an sich war ich nie, ich bin aber auch deutlich jünger, als die Generation, die dort die Höhepunkte ihrer Jugend erlebt haben. So gesehen würde ich die Frage eigentlich verneinen. Die Bar25 an sich war kein konkretes Vorbild.

Es gab früher allerdings auch ein Kollektiv in München, das hieß „Die Träumer“. Einige von denen sind jetzt auch Wannda-Mitglieder. Die hatten da eher einen Bezug dazu. Mittlerweile habe ich auch einige Leute aus dem Umfeld der damaligen Bar25 kennen gelernt. Das sind schon super spannende Leute und ist ein tolles Projekt. Einige von denen sind witzigerweise auch ehemalige Waldorfschüler. Vom Grundimpuls her gibt es da sicher Ähnlichkeiten. Sehr inspiriert hat mich aber auch das Pathos Transport Theater, also das Kreativquartier. Da haben wir als junge Menschen sicher viel Input bekommen von den verschiedenen Projekten dort. So ist es wohl zu dem gekommen, was es jetzt ist.

Mucbook: Gibt es noch ein subkulturelles Projekt, das du dir gerne für die Stadt München wünscht, von dem du aber aus Zeitmangel oder sonstigen Gründen selbst Abstand nimmst?

Daniel Hahn: Schwierige Frage. Da würde ich jetzt natürlich gerne etwas sagen, was nicht total pauschal klingt. München ist eine Großstadt, die immer weiter wächst und ich fände es total spannend, wenn Projekte in dezentralen Lagen an Bedeutung gewinnen würden. Das wäre wünschenswert. Momentan ist das doch eher noch sehr gebündelt in gewissen Kreisen und Vierteln.

Mucbook: Wir sind gespannt. Danke für’s Gespräch soweit!

 


Das Gespräch führten Alexander Kanamüller und Florian Kraus.

Fotos: Michael Berninger (Aesthetika) –  Alle Rechte vorbehalten.

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