Aktuell, Kunst

SENSEVEN – Die Ausstellung mit dem 7. Sinn

Anna-Elena Knerich

ist francophil und Europtimistin. Denkt (zu) viel und schreibt deshalb. Am liebsten über Kultur, die Helden des Alltags und das Thema mit dem "Zuhause".
Anna-Elena Knerich

Sehen, Fühlen, Hören, Schmecken, Riechen, intuitives Wahrnehmen – das sind unsere sechs Sinne. Diese zu einem „siebten Sinn“, dem Interagieren, zu vereinen war Ziel der diesjährigen Kunst und Multimedia-Absolventen: SENSEVEN heißt deshalb ihre multimediale Abschlussausstellung, die sie am 14. Juli um 19 Uhr eröffnen. In Kooperation mit dem Gärtnerplatz OpenAir zeigen 17 Studenten vier Tage lang im Studio 2 des Muffatwerks ihre interdisziplinären Arbeiten.

Mit ihren individuell und aufwendig gestalteten Medienkunst-Projekten schaffen die Studenten eine Brücke zwischen moderner Technik und künstlerischer Gestaltung: Spielerisch führen sie den Betrachter in eine Welt, die er interaktiv und mit allen Sinnen erfahren kann.

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So zum Beispiel das audiovisuelle Koch-E-Book „Süßes oder Salziges“ von Teresa Biersack: Kurze Filme, animierte Gegenstände oder ein Audioguide liefern Küchentipps und auf den Informationsseiten kann man sein Wissen über gesunde Ernährung erweitern.

Der Zeichentrickfilm „Withered World“ von Michèle Heinemann beschäftigt sich mit Umweltverschmutzung und Klimawandel und vereint 2D und 3D Animationen: Eine Frau fährt darin durch eine verlassene, überflutete und teils zerstörte Stadt und bietet einen kleinen Einblick in ihr Leben nach dem Zusammenbruch der uns bekannten Welt.  Auch das 3D-Projekt „Dreamality“ von Jessica Woods bricht mit der Realität: Ihre in in Echtzeit computergenerierte, virtuelle Umgebung ist durch den Surrealismus und das luzide Träumen (der bewussten Steuerung von Träumen) beeinflusst. Man kann sich in einer abstrakten Traumwelt bewegen und diese sowie darin enthaltene Objekte durch verschiedene Interaktionen verändern.

acircuitlikeme_schmidtFür Farb- und Formgebung ihrer futuristischen Modekollektion „A Circuit like me“ ließ sich Patrizia Schmidt von den ästhetischen Reizen des Computers inspirieren: Digital generierte Muster werden zum visuellen Ausgangspunkt für die Manipulationen verschiedener Textilien.

Auch Vivien Bardosi setzt sich mit Schönheit und Ästhetik auseinander: „Schönheitsideale sind vergänglich, doch Schönheit währt ewig“, findet die Studentin. Eine iOS-App mit Zeitleiste veranschaulicht die verschiedenen Ideale im Laufe der Zeit. Mittels Augmented Reality erscheint auf einem selbst modellierten Torso ein weiblicher Kopf, der dem Schönheitsideal der ausgewählten Zeit entspricht. Durch beliebige Änderung des Blickwinkels um das Objekt kann man 3D-Köpfe von allen Seiten betrachten.

Der Bachelorstudiengang Kunst und Multimedia der LMU führt seit acht Jahren zwei Disziplinen zusammen, die zunächst gegensätzlich erscheinen: Kunst und Informatik. Der siebte Jahrgang zeigt mit SENSEVEN die Ergebnisse aus sechs Semestern. Zum großen Abschluss wird am 17. Juli um 15 Uhr mit einer Führung aller Studierenden zur Finissage eingeladen.

In aller Kürze:

Was? Medienkunst-Ausstellung „SENSEVEN“
Wann? 14. bis 17. Juli 2016, Do 19-22 Uhr, Fr/Sa 14-22 Uhr, So 14-17 Uhr
Wo? Studio 2 im Muffatwerk
Wie viel? Kostenlos.

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