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Das Crux macht zu: Gibt es ein Leben nach dem Clubsterben?

Joscha Faralisch

Schreibt für MUCBOOK — am liebsten über Musik, Kunst, Essen und Politik.
Joscha Faralisch

Hip Hop and you don’t stop? Für das Crux ist die Party Ende März erstmal vorbei. Die Vermieter*innen haben dem Club trotz guter Zahlen den Vertrag nicht verlängert. Wir haben Betreiber Marco Reger gefragt, wie es weitergeht und warum es so schwer ist, in München einen Club zu betreiben.

Seit einigen Wochen ist es offiziell: Das Crux macht dicht. Während manche schon in Atomic-gleiche Nostalgie verfallen, bleibt Betreiber Marco Reger pragmatisch: „Dass wir aus der Ledererstraße rausmüssen, das ist halt so, Verträge sind befristet, Verträge haben ein Ende.“ Dass im Falle des Crux bereits eine mündliche Zusage seitens des Vermieters vorlag, ist zwar besonders ärgerlich. Bedenklich sei aber vor allem, dass das Crux-Team gar nicht drüber nachdenke, woanders wieder aufzumachen. Denn: „Das ist Teil dieser Entwicklung.“ Bilder wie diese dürften dann der Vergangenheit angehören:

https://www.instagram.com/p/B5NbISqIPHJ/

„Diese Stadt kennt kein Pardon“

„Gerade macht auf jeden Fall mehr zu als auf, und das ist nicht gut“, fasst Reger die Entwicklung des Nachtlebens zusammen: „In München wird es einem nicht leicht gemacht einen Club zu betreiben. Die Mieten für die guten Objekte sind quasi unbezahlbar und überall anders gibt es Ärger mit Nachbar*innen. Und eine Fläche umzunutzen, also aus etwas einen Club zu machen, das bisher kein Club war, das ist die Hölle. Da kennt diese Stadt kein Pardon und schmeißt einem so viele Steine in den Weg, wie es nur geht.“

Ist dem Crux also vielleicht ausgerechnet seine zentrale Lage zum Verhängnis geworden? „Ob da Kalkül dahinter steckt, oder nicht, darüber mag ich nicht spekulieren. Aber es wäre auf jeden Fall sehr traurig, wenn irgendwann nur noch die Schicki-Clubs die Mieten bezahlen können.“

„München braucht Getriebene“

Dabei braucht es gerade in dieser Situation neue Leute, die die Initiative ergreifen: „So wie wir vor 10 Jahren auch einfach mal gemacht haben, müssen sich halt jetzt auch ein paar Getriebene finden, die trotzdem Bock haben was zu reißen und die Lust haben, die eine oder andere Lücke im Nachtleben zu schließen.“ Was das angeht, gibt er sich optimistisch: „Da gäbe es ja gerade ein paar. Und alle anderen müssen dann dorthin gehen und genug Kohle da lassen, damit die Clubbetreiber auch ihre Mieten bezahlen können.“

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Dass das Crux selbst an einem neuen Ort eröffnet, ist allerdings „sehr unwahrscheinlich“. Kleiner Trost: Die Crux Summer und Winter Jams im Muffatwerk wird es wohl weiterhin geben.

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