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FLINTA-Screaming und Fingerboard-Session: Das steckt hinter Münchens „Tagen der Jugendkulturen“

Von Kreativworkshops über Konzerte und Drag Make-up bis hin zu einer Fingerboard-Session: Nach dem Open Call für die ersten „Tage der Jugendkulturen“ zeigt sich, was euch vom 26. Oktober bis 1. November in München erwartet. Wir haben mit dem Organisationsteam darüber gesprochen, welche Ideen eingereicht wurden – und warum es bei dem Festival nicht die eine Jugendkultur gibt.

Als wir euch im August zum ersten Mal von den „Tagen der Jugendkulturen“ erzählt haben, wurden noch junge Münchner*innen mit eigenen Ideen für das neue Festival gesucht. Inzwischen ist der Open Call vorbei und es zeigt sich, wie unterschiedlich diese Ideen sind.

Nicht Jugendkultur, sondern Jugendkulturen

Genau das steckt schon im Namen. Bewusst heißt es „Tage der Jugendkulturen“ – im Plural. Denn was junge Menschen interessiert, lässt sich kaum unter einem einzigen Kulturbegriff zusammenfassen.

„Wir sprechen nicht von Jugendkultur als einer einheitlichen Kultur, sondern gehen explizit in den Plural“, erklärt das Organisationsteam im Gespräch.

Vor allem soll das Programm dabei nicht einfach für junge Menschen zusammengestellt werden. Die Idee ist, dass sie selbst bestimmen können, was stattfindet. Statt ihnen fertige Veranstaltungen vorzusetzen, sollen Räume und Ressourcen zur Verfügung gestellt werden, in denen eigene Ideen umgesetzt werden können.

Von Screaming bis Drag Make-up

Wie groß die Bandbreite ist, zeigte sich spätestens bei den Einreichungen. Weil die „Tage der Jugendkulturen“ in diesem Jahr zum ersten Mal stattfinden, wusste das Team zunächst selbst nicht genau, mit welcher Resonanz es rechnen konnte. Umso größer war die Freude, als immer mehr Ideen eingingen.

Einen eindeutigen Trend gab es dabei nicht. Zwar wurden beispielsweise mehrere Konzerte und Kreativworkshops vorgeschlagen, doch selbst diese unterscheiden sich in ihrer Ausrichtung stark voneinander. Neben bekannteren Formaten finden sich auch nischigere Angebote.

Dazu gehört etwa ein FLINTA-Screaming-Workshop. Dabei geht es um Screaming als Gesangstechnik, wie man sie vor allem aus dem Metal kennt – hier als Angebot speziell für FLINTA-Personen.

Eingereicht wurde außerdem eine offene Fingerboard-Session mit Einführungsworkshop. Dafür soll ein Fingerboard-Skatepark aus Keramik genutzt werden, den der Ideengeber im Rahmen seines Studiums gebaut hat. Nach einer Einführung können die Teilnehmer*innen dort gemeinsam üben und zusammenkommen.

Foto: Marc-Daniel Porr (@ichmarcfingerboarden)

Daneben reichen die Ideen von Paint Nights und verschiedenen Konzerten über Kreativworkshops und Brettspielabenden bis zu einem Drag-Make-up-Workshop.

Insgesamt gingen rund 40 Ideen ein, von denen bislang 33 Veranstaltungen bestätigt wurden. Über die Auswahl entschied eine Jury, in der auch junge Menschen aus der Zielgruppe vertreten waren. Dass nicht alle Vorschläge umgesetzt werden konnten, hatte vor allem organisatorische und finanzielle Gründe. Für das nächste Jahr möchte das Organisationsteam die Jury noch diverser und inklusiver besetzen. Denn es gehe nicht nur darum, „etwas für jemanden zu machen, sondern mit jemandem“, heißt es im Gespräch.

Unterstützung kommt dabei auch von Einrichtungen der offenen Kinder- und Jugendarbeit sowie verschiedenen Kulturorten in München. Sie stellen Räume, Personal oder andere Ressourcen zur Verfügung. Das Organisationsteam betont, dass das Festival ohne diese Hilfe so nicht möglich wäre.

Besonders erfreulich war für die Beteiligten auch, dass Inklusion bereits bei einigen Einreichungen von Anfang an mitgedacht wurde. So sollen bei der Fingerboard-Session zusätzliche Module wie Rampen und Rails eingesetzt werden, damit auch Menschen mit Bewegungseinschränkungen teilnehmen können.

Ein Festival für alle – mit Luft nach oben

Auch bei der weiteren Planung spielt der Abbau von Barrieren eine wichtige Rolle. Das Team möchte Besucher*innen vorab möglichst transparent darüber informieren, wie zugänglich die einzelnen Veranstaltungsorte sind.

Auf der Website soll deshalb nicht einfach nur stehen, ob eine Location beispielsweise über eine barrierefreie Toilette verfügt. Ziel ist es, genauere Informationen anzugeben, damit Besucher*innen selbst einschätzen können, ob eine Veranstaltung für sie zugänglich ist.

Gleichzeitig spricht das Team offen darüber, dass trotz des inklusiven Anspruchs noch nicht alle Barrieren abgebaut werden können. Inklusion wird als ein Prozess verstanden, an dem ständig weitergearbeitet wird.

Auftakt in der Glockenbachwerkstatt

Los geht es am 26. Oktober in der Glockenbachwerkstatt. Ab 19 Uhr wird dort gemeinsam der Auftakt der ersten „Tage der Jugendkulturen“ gefeiert.

Euch erwarten musikalische Beiträge, Performances und ein DJ-Set. Geplant sind außerdem Dolmetscher*innen für Deutsche Gebärdensprache sowie eine Deaf Performerin, um Redebeiträge und Songs für gehörlose Besucher*innen zugänglicher zu machen.

Aus Ideen wird ein Festival

Welche Veranstaltungen genau Teil der „Tage der Jugendkulturen“ sein werden, steht noch nicht vollständig fest. Das finale Programm wird aber bald auf der Website der „Tage der Jugendkulturen“ veröffentlicht.

Ein Gedanke zieht sich dabei durch das gesamte Gespräch: Es soll nicht nur etwas für junge Menschen entstehen, sondern mit ihnen.

Wie das am Ende aussieht, könnt ihr vom 26. Oktober bis 1. November an verschiedenen Orten in München selbst erleben. Alle Veranstaltungen sind kostenlos.

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