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Freie Bahn

Josephine Musil-Gutsch

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Josephine Musil-Gutsch

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Er gilt als eines der gefährlichsten und riskantesten Strecken Münchens – der Radweg entlang der Lindwurmstraße. Ausgerechnet dort sorgen nun eine Baustelle und gelbe Markierungen auf der Straße für Glücksgefühle bei Radfahrern.
Schrecklich schmal und mit Ästen verhangen haben es die Radfahrer auf den Radwegen zwischen Sendlinger Tor und Kapuzinerstraße besonders schwer. Leicht werden sie von abbiegenden oder aus Ausfahrten vorpreschenden Autos übersehen. „Auch bei noch so vorsichtiger und langsamer Fahrweise auf dem (…) Radweg der Lindwurmstraße wurde ich schon von einem Pkw-Fahrer gerammt, als er forsch aus einer Hofeinfahrt (…) herausfuhr. Ein Sturz in das dortige Buschwerk war für mich die Folge“, schreibt 2011 ein Radfahrer in einem an Oberbürgermeister Christian Ude adressierten Beitrag im Münchner Stadtportal auf www.muenchen.de. Im Internet findet man etliche solcher Beschwerdebeiträge von Betroffenen.
Bis Mitte September 2012 werden nun zu beiden Seiten der Straße Glasfaserleitungen verlegt. Dafür werden in beiden Richtungen die Radfahrstreifen aufgehoben. Eigentlich hätte das noch mehr Einschränkungen und Ärger für die Radfahrer bedeuten können. Bei Baustellen ziehen sie meist den Kürzeren und Autos haben freie Fahrt. Auch wenn für Radfahrer Ausweichmöglichkeiten eingerichtet werden, werden diese meist als Halt-und Ladezonen missbraucht.
Nicht so auf der Lindwurmstraße: Dicke, gelb gestrichelte Linien markieren auf den äußeren Spuren der Straße breite Radwege. Bis zum Ende der Bauarbeiten sind die jeweils rechten Fahrspuren für Autos gesperrt und zu Radwegen umfunktioniert worden. Die neuen Wege sind ein wahres Radlerglück: Sie räumen den Fahrradfahrern endlich mehr Platz und Sicherheit im Verkehr ein. Auch der Bund Naturschutz Bayern e.V. (BN) begrüßt die Neuerungen in der Lindwurmstraße. Für den BN steht außerdem fest, dass wegen einer stetigen Zunahme des Radlverkehrs die Infrastruktur für Radfahrer in München erheblich ausgebaut werden muss. Wenn die Stadt München ihre Umweltziele bei der Reduzierung von Lärm und Luftverschmutzung erreichen will, ist es außerdem notwendig die Bedingungen für Radfahrer zu verbessern. Denn „weniger Autos bedeutet mehr Lebensqualität für alle!“, sagt Christian Hierneis, Vorsitzender des BN in München. Mit der vorübergehenden Lösung in der Lindwurmstraße geht die Radlhauptstadt als gutes Beispiel voran.

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