Kultur, Nach(t)kritik

Heartbeats und Teardrops: José González

Josephine Musil-Gutsch

Schreibt am allerliebsten ausschließlich über das, was ihr wirklich am Herzen liegt.
Josephine Musil-Gutsch

jose

Mit bangen Blicken hoffen einige wenige Fans doch noch auf eine Restkarte für das ausverkaufte José González-Konzert in der Muffathalle am gestrigen Abend. Auch sie sind gekommen, um dem dunklen Wuschelkopf aus Schweden und seiner Gitarre zu lauschen.
Einlullen wird er das Publikum mit gezupfter Melancholie, sehnsüchtiger Stimme und lyrischen Texten. Er hat sein neues Album „Vestiges and Claws“ mitgebracht, das ein wenig leichter klingt als seine nachdenklichen, düsteren Hits. Diese sind es aber, nach denen sich das Publikum sehnt. Menschen stoßen bei altbekannten Songs wie „Crosses“ und „In Our Nature“ kurze Jubelschreie aus. Dann schließen sie andächtig die Augen und wiegen sich vor und zurück im sanften, anrührenden Wirbel aus Gitarre und unaufdringlicher Percussion.
José González macht Musik für diejenigen, die sich in die Ferne träumen. Nachdenklich aufgewühlt am Fenster sitzen, während der Zug durch die Landschaft rauscht – auch hierfür hat José den idealen Soundtrack geschrieben. Wie schön, wie leicht, wie gut sich großartige Gitarrenmusik anfühlt, zeigt der Frontsänger der nicht weniger tollen Band Junip in seinem Soloprojekt an diesem Freitagabend.

Geheimtipp: Der Keyboarder aus seiner Band ist ebenfalls ein talentierter Künstler, der unter dem Namen Barbarossa Musik macht. Vor allem Alt-J-Fans könnten daran Gefallen finden.

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