Stadt

Gebündelte Aufmerksamkeit in den Schaltzentralen des öffentlichen Bewusstseins

Mediengipfel_2011

Medienrummel und Blitzlichtgewitter: Auf den Medientagen laufen die Drähte heiss. In der supermodernen Kulisse des Messegeländes diskutieren alle, die Medien nicht nur passiv konsumieren, sondern aktiv gestalten wollen. Das Themenspektrum reicht von Fragen der Programmqualität, Jugendschutzthemen, medienpolitischen Aspekten bis hin zu Werbung, Vermarktung und neuen Angebotsformen.

Seit 1987 werden von den Münchner Medientagen aus die Strippen des öffentlichen Bewusstseins gezogen. Die Liste der Mitveranstalter zeigt ebenso wie die Liste der Aussteller auf einen Blick eine beeindruckende Präsenz.

Spitzenmanager und Medienprofis analysieren die Schlüsseltrends der Medienbranche. Es treffen sich Experten aus Webtv, Itv, Iptv, Fernsehen, Hörfunk, Print und Mobilkommunikation, Spezialisten aus den Bereichen Internet, Cross- und Multimedia ebenso wie Werbeprofis, Medienpolitiker sowie Filmschaffende. Die Eröffnungsveranstaltung ist der traditionelle Mediengipfel, an dem die Top-Player der deutschsprachigen Medienwirtschaft teilnehmen. Zusammen mit den weiteren Gipfelveranstaltungen zählt dieses prominent besetzte Podium zu den meistbeachteten Diskussionsrunden in der Medienszene. Der gesellschaftliche Höhepunkt des dreitägigen Medienevents ist die glanzvolle „Nacht der Medien“, das Get Together der MEDIENTAGE MÜNCHEN.

Europas größter Medienkongress gliedert sich in 3 Bereiche:

Kongress: Podiumsdiskussionen, Vorträge und Workshops zu allen Medien relevanten Themenbereichen.

Messe: Dort präsentierten sich die wichtigsten Unternehmen, Verbände und Institutionen der Medienwirtschaft. Topthemen sind u. a. 3D, Hybrid-TV, IPTV, Mobile Media, Online Services, Produktion und Streaming. Die Messe könnt ihr kostenfrei und ohne Registrierung besuchen.

Nacht der Medien: die Riesenfeier.

Das Programm ist sehr vielfältig! Also sucht euch bitte aus dem Mediencampus oder aus der Webseite der Medientage etwas eurem Geschmack gemässes heraus.

blogosphäre
Hyperbolisches Display der Blogosphäre © http://datamining.typepad.com/gallery/blog-map-gallery.html

Highnoon auf den Datenhighways

Ein hundertprozentig wichtiger Pflichtbesuch sollte dem kjm-Messestand abgestattet werden, da der Jugendmedienschutz immer noch nicht ernst genug genommen wird. Fernab jeglicher Medienkompetenz, inmitten verzerrter Zensurdebatten unter falschen Vorwänden, geprägt von falsch gesetzten juristischen Schwerpunkten zeigen sich katastrophale Zustände. Noch immer ist das bestehende Internet mehr Piranhabecken als Abenteuerspielplatz, es gibt Millionen ungelöste Probleme, Sicherheitsrisiken und Gefahren besonders für Kinder und Jugendliche.

So wird das zugehörige Panel folgendermassen angekündigt:

Einen Rundum-Sorglos-Schutz für das Internet gibt es nicht und wird es aufgrund der Globalität und Dynamik des Netzes auch nie geben.

Je grösser der Käse, desto mehr Löcher? Schade, denn hundertprozentige Sicherheit MUSS es geben. Derartige Sätze sind im Kontext JMStV leider signifikant.

Doch die Inhalte, auf die vor allem Kinder im Netz ganz unvorbereitet stoßen können, lassen bei vielen Eltern das Bewusstsein für das Thema Jugendmedienschutz wachsen. Vertreter der Netzgemeinde dagegen lehnen Schutzmechanismen ab. Sie sehen die Verantwortung allein beim Nutzer. Aber macht man es sich mit dieser Einstellung nicht zu leicht? Wie kann moderner Jugendschutz aussehen? Sind Jugendschutzprogramme für das Internet der richtige Weg?

Hier wird die unverantwortliche Laxheit materiell abgesicherter Politiker mit Scheuklappen und die Inkompetenz überforderter Medienunternehmer mit Tunnelblick deutlich, die weder das Web noch politische Zusammenhänge verstehen.

2008 gab es Gelegenheit, in einem öffentlichen Panel der Medientage, Friedemann Schindler von jugendschutz.net kennenzulernen.
Jugendschutz.net ist leider seit vielen Jahren nicht in der Lage, die bestehenden Probleme zu lösen.

Zukunft der sozialen Netzwerke

Eine weitere Empfehlung wäre, sich das Panel „Zwischen Massenphänomen und Nische – The Future of Social Media“ wenn irgend möglich anzusehen oder sich die Ergebnisse dessen per MEDIEN 😉 aus zweiter Hand auf den Bildschirm schicken zu lassen.

Denn dort wird Tina Kulow, Corporate Communication Manager von Facebook Deutschland neben Sven-Olaf Peeck, Simon Schnetzer, Leah Belsky, Curt S. Harlinghausen und Marc-Sven Kopka sprechen und an der Podiumsdiskussion teilnehmen.
Moderation: Georg von Stein

Als kostenlose Alternative dazu wird am Donnerstag 25.10. um 14.30 bis 15.30 Uhr: „Mitmachnetz -Ethische Horizonte der Social Media “ von
PD Dr. Thomas Zeilinger, Institut für Persönlichkeit und Ethik angeboten

money money money

Ganz leise stellt jemand in einem Hinterzimmer die Frage der Bezahlbarkeit einer ermäßigten 65,- Euro Tageskarte. Bürgerbeteiligung heißt doch: JedeR kann Blog, Zeitung, Sender, Medium, Podcast oder Vlog sein, mitmachen, interagieren, gleichberechtigt kommunizieren.

1-Tages-Ticket
Euro 200,- zzgl. 19% MWSt. Kongressveranstaltungen an einem Kongresstag
2-Tages-Ticket
Euro 360,- zzgl. 19% MWSt. Kongressveranstaltungen an zwei Kongresstagen
3-Tages-Ticket
Euro 430,- zzgl. 19% MWSt. Kongressveranstaltungen an drei Kongresstagen

Das können sich nur wohlhabende Leute leisten. Diese Mediengattung sieht nicht sehr basisdemokratisch aus, aber das hat kaum jemanden aufgeregt: Den Mediengipfel gibts am 24. von 10 bis 13 Uhr per Liveübertragung auf dem Mediencampus gratis. Kostenlose Pressekarten gab es auch für Gipfel und Konferenz, für diejenigen, die sich wirklich dafür interessieren. Und der Rückruf bei den Veranstaltern der Medientage ergab den Hinweis auf mit Sternchen markierte kostenlose Veranstaltungen. Ein Fehlschluss, die Geschichte auf Finanzierbarkeit reduzieren zu wollen. Gewisse Medienmanager wollen eben gerne manchmal ein bisschen unter sich sein und sind scheinbar in der Lage, dafür beträchtliche Summen auszugeben. Es zeigt sich mit diesem Blickwinkel auf die Medientage dennoch eine gewisse Exklusivität, die mehr mit hinter verschlossenen Türen konferierenden Eliten als mit Bürgerbeteiligung zu tun hat. :S

MT-Logo

Die durch jahrelange Entbehrungen auf dem Boden der Tatsachen angekommenen und deshalb viel schlaueren Hartz4ler, die trotzdem mitreden wollen, finden zwar keine direkte Interaktionsvariante in der SPEAKERS CORNER, dennoch aber an den vielen Messeständen und in den kostenlosen Veranstaltungen.Speakers Corner– das heisst doch: mitreden. Und so dürfen dort, so ÄHNLICH wie an der ECHTEN Speakers Corner vorher angemeldete Anbieter der Medien- und Kommunikationsbranche ihre neusten Produkte und Lösungen zu aktuellen Branchentrends in kurzen Präsentationen und Show Cases vorstellen.

Kein Helikopterjournalismus ist gefragt, sondern User Participation und User-generated Content. Web2.0 ist schon lange von Web3.0 überholt worden. Diese als neue Marketingstrategien fehlinterpretierten diffusen Begriffe aus dem Social Web bezeichnen eigentlich keine geschickt getarnte Marketingstrategie.

Wohin die diesjährige Veranstaltung tendiert, lässt sich auf dem Facebookauftritt der Medientage erahnen.

Es ist kein Zufall, dass die diesjährigen Medientage einen Vertrauensverlust thematisieren.

Mitschnitte der Audiovisual Media Days 2012 gibt es auf Medienportal.tv

Eine Programmübersicht

Alle Ewiggestrigen sollten mittlerweile begriffen haben, daß Journalismus, Social Networking und Blogosphäre sich sinnvoll ergänzen und nicht konkurrieren.

Letztes Jahr war die Rede von Richard Heigl mit dem morbid-provokanten Titel „Warum Facebook stirbt“ eines der herausragenden Ereignisse.

Als Beleg für die insgesamt sympathische, offene und freundliche Athmo der Medientage kann beispielsweise gelten, dass der Buchautor und Social-Media-Unternehmer nach dem Ende seiner Rede das Mikrofon im Publikum herumreichte und sogar, nachdem er die Bühne verlassen hatte, mit neugierigen Gestalten bei einem Käffchen weiterplauderte. So waren diejenigen, denen Rede und Publikumsbeiträge nicht genug waren, mit Notizblöcken ausgestattet und stellten weitere sinnige Detailfragen zu Facebook oder zum „remember remember the fifth of november“, dem Tag, an dem eine fiese von den vielen wohlmeinenden Anonymousgruppen Facebook hacken wollte.

Dieses Jahr gibts eine Neuversion von Heigls Rede, am Freitag zwischen 11.00 bis 12.00 Uhr auf dem Mediencampus.

Nacht der Medien2011

Schilderungen der unterschiedlichen Eindrücke und Begegnungen mit Medienschaffenden, Agenturmitarbeitern, Betreibern von kleinen Sendern oder Social Media Companies aus den vielen kleinen Mikrowelten der jeweiligen Messestände finden sich an anderen Stellen im Web. Jeder Aussteller erzeugt auf den ihm zur Verfügung stehenden Quadratmetern sein ganz eigenes Corporate Image Flair.

Insgesamt herrscht ein sehr freundlicher und aufgeschlossener Grundtenor und es empfiehlt sich für jeden, der sich intensiver mit mehr oder weniger virtuellen Medienwelten, Informationswegen, -strukturen und Nachrichten auseinandersetzen will, das dort zu tun, beraten von den Fachleuten .

Die vielen Werbegeschenke wie Kugelschreiber, kleine Süßigkeiten und kostenlosen Getränke sind eine nette Promo-Beigabe. Richtig hübsch und begehrt waren die kleinen Minifernseherchen-Schlüsselanhänger vom BR letztes Jahr, die auf Knopfdruck so ein lustiges weisses Rauschen erzeugen.

Dresscode gibts nicht wirklich, aber doch, und zwar hauptsächlich im ersten Stock : idealerweise die typische Journalisten-Arbeitskleidung für feierliche Anlässe:
Anzug, Hemd, eventuell Krawatte. Pulliträger werden schon akzeptiert.

Der architektonische Charakter des neuen Messegeländes trägt natürlich seinen Teil zum Gelingen des Events bei. Für den Rückzug schräg stehende Bänke zwischen viereckigen Gebüschreihen am viereckigen Designersee draussen, das Messegebäude schick und modern mit viel Glas und offener Weiträumigkeit.

Veranstalter des Kongresses ist die Medientage München GmbH. Die Medientage werden von der Bayerischen Staatskanzlei und der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM) unterstützt.

Dieses Ambiente passt sich schräg gegenüber von den Riem-Arkaden ein, einem der größten Einkaufszentren Münchens, mit 140 Millionen Jahre alten Ammoniten in den Steinplatten der beim Shoppen überquerten Böden. Die Messestadt Riem ist ein relativ neues Viertel in München vom Reissbrett: Es gibt dort eine viereckige Kirche, komplett geplante Parks mit geometrisch gepflanzten Baumreihen und geometrische Formationen wie zb den 126 Meter langen sozialen Wohnungsbau von Felix+Jonas. In den Beschreibungen des modernen Baustils werden Schlichtheit, Purismus, Futurismus und zeitgemäße Architektursprache genannt.
______________________________________________________

Anreise

24. bis 26. Oktober | ICM/Messe München | Am Messesee 6
81829 München |
www.icm-muenchen.de

1Comment
  • Smithf780
    Posted at 13:15h, 12 Juni

    Sweet website, super layout, very clean and utilise genial. ckfaadefddcdeddf

Post A Comment

Simple Share Buttons
Simple Share Buttons