Kultur, tagebook von Heppel & Ettlich

HEIMAT mal anders!

sound of heimat

Filmreihe im Theater Heppel & Ettlich

Vom Kult-Dokumentarfilm „DAS EI IST EINE GESCHISSENE GOTTESGABE“ aus den 80ern, über den auf der Berlinale Premiere feiernden Schwarz-Weiß-Film „KAMPF DER KÖNIGINNEN“ des Nachwuchstalentes Nicolas Steiner, bis zum aktuell durch Deutschland tourendem „SOUND OF HEIMAT“ von Arne Birkenstock zeigt das Theater Heppel & Ettlich von Mi 29. Mai – Sa 01. Juni 2013 eine spannende und vielfältige Auswahl an Dokumentarfilmen (und einem Spielfilm), die sich mit dem Thema “Heimat” auseinandersetzen. Einige der Filmemacher werden für eine anschließende Publikumsdiskussion anwesend sein!

Mittwoch, 29. Mai

Das Ei ist eine geschissene Gottesgabe (1993 | 80 Min.)

Ein Dokumentarfilm von Dagmar Wagner

10.000 qm bayerischer Wahnsinn. Komisch und tragisch. Mitten in der Idylle: eine Insel für Außenseiter. Bayern, wie es niemand kennt. Keine Postkarte würde das aushalten.

Verrückter als das Leben kann kein Drehbuch sein. Wie der eigenwillige Titel schon ankündigt geht es in „Das Ei ist eine geschissene Gottesgabe“ um die Früchte des Landlebens einmal anders als vielleicht erwartet: Die Gegensätze an diesem idyllischem Ort krachen mit Lust und Vehemenz aufeinander: Nobelkarossen ersetzen die Ochsengespanne auf der Landstrasse. Ihre Lenker, Schickimickis mit einprägsamen Nummernschildern, haben die Provinz entdeckt – sie tummeln sich im Edel-Landgasthof. Gleich nebenan Gestrauchelte und Asylanten, die hier eine Zuflucht fanden. Dazwischen die Bäuerin Sophie. Sie ist nicht nur Herrin über Hof und Vieh, sondern auch Chefin einer besonderen „Familienbande”. Unbekümmert und unbeeindruckt verteidigt sie ihren Lebensstil gegen eine Welt, die sich völlig verändert hat. Ihr Sohn Sepp betreibt das Familiensägewerk. Das war nicht immer so. Früher betrieb er eine unterirdische Schnapsbrennerei im grossen Stil. Bis ihm der Staat auf den Leib rückte…

Kamera: Igor Luther („Die Blechtrommel“, „Die Blutritter“)

Bayerischer Filmpreis 1993

Beginn 18:00      Einlass 17:30

Schöner als Fliegen … ( 1992 | 84 Min.)

Geschichten aus dem Erdinger Moos (1986 bis 1992)

Ein Dokumentarfilm von Wolfgang Ettlich und Elke Jeanrond

Drei Jahre lang beobachteten die Filmemacher Wolfgang Ettlich und Elke Jeanrond, wie aus grünen Wiesen riesige, planierte Mondlandschaften wurden, wie aus einem Verhau von Gerüsten, Kränen und Betonmischern allmählich neue Formen und Strukturen im Schatten des Towers heranwuchsen. Der Film schildert den Zusammenprall und die Verschmelzung von Tradition und Moderne in Episoden: Ein alteingesessener Bauer hat plötzlich einen aus Canada zugereisten Hotel-Manager zum Nachbarn. Ein Dorf und sein Bürgermeister arrangieren sich mit der Zukunft und ein Bauer baut einen Flughafen-Terminal. Schweine und Kingsize-Betten, karibische Nächte und der Schützenverein, Gewinn und Verlust rücken plötzlich in unmittelbare Nähe. Der Film erzählt mit einem lachenden und einem weinenden Auge vom Wandel im Erdinger Moos: dem Bau des neuen Münchner Flughafens – ein Heimatfilm der besonderen Art.

Mit anschließender Diskussion mit dem Filmemacher und mit Vertretern aus dem AktionsbündnisAufgeMUCkt, das sich gegen den Bau einer 3. Start- und Landesbahn am Münchner Flughafen einsetzt!

Kamera: Hans-Albrecht Lusznat | Sprecher: Ottfried Fischer

Beginn 20:30      Einlass 20:00

Donnerstag, 30. Mai

Die Blutritter (2004 | 86 Min.)

Ein Dokumentarfilm von Douglas Wolfsperger

Jeden sogenannten Blutfreitag nach Christi Himmelfahrt ereignet sich im oberschwäbischen Weingarten ein gigantisches Spektakel. Die Ingredienzien: 3.000 Reiter, 30.000 Zaungäste, viel Pomp, die himmlische Botschaft und eine handfeste Legende über einen angeblich echten Tropfen vom Blute Christi. Die Teilnehmer des für Außenstehende skurrilen, für Beteiligte jedoch geradezu existenziell wichtigen Schaureitens sind die Protagonisten dieses Dokumentarfilms. Was sie umtreibt, worin sie ihren Lebenssinn sehen, worüber sie sich freuen – das alles offenbart Regisseur Douglas Wolfsperger in seinem einfühlsamen Dokumentarfilm, der als BR-Koproduktion entstand.

Die Blutritter geht über ein Gesellschaftsbild über Volksfrömmigkeit und Folklore hinaus. Ein Brauchtum, das nicht nur identitätsstifend wirkt sondern mit diesem Film auch existenzielle Fragen über Glauben, Partnerschaft und Tod aufwirft.

Kamera: Igor Luther („Die Blechtrommel“, „Das Ei ist eine geschissene Gottesgabe“) | Musikkomposition: Hans Jürgen Buchner („Haindling“)

Beginn 18:00      Einlass 17:30

Full Metal Village (2006 | 90 Min.)

Ein Dokumentarfilm von Sung-Hyung Cho

Draußen grasen unter holsteinischem Himmel die Milchkühe, drinnen gibt es beim Kaffeekränzchen selbstgebackenen Kuchen. Auf den ersten Blick ein ganz normales Dorf, wie es in Deutschland viele davon gibt, beschaulich und idyllisch – Wacken. Einmal im Jahr jedoch, am ersten Wochenende im August, ist hier aber richtig was los. Dann findet für drei Tage das Wacken Open Air Festival statt. “Wacken rules!” dröhnt es als Schlachtruf, und 40.000 Heavy Metal Fans mit langen Haaren, schwarzen Ledermänteln und Nietenhalsbändern strömen aus aller Welt in das Dorf…

Max Ophüls Preis 2007, Gilde-Filmpreis 2007, Schleswig-Holstein Filmpreis2006, Hessischer Filmpreis 2006

Beginn 20:30     Einlass 20:00

Freitag, 31. Mai

Die Scheinheiligen (2001 | 80 Min.)

Ein Spielfilm von Thomas Kronthaler

Johannes, ein sympathischer, krimineller Holzschnitzer dringt in das scheinheilige Idyll einer kleinen, oberbayrischen Gemeinde ein, um für den dort ansässigen Pfarrer eine wertvolle Marienfigur zu kopieren. Auf der Suche nach einem Dach über dem Kopf, trifft er auf die alte, verwahrloste Bäuerin Magdalena. Die Gemeinde, geplagt von finanziellen Nöten, träumt von einer Grillstation mit eigenem Autobahnzubringer. Hierfür benötigt man aber den Baugrund von Magdalena. Mit Hilfe von Johannes und dem Asylbewerber Théophile kann sie sich gegen alle Versuche, ihr den Grund abzujagen, erfolgreich zur Wehr setzen.

Eine skurrile Mischung aus Heimatfilm, Komödie und Western, das für Marcus Rosenmüller als Vorbild für seinen Erfolgsfilm »Wer früher stirbt ist länger tot« diente.

Beginn 18:00      Einlass 17:30

Ich bins Helmut (Schweiz | 2009 | 11 Min.)

Ein Kurzfilm von Nicolas Steiner

Helmut feiert seinen 60. Geburtstag. Er ist 57, doch seine Frau hat sich verrechnet. Während die Fassade der kleinbürgerlichen Häuslichkeit allmählich zu bröckeln beginnt, schauen alte Freunde vorbei und verteilen gutgemeinte Ratschläge – eine skurrile Liebeserklärung an die Vergänglichkeit.

Hamburger Deutscher Kurzfilmpreis 2010 | Winterthur Bester Schweizer Film 2009 u.v.m.

Kampf der Königinnen (Schweiz | 2011 | 97 Min.)

Ein Dokumentarfilm von Nicolas Steiner

KAMPF DER KÖNIGINNEN dokumentiert in bestechenden Schwarz-Weiss-Bildern das alljährlich im Mai stattfindende kantonale Finale der Walliser Kuhkämpfe. Der junge Regisseur Nicolas Steiner verflechtet in seinem Film das Kampfgeschehen mit den Erlebnissen der Protagonisten und lässt das Publikum in ein Spektakel voller Spannung, Emotionen, Leidenschaft und feinen zwischenmenschlichen Tönen eintauchen. Ein erfrischend moderner Heimatfilm!

Mit anschließender Diskussion mit dem Filmemacher!

Berlinale Perspektive Deutsches Kino 2011 | Film Festival Locarno 2011 | Best International Documentary 2011

Beginn 20:30     Einlass 20:00

Samstag, 01. Juni

Sound of Heimat ( 2011 | 90 Min.)

Ein Dokumentarfilm von Arne Birkenstock und Jan Tengeler

Wie klingt Deutschland? Gibt es deutsche Heimatmusik abseits des Musikantenstadls? Auf der Suche nach dem Sound unserer Heimat begibt sich der neuseeländische Musiker Hayden Chisholm auf eine Reise quer durch Deutschland und entdeckt dabei Erstaunliches: eine musikalische Vielfalt, die weit mehr ist als Schunkelschlager und die viel über unsere Identität und Wurzeln verrät. SOUND OF HEIMAT ist ein musikalisches Roadmovie, das aus einer modernen Perspektive auf die traditionelle deutsche Musik blickt und zeigt, in welcher Schönheit und mit welchem Engagement hierzulande musiziert und gesungen wird.

Beginn 18:00 Einlass 17:30

JODELFISCH Meer … Musik

Abschlusskonzert der Filmreihe „Heimat mal anders!“

Jodelfisch inspiriert Altes neu, jodelt zu osteuropäischen Liedern und verschiedenen Sprachen, trägt die Hörer mit 4-stimmigem Gesang über Grenzen hinweg mitten ins eigene Herz, sodass man wohlig bei einer nicht verorteten `Heimat` ankommt. Sie fühlen sich dabei wie Fische im Wasser, Jodelfische in den Weltgewässern, Quelle: München, Fluss: undefiniert, Ziel: MUSIK, innig, tanzbar, zum Lauschen und Träumen, irgendwo zwischen Balkan und Bordeaux, schwedischen Seen und griechischen Felsen, Istanbul und der Holledau.
Ein Leckerbissen!

Beginn 20:30                  Einlass 20:00                Eintritt 10,- Euro/ Kombiticket Film+Konzert 15,- Euro

Eintritt 7,-€  |  Kombiticket für alle Filme an einem Abend 10,-€  |  Beginn jeweils um 18:00 Uhr und 20:30 Uhr

Kartenreservierung

info@heppel-ettlich.de oder unter 089-38887820 oder an allen bekannten Vorverkaufsstellen!

Weitere Infos über die Filme: www.heppel-ettlich.de


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