Kinogucken, Kultur

Hinein ins „Wechselbad der Identifikation“ – diesen Sonntag startet der Film BÜCHNER.LENZ.LEBEN

Friederike Nickel

Nach dem Studium der Szenografie und Kulturwissenschaften in Karlsruhe zog es mich vor einem Jahr nach München. Meine Begeisterung für Kommunikation und Kunst lebe ich im Schreiben und der Medienkunst, für interdisziplinäre Projekte im Bereich Theater, Film, Musik und Ausstellung. Meine große Leidenschaft für kulturellen Dialog bringt mich immer wieder auf den afrikanischen Kontinent. Mehr unter www.friederikenickel.de
Friederike Nickel

Vielen ist Georg Büchners „Lenz“ noch aus Schulzeiten bekannt. Büchner schuf dieses literarische Kleinod aus historischen Quellen zur realen Person des Schriftstellers J.M.R. Lenz, aber vor allem auch aus einer visionären Sensibilität für Sprache und Themen, die losgelöst sind von den Begrenzungen der Zeit. Der Film „BÜCHNER.LENZ.LEBEN“ von Isabelle Krötsch, die tätig ist im Zwischenfeld zwischen den bildenden und szenischen Künsten, erspürt das Besondere dieses Textes, hier fungiert dieser nicht als reine Vorlage, sondern als „Anlass“ (Ulrich Kriest im Filmdienst – Das Magazin für Kino und Filmkultur, 6/2015), als Essenz des Films. 

© BÜCHNER.LENZ.LEBEN, Mai 2015

© BÜCHNER.LENZ.LEBEN, Mai 2015

Büchners „Lenz“ bekommt den notwendigen Raum zum Sprechen, über Ausgrenzung und Flucht, über Zerrissenheit als Bestandteil unserer Innenwelt. Das unerschrockene Kameraauge und die mutige Dramaturgie ermöglichen den Zugang in diese sensiblen, uns alle innewohnenden und oft beängstigenden Grenzbereiche des Daseins. Die Sprache wird selbst zum Akteur und der Akt des Lesens zur Handlung.

© BÜCHNER.LENZ.LEBEN, Mai 2015

© BÜCHNER.LENZ.LEBEN, Mai 2015

Hans Kremer lebt die Figur „Lenz“ vor der Kamera, als Büchner erfahrener Theater- und Filmschauspieler hat er im Laufe seiner Karriere dessen Texte quasi einverleibt. Er versteht es, „die feineren Zwischentöne des Textes herauszuholen (…) – mal außerhalb des Textes als (Vor-)Leser, mal innerhalb als der Dichter Lenz.” (Pravu Mazumdar). An den Originalschauplätzen des Novellen-Fragments in den Vogesen begibt er sich mit der Regisseurin Isabelle Krötsch, als Spaziergänger der Sprache auf eine Spurensuche. BÜCHNER.LENZ.LEBEN ist ein cinéastisches Experiment der Stille, das den Zuschauer mitnimmt in die Innenwelten eines unsterblichen Textes, in ein „Wechselbad der Identifikation.” (P.M.)

© BÜCHNER.LENZ.LEBEN, Mai 2015

© BÜCHNER.LENZ.LEBEN, Mai 2015

Hier begegnet uns nicht nur eine zeitlose Hommage an die Dichtung und eine Würdigung der Autoren J.M.R. Lenz und G. Büchner, sondern auch eine andere Art der Literaturverfilmung, die Textvorlage, Bild und Inszenierung feinsinnig miteinander verwebt und Literatur, Theater und Film verbindet. Am kommenden Sonntag findet die Matinée-Premiere im Theatiner Film München statt, dem Herzstück des Autorenkinos und der Filmkunst. Das anschließende Filmgespräch mit Isabelle Krötsch und Hans Kremer wird Ulrich Maass führen, langjähriger Leiter der Reihe „Neue Deutsche Kinofilme“ des Filmfests München.

 

Premiere am Sonntag, den 31. Mai 2015 um 11.00 Uhr im Theatiner Film

(Theatinerstrasse 32, 80333 München)

– mit anschließendem Filmgespräch in Anwesenheit von Hans Kremer und Isabelle Krötsch / Moderation: Ulrich Maass

 

Weitere Aufführungen:

So, 7. Juni / So, 14. Juni

jeweils um 11:00 Uhr

im Theatiner Film – Alle Aufführungen in Anwesenheit von Isabelle Krötsch und Hans Kremer

 

Infos und Karten unter: www.buechnerlenzleben.de / www.theatiner-film.de

 

Büchner.Lenz.Leben – Trailer from DantonDenkRaum on Vimeo.

 

Credits:

Mit: Hans Kremer

Regie: Isabelle Krötsch

Kamera: Herbert Stang

Ton: Volker Geis

Schnitt: Herbert Stang, Volker Geis, Isabelle Krötsch

Verleih: Armin Schuppener I as2edition

 

Eine Produktion des Atelier KREMER I KRÖTSCH.

In Zusammenarbeit mit dem LPM Saarland

2014.

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