Kultur, Kunst

Raum für „GELD“ im Giesinger Bahnhof

Friederike Nickel

Nach dem Studium der Szenografie und Kulturwissenschaften in Karlsruhe zog es mich vor einem Jahr nach München. Meine Begeisterung für Kommunikation und Kunst lebe ich im Schreiben und der Medienkunst, für interdisziplinäre Projekte im Bereich Theater, Film, Musik und Ausstellung. Meine große Leidenschaft für kulturellen Dialog bringt mich immer wieder auf den afrikanischen Kontinent. Mehr unter www.friederikenickel.de
Friederike Nickel

Das schönste Erlebnis mit Geld? Als ich mit sechs Jahren mein erstes Taschengeld bekam, damit beschwingten Schrittes durch die Gassen lief – hin zum Dorf-Laden. Ich kaufte mir eine Tafel Schokolade und zelebrierte damit einen Akt der Freiheit und Selbstbestimmung wie ich ihn vorher nicht gekannt hatte.

Damals begann meine Beziehung mit dem Geld – unter guten Vorzeichen. Geld wurde zu meinem ständigen Begleiter. Geld bescherte mir angenehme Gefühle – vielleicht sogar Gefühle des Glücks, es lies mich Befriedigung und Sorglosigkeit erfahren. Und dann gab es schwierige Zeiten, mit Zorn, Selbstzweifeln…und Abhängigkeitsgefühlen. Ich lernte, dass Münzen nicht nur zwei Seiten haben – es kommt immer eine neue hinzu, wenn man sie umdreht.
Ist Geld Wert? Hat es einen Wert? Hat es Werte? Auf jeden Fall beeinflusst es unseren Selbstwert. Unseren Wert für andere. Unsere Kommunikation. Ich liebte die Plaudereien im Dorf-Laden – hier erfuhr man immer das Neueste und dann gab es noch ein Schokolädchen oben drauf. Geld ist und schafft Kommunikation. Und stört sie. Und zerstört sie. Geldströme fließen durch unsere Welt und durch unsere Adern. Es ist Zeit, dass wir mit unserem Geld in Dialog treten.

Der DantonDenkRaum gibt diesem Dialog Raum: vom 9. – 11. Juni lebt im Kulturzentrum Giesinger Bahnhof das „Parlament des Augenblicks“ – Täglich ergeben sich neben und in einem vielfältigen Programm ungeahnte Wege der Kommunikation, spontane Interaktionen und szenische Recherchen.

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Täglich zu begehen, erleben und zu sehen sind:
Die GELDWÄSCHEREI von Carmen Kovacs auf der Veranda. STRIPTEASE von Tobias Krug, EROBERUNG von Jovita Dermota und Gisela Oberbeck (15.00, 17.00 + x), der direkte Draht zur Installation UNlimetedLIMETED der geheimagentur in Nürnberg, sowie die Ausstellung zum Thema Geld mit den Künstlern : Hans Angerer, Sylvie Banuls, Ulrich Fips Fischer, Johann Gildein, Norbert Grimm, Heribert Heere, Isabelle Krötsch, Gisela Oberbeck, Brigitte C. Reichl – und das Eintauchen in das Bad des PARLAMENT DES AUGENBLICKS (durchgehend)

Am Donnerstag, den 9. Juni 2016
Eröffnungs-Performance
Um 17.30 und 19.00 – geschenkt ! – eine poetisch-musikalische Schleife – mit Beatrix Doderer und Esther Schöpf
Um 20.00 KERN-SPALTUNG-MACHT-SÜNDE – Claus Biegert im Dialog mit dem Posaunisten Sebi Tramontana

Am Freitag, den 10. Juni 2016
Es ist von 13.00 – 17.00 Markt auf dem Giesinger Bahnhof. Interaktionen Mit Despina Olbrich, Carmen Kovacs.
Ab 17.00 entfaltet sich aus dem PARLAMENT DES AUGENBLICKS eine Jam-Seeion mit dem Singer-Songwriter Antun Opic

Am Samstag, den 11. Juni 2016
Ab 11.00 (bis ca. 14.30) findet der interaktive Workshop und Vortrag statt : „ZEIT IST GELD – wie unser Geldsystem unsere Kommunikationsformen beeinflusst“ mit Oliver Sachs, Jovita Dermota und Hans Kremer, u.a.
Heute wird die täglich stattfindende Performance EROBERUNG von der Pianistin Masako Ohta beflügelt.
Ab 18.30 wird der Film 40 Jahre Momo – ein Märchen wird erwachsen gezeigt, eingebettet in eine Lesung aus dem legendären Text von Michael Ende von Jovita Dermota und Hans Kremer.
Im Anschluss gibt es für alle Beteiligten und Anwesenden ein DantonDenkRaum Künstlerfest mit Verpflegung aus der Gleiswirtschaft.

Eintritt : FREI-willig ! Um Spenden wird gebeten.

Infos unter gibt´s hier und hier.

„In Märchen wie dem Rumpelstilzchen, Momo oder großen Theatertexten wie Faust II sehen wir die Nähe von Zeit und Geld, Geld und Alchemie (Wertschöpfung aus dem Nichts), Geld und Macht, Geld und Gesundheit gezeichnet, und können anfangen, Wert und Reichtum neu zu definieren, in dem wir es aus dem diabolischen Schöpfungswahn zum Zwecke der Macht in einen heilenden Schöpfungsakt der Pflege und Verantwortung des Einzelnen für das Ganze (auch für Mutter Erde) zu transformieren, so wie es in den Herzen vieler Menschen bereits stattfindet.“ – Isabelle Krötsch, Initiatorin des DantonDenkRaum
Den vollständigen Artikel kannst du hier weiterlesen…

DantonDenkRaum 2016 – topos GELD from Friederike Nickel on Vimeo.

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