Kultur, Nach(t)kritik

Hipstersound mit Sahnehäubchen

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Seine Reise beginnt auf Indie-Pfaden, schlängelt sich weiter in ruhige Klanglandschaften und endet irgendwo da, wo Pop, Jazz, Soul und Elektro zu einem einzigen großen Gedanken verschmelzen. Chet Faker ist auf dem besten Weg mit nur 7 Songs die Welt zu erobern.

„No Diggity“, der erste seiner Songs – „nur“ ein Cover von Blackstreet - schwimmt 2011 von einem Tag auf den anderen als großer Fisch im Internet-Pool mit und macht aus Nicholas Murphy: Chet Faker. Der Australier sitzt mit der one-and-only-Hipster-Mütze an seinem Piano und kann es selber kaum fassen: mit nur 7 Songs auf Tour gehen und in ausverkauften, deutschen Hallen spielen.

Doch das Publikum ist schon nach den ersten Takten hin und weg. Die leicht kratzige und trotzdem sanfte Stimme, die tiefen satten Klänge, die jazzigen Rhythmen. Und die Lyrics von denen er erzählt, wie er den Moment einfangen wollte, in den Morgenstunden auf dem Heimweg zu sein, immer im Wettlauf mit der aufgehenden Sonne.

Mit Songs über die Liebe tastet er sich langsam vor, bringt seine Band mit Lyrics über die Einsamkeit zum fetzen, bis er mitsamt der Band kurz die Bühne verlässt. Für den Höhepunkt des Abends kommt er alleine wieder: das Instrumental-Stück „Cigarettes and Chocolate“ setzt seinem Repertoire das Sahnehäubchen auf. Chet Faker kann nicht nur sein Gefühlskino zum Klingen bringen, sondern trifft auch mit elektronischen Beats direkt ins Herz eines jeden Konzertbesuchers. Sein rotbrauner Rauschebart wippt den Knöpfen der Sound-Maschine im Takt entgegen, bis zum letzten Ton. Dann schaut er auf, grinst in die Menge und im Kesselhaus bricht ohrenbetäubender Jubel aus.

Foto: chetfaker.com

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