Aktuell
Westend: In dieser Baugrube bekommt München sein vielleicht coolstes Café
- Westend: In dieser Baugrube bekommt München sein vielleicht coolstes Café - 13. Mai 2026
- Die 10 (wirklich) besten Running-Clubs in München - 6. Mai 2026
- Deutschlands erste Radlsauna kommt aus München - 9. Januar 2026
Rooftop war gestern, in München geht der Trend zur Baustellen-Bar. Zum Trinken ohne Dach muss nicht immer auf Dachterrassen klettern. Auch Brachflächen funktionieren offenbar gut als Outdoor-Location. Das Gans am Wasser beweist schn seit ein paar Jahren, wie heimelig sich ein Kiesplatz anfühlen kann, wenn er liebevoll kuratiert wird. Seit Anfang Mai belagern die Besucher:innen am Luise-Kieselbach-Platz die kreativ gestaltete Freiluft-Gastro des Café Backsteinchen auf dem Schotter neben einem ehemaligen Klohäuschen im Niemandsland zwischen Mittleren Ring und Autobahnzubringern. Bereits im vergangenen Jahr eröffnete der Café Kosmos-Gründer in Schwabing mit dem Unter Null einen erfolgreichen Biergarten in einer Baugrube – mit Urban-Garden und lebenden Hühnern.
Im Westend wagt Gastronomin Xenya Jäger nun in die XXL-Edition der Zwischennutzungs-Gastro: Zwischen Bahngleisen, Hochbeeten und urbaner Brachfläche entsteht ein Ort, der alles verbindet, was in München gerade gut ankommt: Selfmade-Design, nachhaltige Produkte, Urban-Gardening, Mitmach-Möglichkeiten, Streetart und coole Preise:
Das im Dazwischen, direkt an der Ganghoferbrücke, zwischen Westend und Sendling, soll ab Ende Mai als offener Begegnungsort Erlebnisse zwischen Café, Biergarten, Nachbarschaftsgarten und Kulturspace bieten.
Wo bislang eine monumentale Betonwand der Tiefgarage zum Quartier Theresienhöhe Lost-Place-Atmosphäre verbreitete, soll künftig ein lebendiger Treffpunkt für Nachbar:innen, Künstler:innen, Familien und kreative Initiativen entstehen. Mit Kaffee, Aperitivo, Mezze, improvisierten Sitzlandschaften und viel Platz für Kunst, Musik und spontane Ideen versteht sich im Dazwischen weniger als klassisches Gastroprojekt — sondern vielmehr „als soziale und kulturelle Stadtutopie”mitten in München, wie Gründerin Xenya Jäger im Interview mit MUCBOOK berichtet.

Mucbook: Wie bist du auf die Idee gekommen, an diesem Ort ein Café zu eröffnen?
Xenya: Als ich dort vor vier Jahren ein Hochbeet (Anm. d. Red. Green City betreibt dort ein Urban-Gardening-Projekt) hatte, dachte ich sofort, dass dieses Areal unglaublich viel Potenzial hat und man auf der wilden Brachfläche so viel mehr entstehen lassen könnte. Damals stand dort noch ein Gebäude-Mock-up und der ganze Lost-Space wirkte so in seinem Konzept nochmals verloren und gleichzeitig faszinierend eigenständig.
Genau das hat mich daran begeistert.Und wenn man dann noch weiß, dass nur wenige Meter weiter in den Tiefen unter anderem die Oktoberfest-Zelte lagern und die Kammerspiele ihr Lager haben, bekommt dieser Ort nochmal eine ganz eigene Magie. Ich war damals hochschwanger und musste diese Idee aber erstmal etwas wegschieben. Ende 2023, Anfang 2024 habe ich dann aber ein Konzept beim Bezirksausschuss Schwanthalerhöhe eingereicht und meine Ideen präsentiert.
Damals war es noch viel größer gedacht. Nun starten wir etwas kleiner, aber nicht weniger motiviert, um diesen tollen Ort zu einem lebendigen Ort zu verwandeln. Mit dem im Dazwischen möchten wir einen offenen, lebendigen und familienfreundlichen Ort schaffen, an dem Kultur, Musik, Gastronomie, Bildung und Nachbarschaft zusammenkommen. Uns geht es darum, einen niedrigschwelligen Raum für Begegnung, Austausch und gemeinsames Erleben zu schaffen und dies für unterschiedliche Generationen, Hintergründe und Ideen.
Und gleichzeitig ist das Projekt für uns erst ein Anfang: Viele meiner und unserer ursprünglichen Visionen stecken weiterhin darin. Wir hoffen, dass sich über Kooperationen, kreative Akteur:innen und neue Synergien nach und nach noch mehr davon verwirklichen lässt.
Kann man bei euch drinnen und draußen sitzen?
Xenya: Bei uns sitzt man draußen, oberhalb der GreenCity-Hochbeete auf improvisierten und zusammengesammelten Sitzlandschaften, unter Schirmen und zwischen Pflanzen. Zusätzlich entsteht ein kleines „Wohnzimmer“ in einem Workshop-Container als Schlechtwetter-Option. Perspektivisch soll außerdem eine kleine Bühne entstehen, die für Open-Stage-Formate, Musik, Lesungen oder spontane Ideen genutzt werden kann.
Zudem wird es einen kleinen Kinderbereich geben, aber keinen Spielplatz und auch kein klassisches Sandkasten-Set Up. Sondern ein kleiner Bereich mit Erlebnispädagogik-Angebot, wo auch regelmäßig Events und Mitmachen-Aktionen für Kinder stattfinden werden.
Auch die lange Betonwand soll sich verändern?
Xenya: Die Graffiti-Wand „THE PIT“ wird von dem Künstlerkollektiv „Graphism” und der Munich Graffiti Library kuratiert: Am Wochenende des 20./21. Juni gestalten rund 30 Künstler:innen die Wand im Rahmen einer gemeinsamen Erstbemalung als zusammenhängendes Gesamtkunstwerk. Damit wird die Wand der Tiefgarage des Tiefbauwerks/Münchner Wohnen offiziell als legale Graffiti Hall of Fame eingeweiht. Am Samstag begleitet ein kleines Opening mit Musik und ein paar Specials die Aktion.

Was steht bei dir auf der Speisekarte?
Xenya: Unser Speise- und Getränke-Angebot ist bewusst unkompliziert gehalten: Von Softdrinks, Kaffee, Bier, Wein und Aperitivo bis hin zu Mezze-Tellern, Snacks und Gebäck, die zu diesem Ort passen: Also ein bisschen Café, ein bisschen Biergarten, mitten im Grünen der Stadt. Wir starten erstmal mit einer kleinen Speisekarte und würden das Angebot gegebenenfalls mit der Zeit ausweiten.
Wann eröffnet das Café?
Xenya: Wir eröffnen hoffentlich am letzten Mai-Wochenende oder spätestens eine Woche drauf, also Anfang Juni. Unsere Zwischennutzung geht zunächst bis Ende 2027, mit der guten Aussicht auf Verlängerung.
Wie sind die Öffnungszeiten?
Xenya: Das im Dazwischen wird in der Hauptsaison Dienstag bis Sonntag geöffnet haben, aber flexibel bei Wetter und Bedarf, bzw. je nach Veranstaltung. Von den Zeiten wird es unter der Woche wahrscheinlich gegen 14/15 Uhr starten und dann in den Abend hinein, bis 22 Uhr. Am Wochenende starten wir dann schon vormittags und dann den ganzen Tag. Samstag natürlich auch bis 22 Uhr und am Sonntag wird es wahrscheinlich bis ca. 20/21 Uhr gehen.

Es soll auch ein Mitmach-Ort sein. Wie kann man sich einbringen?
Aktuell suchen wir Menschen, Nachbar:innen, Initiativen, Künstler:innen, kreative Partner:innen und verrückte Ideen, die Lust haben, das „im Dazwischen“ gemeinsam mit uns weiterzuentwickeln und mit Leben zu füllen. Außerdem benötigen wir noch Unterstützung in der Gastro und in der Vereinsorganisation und Programmplanung. Meldet euch gerne unter info@imdazwischen.de