tagebook von Heppel & Ettlich

Karl Valentin

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Monologe, Dialoge und Couplets mit Franz Westner

Anlässlich seines 65. Todestages und 131.  Geburtstages mit einem vergnüglichen Glückwunsch zu Wagners  200. Valentins Bühnenleben begann als Alleinunterhalter. Als Carles Fey tourte er mit seinem selbstgebauten lebenden Orchestrion ziemlich erfolglos durch Deutschland. Vermutlich 1909 hatte er erstmals Erfolg mit seinem Monolog Das Aquarium und wurde am Frankfurter Hof in München als Volkssänger engagiert. Seine Komik lebte nun, abgesehen von seiner ureigenen Gestalt, vom Slapstick, vom Spiel mit der Sprache, und vom ständigen Kampf mit der Realität und der Gesellschaft.

Viele Nachgeborene Komiker und Clowns haben von ihm profitiert und so kann und sollte heute Vieles von Denen die ihm nachspürten (Beckett, Loriot, Kabarettisten und Clown Pantomimen) wieder als Bereicherung in ein modernes Valentin Solo einfließen.

Das Programm „Halt dir amal d’Ohrn zua, dann schaug i, ob i di riach.“ wird also keine Aneinanderreihung bekannter historisierender Valentintypen, sondern eine Comedy Show mit Texten von Valentin Ludwig Fey, wie ‚Er‘ bürgerlich hieß. Aber das Hauptaugenmerk liegt dabei, wie bei ‚Ihm‘ selbst, auf der Ausweg- und Hilflosigkeit des Daseins an sich und des Umgangs damit.

Der vergnügliche Glückwunsch zu Wagners 200. leitet sich erstens her aus Texten Valentins, in denen er Bezug nahm zu Lohengrin und Tristan und Isolde (Kreszenz Hiaglgwimpft, Historisches und Zwangsvorstellungen) und zweitens aus der Ouvertüre zu Tristan und Isolde, die als Begleitmusik unter zwei Dialogen (Am Heuboden, Interessante Unterhaltung) liegt und, eventuell sogar ernst gemeint, die Bedeutung des Gesprochenen zu unterstreichen hilft.

Für das Programm ausgewählte Texte: Zwangsvorstellungen, Das Aquarium, Kreszenz Hiaglgwimpft, Am Heuboden, Unpolitische Käsrede, Ja so warns de oidn Rittersleut, Trommelverse, Die bayerischen Seen, Der Regen, Rezept zum komischen Salat, Interessante Unterhaltung, Historisches, Riesenblödsinn, Die Friedenspfeife, Chinesisches Couplet und Der Weltuntergang.

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Franz Westner – in der Münchner Au geboren, aufgewachsen und zur Schule gegangen – studierte erst mal an der FH Design und an der HfP Politik. Die Erkenntnis, dass er in diesen Disziplinen nur Schauspieler sein könne, führte ihn konsequenterweise zum Theater und so spielte er in Deutschland, Österreich und der Schweiz klassische und moderne Rollen und wirkte in zahlreichen Fernsehproduktionen mit.

Und manch einer erinnert sich noch an seine Karl Valentin Abende im Theater im Schlachthof (2001, Riesenblödsinn) und im legendären Hinterhoftheater (1991, Friedenspfeife im Aquarium). Wobei er nie den Valentin selbst nachspielte, „denn ‚an Vale‘ könnt man ja gar nicht spielen, das wär ja lächerbar, da müsst man ja sein wie er, und er war bekanntlich einmalig. Aber die Texte von Valentin Ludwig Fey, wie er bürgerlich geheißen hat, kann man zum Besten geben, also am allerbesten spielen, als Höllentanz der Vernunft im Teufelskreis des Irrsinns.“

Theater Heppel & Ettlich | Do 19. – So 22. September | Beginn 20:30 | Einlass 19:30 | Eintritt 17,-/10,- Euro (Schüler/Studenten)

PREMIERE am Donnerstag, 19. September

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