tagebook der Kammerspiele

Knips das mal

Juliane Becker

Heute Abend ist Premiere von Exiles in den Münchnner Kammerspielen. So war die letzte Probe, das können wir von dieser Inszenierung erwarten:

(c) Judith Buss

(c) Judith Buss

10:30 Uhr im Foyer des Schauspielhauses. Heute ist Fotoprobe. Ungefähr fünfzehn Fotografen bauen bereits ihre teuren Apparate zusammen. Meine studentische Nikon liegt derweil traurig und mit kaputtem Akku daheim, aber gegen die Profis käme die eh nie an. Meine Mitbloggerin Alexandra gesellt sich vom Balkon zu den Herren und Damen ins Parkett und knipst mit. Ohne Blitz, versteht sich. Nur knappe zwanzig Minuten dauert das Shooting, die Schauspieler lassen sich vom klackaklackaklack nicht stören und spielen routiniert ihre Szenen durch. Heute haben wir auch Gesellschaft auf dem Balkon; eine Klasse von Schülern der Bühnenbildnerin Katrin Brack sitzt bei uns. Wobei mir nicht ganz klar ist, wieso, denn das Bühnenbild ist nun wirklich nicht besonders imposant.

So ganz fest steht das Endergebnis aber wohl noch nicht. Immer wieder bemerke ich im darauffolgenden Durchlauf extreme Änderungen in Bewegung und Tonfall der Darsteller. Ob das einer improvisationsaffinen Haltung oder aber einer noch nicht existierenden Finalfassung geschuldet ist, ist schwer zu sagen. Seit Neuestem darf Kristof auch den obligatorischen Halbnackten auf der Bühne geben und sich für wenige Minuten aus seinem Fatsuit schälen.

Was kommt nun auf uns zu? Verkürzt gesagt, ein Beziehungsdrama. Eine autobiographische Aufarbeitung des (Liebes-)Lebens aus der Feder von James Joyce, eingedampft auf anderthalb Stunden Theater. Minimalistisch inszeniert, ruhig, unaufgeregt. Sehenswert? Wird sich zeigen – heute um 20 Uhr in den Münchner Kammerspielen.

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