Kultur

Leere, Bedrohung, Wahnsinn: „Sweat of the sun“ bei der Münchener Biennale

Juliane Becker

Klaus Kinski will eine Oper bauen. Mitten im peruanischen Dschungel. Das ist die übersichtliche Handlung von Werner Herzogs „Fitzcarraldo“, der Anfang der Achtziger einen Preis nach dem anderen abstaubte. Weil Kinski bekanntermaßen alles andere als ein einfacher Mensch war, gestaltete sich der Dreh recht interessant: seinen legendären Wutausbruch am Set kennen nicht nur eingefleischte Cineasten. Für Herzog wohl auch kein schönes Erlebnis. Sein Tagebuch „Eroberung des Nutzlosen“ kreist um die Erinnerungen an den Dreh, an Kinski, an den Dschungel. Sprachlich geschliffen, fast schon wuchtig. Bestens geeignet also, um es in Musiktheater zu verwandeln – Komponist David Fennessy kreiert für diese Uraufführung, die den klangvollen Titel „Sweat of the sun“ trägt, ein dreidimensionales Erlebnisstück. Die Musiker sitzen zwischen den Zuschauern, eine „Landschaft“ aus Orchester, Darstellern und Publikum entsteht.

„Hier wird keine Geschichte erzählt oder gar nacherzählt, hier werden Empfindungen erfahrbar gemacht. Leere, Bedrohung, Wahnsinn.“ (BR Klassik)

Am gestrigen Sonntag war die Premiere, am 30. und 31. Mai gibt es zwei weitere Vorstellungen in der Muffathalle.


In aller Kürze:

„Sweat of the Sun“ nach „Eroberung des Nutzlosen“ von Werner Herzog
30./31. Mai 2016, Muffathalle, 20 Uhr
Tickets zu 18 bzw. 10 Euro hier


Bildquelle: (c) Franz Kimmel

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