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Lisi Brizuela und das Hallo Projekt

MUCBOOK Clubhaus

Unsere Mucbook Clubhäuser sollen nicht nur Coworking Spaces sein, sondern auch Menschen zusammenbringen, daher freut es uns, das Hallo Projekt von Lisi Brizuela ab nächstem Jahr bei uns begrüßen zu dürfen. Was es damit auf sich hat und warum wir von ihrem Projekt so begeistert sind erfährst du in unserem kleinen Interview mit ihr:

PROJEKT-INFOS

1. Long story short: Dein Projekt in einem Satz erklärt.

Wo Generationen und Kulturen zusammenkommen

2. Warum braucht die Welt dein Projekt?

Das Projekt bringt zwei Zielgruppen auf Augenhöhe zusammen und fördert die Hilfe zur Selbsthilfe. Durch unsere gemeinsamen Aktivitäten werden die Einwanderer ermutigt, ihre deutschen Sprachkenntnisse in einer vertrauensvollen Umgebung anzuwenden und zu verbessern. Die Senioren werden involviert und wertgeschätzt, denn sie helfen den Einwanderern, und lernen gleichzeitig über andere Kulturen und Generationen. Durch diese win-win Situation wird die Integration und die aktive Teilnahme beider Gruppen in der Gesellschaft gefördert.

3. Welches Erlebnis hat dich dazu inspiriert, deine Idee in die Tat umzusetzen?

Als ich nach Deutschland umgezogen bin, wollte ich Deutsch lernen und mich integrieren, aber es war viel schwerer als ich dachte. Im Sprachkurs hatte ich die Theorie gelernt, aber die Praxiserfahrung fehlte. Ich habe mit mehreren Tandems versucht, Deutsch zu üben, aber es hat nicht immer funktioniert. Die Personen waren entweder sehr beschäftigt oder es war schwer, einen Termin zu vereinbaren. Wir hatten uns getroffen, aber hatten keine gemeinsamen Interessen und somit kein Konversationsthema oder aber es hatte super gepasst und dennoch haben wir uns nie wiedergesehen. Leider spielen diese Kleinigkeiten eine große Rolle, wenn man neu in einem Land ist und versucht die Sprache zu lernen und sich wie zu Hause zu fühlen.

Danach hatte ich einen Job auf Englisch gefunden und habe sehr wenig Deutsch gesprochen. Genau dieses Problem hatten viele meiner Freund*innen in München.

Gleichzeitig hatte ich gemerkt, dass es viele ältere Menschen gibt, die nach Flaschen im Müll suchen. Ich habe mich informiert und herausgefunden, dass das Rentensystem in Deutschland nicht so gut ist, wie ich dachte. Ich wollte diesen Menschen helfen und hatte es mit einem ähnlichen Projekt bereits 2017 versucht, aber leider hat es nicht funktioniert. Ich konnte lediglich das Interesse der Einwanderer wecken.

2018 habe ich es jedoch nochmals versucht, aber anstatt des Themas Altersarmut, habe ich Alterseinsamkeit gewählt und es hat funktioniert!

Meine größte Motivation das Projekt zu machen und weiterzuentwickeln ist, dass ich nicht möchte, dass andere Einwander*innen die gleichen Erfahrungen machen wie ich. Alle sollten die Möglichkeit haben die Sprache zu lernen, zu üben und sich zu integrieren. Meine Idee besteht nicht nur darin, mit älteren Menschen Deutsch zu lernen, sondern auch dazu beizutragen, die Einsamkeit beider Gruppen zu überwinden, sodass sich alle wohl und wie zu Hause fühlen. Dafür bilden wir auch eine Community, in der sich alle gegenseitig unterstützen und Freundschaften schließen können.

4. Wie kann man dich finden und erreichen?

Jeden ersten und dritten Mittwoch im Monat im Mucbook Clubhaus vom 16.00 bis 19.00 Uhr oder online unter lisi.brizuela@leb-bunt.org oder 0171 3398766.

PERSÖNLICHE ERFAHRUNGEN/TIPPS

5. Was sind deine persönlichen Hacks und Fails als Gründer*in?

Reden, reden, reden. Erzähle jedem und jeder über dein Projekt und wie sie Dich unterstützen können.

Egal wie tief du gefallen bist, steh immer wieder auf!

6. Wie überwindest Du täglich deinen inneren Schweinehund, um Schritt für Schritt deinem Ziel näher zu kommen?

Ich denke immer an das, was mich inspiriert hat das Projekt zu gründen. Keine Schritte sind zu klein, wichtig ist immer weiterzumachen!

COWORKING/SELBSTSTÄNDIGKEIT

7. Warum bist du Coworker*in im MUCBOOK Clubhaus?

Weil ich die Werte vom MUCBOOK teile und finde, dass das Coworking ein entspanntes, zentrales und cooles Space zum Arbeiten ist.

8. Selbstständigkeit in München: Was ist die größte Herausforderung? 

Bezahlbares Co-Working/ Miete

9. Die Münchner Start-Up-Szene braucht mehr Unterstützung. Wie kann die deiner Meinung nach aussehen?

Mit mehr Netzwerk-Veranstaltungen und Möglichkeiten, um sich nicht nur auszutauschen sondern auch anderen Start-ups zu helfen!

10. Welche Münchner Start-ups inspirieren Dich?

Alle Social-Startups! Alle mutigen Entrepreneurs, die die Welt ein bisschen besser machen möchten, sind eine Inspiration für mich.

11. Neben dem MUCBOOK Clubhaus: Dein Lieblingsort in München?

Marienplatz! Es erinnert mich daran, wie schön München ist und dass ich in Europa lebe, sehr sehr weit weg von meiner Heimat.

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