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An einem verregneten 1. Mai war es wieder so weit: die Abschlussklasse der Linie 1 der Iwanson International School of Contemporary Dance in München hatte ihren großen Abend im Gasteig. Siebzehn junge Tänzerinnen und Tänzer aus der ganzen Welt traten in Choreografien von Jochen Heckmann, Patrick Delcroix, Caroline Finn und vielen mehr auf. Ein wirklich abwechslungsreicher und beeindruckender Abend mit vielen jungen Künstlern, die nach wochenlanger harter Arbeit eine tolle Show präsentierten.

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Stefan Sixt, Geschäftsführer der Schule, eröffnete mit einer Rede den Abend und im Anschluss wurde der Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter auf die Bühne gebeten, um ein paar Worte als „Kulturbürgermeister“ an das Publikum zu richten. Eine nette Anekdote am Rande war, dass Bürgermeister Reiter und seine Frau, eine ehemalige Iwanson Schülerin, an diesem Abend ihren 11. Hochzeitstag feierten.

Den Anfang machte das energiegeladene Stück „…meaning, very wise“ von Minka-Marie Heiß über Sisyphos, den König zu Korinth aus der griechischen Mythologie, der sich durch seine große Weisheit auszeichnete. Mit witzig inszenierten Monologen und einer herausfordernden physischen Choreografie wurde Sisyphos mehrmals von den Toten zurückgebracht.

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Darauf folgte das Stück „looparoundandround“ von Jochen Heckmann, welches gleich zu Beginn die Vielfalt der Tänzer und Tänzerinnen zeigte. Mit Musik von Georg Friedrich Händel, vielen kleinen Gesten und fließenden, eher neoklassisch angehauchten Bewegungen, wurde das Publikum in die abwechslungsreiche Welt des modernen Tanzes entführt.

Johannes Härtl, Direktor der Iwanson International, zollte mit seiner Choreografie „Leaving the Midnight Train to Lissabon“ Pina Bausch Tribut, indem er mit Tänzerinnen in langen Kleidern und entsprechenden Gesten eine morbide, düstere Stimmung kreierte.

Zum 40. Jährigen Jubiläum der Iwanson International boten Antonia Cop und Marta Rak das Stück „Gesichter“ von Jessica Iwanson aus dem Jahre 1984 dar. Über die vielen Jahre wurde das Duett bereits von 30 unterschiedlichen Paaren aufgeführt und ich erinnerte mich, dass ich es bereits als junges Mädchen sehen durfte. Das Stück handelt von zwei Schwestern im 19. Jahrhundert die im Schatten ihrer dominanten Mutter stehen.

Was passiert wenn ein Tänzer sich verletzt? Dieses Thema griff Katja Wachter in ihrer Choreografie „Support Group“ aus. Sehr witzig und innovativ inszenierte sie mit Liedern der Beatles und live Gesangseinlagen der Tänzerinnen und Tänzer dieses schwierige Thema.

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Zur dreijährigen Tanzausbidlung an der Iwanson International gehört auch Jazz Dance, was im Stück „Demons“ von Isabelle Blum mit vielen Hebungen, Drehungen, akzentuierten Bewegungen und hohen Beinen gezeigt wurde.

Mit Mut zur Hässlichkeit verzauberte Caroline Finn mit ihrem Stück „Pigeon“ nach der Pause die Zuschauer. Ihre ulkigen Bewegungen im Stile von Tauben hinterließen ein frisches Gefühl und ein Lächeln auf dem Gesicht. Besonders schön anzusehen, war der junge Tänzer Jon Olofsson Nordin mit seinen fließenden Bewegungen und präsentem Ausdruck auf der Bühne.

Den Abschluss bildete Jessica Iwansons Choreografie „Hotel Danube“ aus dem Jahre 1978, das im Tanztheater-Stil ein wildes Treiben in einem Hotel zeigt. Das Küchenpersonal versucht verzweifelt ein Huhn zu fangen, betrunkene Russen okkupieren die Tische der anderen Gäste, eine feine Gesellschaft tanzt im Hintergrund und der Hotelchef versucht alles einigermaßen zusammenzuhalten.

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Haltet die Augen offen für „Junger Tanz München“ im nächsten Jahr!

 

Fotocredits: Detailed People http://detailedpeople.com

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