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Meine Halte: Aberlestraße – zwischen Vergangenheit und Zukunft

Sobald ich aussteige, bin ich vom Straßenverkehr überwältigt. Denn Ruhe herrscht selten in der Lindwurmstraße. Zwischen Ludwigvorstadt-Isarvorstadt (wo es viele hippe Cafés und vegane Restaurants gibt) und Sendling (wo man indische, asiatische und türkische Familien-Betriebe findet) liegt meine Haltestelle, die Aberlestraße. Eine Gegend, die mitten in der Gentrifizierung steckt und damit sowohl die Vergangenheit als auch die Zukunft repräsentiert.

Charmante Gegensätze

Nur 50 Meter von der Haltestelle entfernt ist ein trashiger Dominos Laden an der Ecke und verkauft direkt vor einem schicken Fitnessstudio fettige Pizzas. Welch Ironie – oder auch Test – für die motivierten Sportler*innen! Auf jeden Fall bringt mich dieses Nebeneinander immer wieder zum Lachen.

Warum mag ich die Gegend sonst noch so gerne? Abgesehen von Dominos Pizza – der mich nachts bei Hungeranfällen rettet – hört man auf der Straße alle möglichen Sprachen. Und nur selten deutsch: Kroatisch, Arabisch, Persisch und Vietnamesisch schon eher. Meine Ecke erinnert mich an die Vielfältigkeit Münchens. Hier muss sich niemand schämen oder verstecken. Und die Azubis von der nahe gelegenen Berufsschule in der Lindwurmstraße wärmen immer wieder mein Herz: Denn sie lachen, tratschen und genießen einfach ihre Zeit zusammen.

Krimskrams und Nomnoms

Zeit für einen kleinen Spaziergang: Die Lindwurmstraße runter findet man einige Secondhand-Läden, wie zum Beispiel ReSales, der durch günstige Klamotten überzeugt, und Bric-à-Brac, ein charmantes und zauberhaftes Schlaraffenland für alle Vintage-Fanatiker. Der Name stammt übrigens aus dem Französischen und bezeichnet kleinere Kunstobjekte (object d’art) wie zum Beispiel mit Blumen gemeißelte Teetassen, Tierfiguren aus Glas und kleine Vasen. Von Mode bis hin zu kitschiger Keramik und Deko: dort kann man sich in der bunten Auswahl richtig verlieren. 

Auch die Münchner Ausländerbehörde liegt gegenüber meiner Haltestelle. Sie bringt Menschen aus der ganzen Welt in meine Nachbarschaft. Ich denke mir immer: Wie schön, dass ich mich heute nicht stundenlang hier anstellen muss. 

Veganer Leckerbissen – das müsst ihr probieren

Für die Hungrige gibt es in meinem Viertel noch ein verstecktes Prachtstück. Wenn man die Lindwurmstraße weiter fährt bis zum Goetheplatz und rechts in die Haberlstraße biegt, entdeckt man Dr. Drooly: ein komplett veganer Pizzaladen. Den Slogan „Fresh, Juicy, Slippy“ kann man wirklich wörtlich nehmen. Von klassischen italienischen Pizzas wie Margherita und vier Käsesorten bis zu saftigen und köstlichen eigenen Rezepten (wie die Bombe Calabrese mit Beyond Sausages und die Happy Pig mit gerösteten Prosciutto und veganem Gorgonzola) wird hier garantiert jeder Foodlover glücklich. Allein für diese Pizza solltet ihr mal in meine Gegend kommen!

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