Kultur, Nach(t)kritik

Glückliche Schweden

Annette Walter

Journalistin. Mag München als zweite Heimat, naturgemäß. Popkulturelles auch.
Annette Walter

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Shout Out Louds (c) Universal/Frode & Marcus

Waren das noch selige Eingeweihten-Zeiten, als man die Shout Out Louds vor einer Dekade in wohnzimmergroßen Kellerclubs auf gefühlt handtuchgroßen Bühnen erleben durfte. Wir waren am Donnerstag natürlich trotzdem auf dem Konzert im Muffat.

Die Bühnen, auf denen die Shout Out Louds mittlerweile auftreten, sind größer als früher, die Lightshow U2-iger  und der Bart von Sänger Adam Olenius Scott-Matthews-artiger. Im Gegensatz zu Matthews fehlt den Schweden aber eine versponnene Nerdigkeit, denn ihre Songs negieren, obwohl sie natürlich lustvoll im Liebeskummer schwelgen, jegliche Düsterkeit, sondern strotzen vor weltumarmendem Powerpop-Optimismus.

Ein typischer Shout Out Louds-Song fühlt sich an, als breche in vier Minuten zwanzig Mal die Sonne durch eine dichte Wolkendecke. So ungefähr lässt sich auch das Gefühl umschreiben, das man im Münchner Konzert empfindet. Von Album zu Album wurden die Schweden orchestraler und pompöser. So kommen ihre in der Mehrheit großartigen Popsongs live auch ziemlich breitwandig daher.

Bis heute bleibt ihr Schlüsselsong „Please please me“, der in der Mitte des Sets im Münchner Muffatwerk einschlägt wie eine Offenbarung. “It’s quite scary when you wake up in the same old clubs”, singt Adam Olenius darin und muss ganz bestimmt keine Angst haben, in einem muffigen Club zu versacken, so gut gefüllt ist das Muffatwerk und so ausgelassen feiern die Fans diese mittlerweile seit zehn Jahren existierende Band.

Copyright Foto: Universal/Frode & Markus

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