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Stattpark Olga: Hilfe gesucht – Hilfe gefunden

Cosima Eiwan

Anfang des Jahres hat sich der Stattpark Olga e.V. in einer schwierigen Situation wiedergefunden: Sein Stellplatz am Gottfried Ring 4, auf dem das Kulturprojekt bisher seine Bauwagen und LKWs mit ihren verschiedenen Angeboten aufgebaut hatte, musste geräumt werden. Dort soll eine Schule gebaut werden. Besonders angespannt wurde die Situation Ende Oktober. Der Stattpark muss fristgerecht den Platz am Gottfried Ring verlassen, um die kommenden Bauarbeiten nicht aufzuhalten – gleichzeitig fehlt bisher der nötige Platz.

München braucht Olga

Was genau ist der Stattpark Olga und warum ist er so ein besonders Projekt?
Der Wohn- und Kulturraum bietet den Mitgliedern des Vereins nicht nur ein zu Hause, sondern auch eine ganz besondere Gemeinschaft. Hier geht es darum, einander zu unterstützen, sich gegenseitig zu fördern und das auch an Außenstehende heranzutragen. Es werden besondere Veranstaltungen auf Spendenbasis angeboten, aber auch feste Angebote wie zum Beispiel die Fahrradwerkstatt oder der Umsonstladen. Dieser bunte und offene Ort des Vereins ist ein Anlaufpunkt für alle Münchner*innen.

Kein Wunder, dass sich der Stattpark Olga in seiner Notlage auch an seine vielen Unterstützer*innen gewendet hat – München braucht Olga eben.
Binnen einer Woche haben sich 600 neue Unterstützer*innen für das einzigartige Kulturangebot gefunden, wie Andreas Morgenstein, einer der Bewohner*innen, berichtet. „Für uns war das ein supertolles Zeichen, dass wir gemerkt haben, dass so viele Leute das Projekt super finden und das weiter in der Stadt haben wollen“, erzählt er. „Das hat uns echt den Rücken gestärkt.“

Platzsuche 2022

So bezeichnet der Stattpark Olga e.V. die kontinuierlichen Bemühungen seit Februar diesen Jahres. Schon damals waren die Verantwortlichen in Gesprächen um einen Stellplatz in der Heinrich-Wieland-Straße verwickelt. Auf diesen Ort wurde der Verein auch durch einen ihrer Unterstützer aufmerksam. Ein Stadtrat aus der Gegend kannte den Platz schon länger und hat Andreas Morgenstein und seine Mitbewohner*innen eingeladen, einfach mal vorbeizuschauen. Eigentlich könnte der Platz „ganz gut passen“, wie Andreas über den ersten Eindruck zum potenziellen, neuen Standort berichtet. Das einzige Problem: zu wenig Platz.

Mit einem Informationstag Anfang Oktober bemühte sich der Stattpark seinen neuen und alten Unterstützer*innen die Situation so genau wie möglich zu zeigen. Den „alten“ Standort und das Angebot, das dort aufgebaut und angeboten wurde, und den potenziellen „neuen“ Standort, auf dem bisher nicht alles Schöne und Außergewöhnliche, das den Stattpark Olga ausmacht, verstaubar ist.
Kurz darauf gibt es einen Hoffnungsschimmer. Ein Termin vor Ort mit verschiedenen, für das Projekt wichtigen Organisationen, wie beispielsweise der Lokalbaukommission und dem Gartenbaureferat, führt zu einem machbaren Kompromiss. „Zwar ist das Grundstück immer noch erheblich kleiner als unser aktuelles, dennoch sind wir zuversichtlich, dass wir es schaffen, unser Projekt an diesem Ort nach unseren Vorstellungen zu gestalten. Wir freuen uns schon darauf, den Ostpark mit unserem Kulturangebot zu bereichern“, sagt die Bewohnerin Sintje Göritz.

Olga bleibt in München!

„Wir sind gerade mitten dabei den Umzug zu planen“, updatet Andreas. „Aktuell warten wir auf das ‚Go!‘, dass wir hindürfen und mit aufbauen anfangen können. Da bedarf es aber noch ein paar Prüfungen von Seiten der Stadt, ob das alles so von unserem Aufstellungskonzept her ok ist. Gleichzeitig räumt das Gartenbaureferat schon Teile des Platzes leer für uns.“ Leider gibt es noch kein festes Datum, ab dem Nachbar*innen und alle anderen interessierten Münchner*innen herzlich in die kreative, hilfsbereite kleine Gemeinschaft eingeladen sind.

Die Bewohner*innen des Stattpark Olga rechnen damit, dass für ihren Umzug um die zehn Wochen benötigt werden und hoffen dann, dass sie sich gemütlich auf ihrem neuen Platz in der Heinrich-Wieland-Straße einrichten können. Sie haben auch schon Ideen, wie sie mit dem Platzproblem umgehen wollen. „Es ist auch so ein bisschen unser Ziel unser Angebot ein bisschen in den Ostpark reinzuspielen, der ganz in der Nähe von der Heinrich-Wieland-Straße ist.“, erzählt Andreas. Bis sich die zukünftigen finalisiert haben, hat der Stattpark Olga eine Nachricht an München: „Alle sind super gerne eingeladen einfach mal vorbeizuschauen und weiterhin unser Angebot anzunehmen, was wir machen, aber auch unsere Lebensweise selbst nachzuleben.“

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