Susi Gelb Palme Odeonsplatz Lenbachplatz
Aktuell, Kultur, Kunst

Diesen Sommer wird die Innenstadt zum Tropenwald

Lea Haufler

Hello hello, who is calling?
Mucbook hier, haste Stift und Papier?
Klare Sache, da ist die Lea doch dabei,
War doch immer schon Fan der Schreiberei!
Lea Haufler

Du schlenderst an einer riesigen Palme auf dem Odeonsplatz vorbei und erblickst in einem Schaufenster ein Mini-Haus, für ganz ganz kleine Menschen. Auf deinem weiteren Weg an die Isar ertönt dann plötzlich Musik. Ein kleines Kind sitzt mitten in München an einem Klavier, das aussieht wie ein Kaninchen und spielt wie der junge Mozart.

Nein, das ist kein alberner Fiebertraum. Das alles ist bald Realität.

Denn in diesem Jahr fördert die Stadt zahlreiche aufregende Kunstprojekte im öffentlichen Raum. In unseren dreiteiligen Serie möchten wir euch einige der Projekte vorstellen, die die Straßen und Plätze Münchens für alle Passanten bunter und spannender gestalten werden.

Die Tropen kommen nach München

Nachdem wir euch in Teil 1 und 2 schon die Street Pianos und die kleinen Ton-Wohnungen in den Nischen Münchens vorgestellt haben, wird es nun Zeit für Susi Gelbs „No such things grow here„.

Gemäß dem Titel des temporären Kunstprojekts erwartet uns Ungewöhnliches: Findet man auf Münchens Grünflächen vor allem Bäume wie Buchen und Weiden, wachsen schon bald lauter tropische Pflanzen mitten aus dem Beton, mitten in der Innenstadt. Mitten im Hochsommer. Vom 21. Juli bis zum 21. August holt München ein bisschen Tropen-Flair in die Stadt. Also: falls es nichts mit dem Thailand-Urlaub wurde – dieses Kunstprojekt verschafft euch einen kleinen Trost.

Susi Gelb No Such Things Grow Here

Auf Münchens großen Plätzen

Wir sollten also die Augen offen halten. Übersehen kann man die Kunst aber sowieso nicht. Denn an drei prominenten Orten in der Innenstadt, dem Odeonsplatz, dem Lenbachplatz und dem Max-Joseph-Platz wird Susi Gelbs Kunst für alle Passanten sichtbar und zugänglich sein. Gepaart mit Videoinstallationen und einem extra für das Projekt entwickelten Film, können wir neben einem Bananenstrauch sitzend multimedialer Kunst zusehen. Nach der Arbeit oder auf dem Weg zum Shoppen. Doch so ganz durchsichtig ist das geplante Projekt noch nicht.

„München kann Geheimnisvolles von meinem Projekt erwarten“

– Susi Gelb

Um aber trotzdem schon ein mal ein bisschen mehr darüber zu erfahren, was uns einen Monat lang auf Münchens großen Plätzen erwarten, hat die Künstlerin uns vorab ein paar Fragen beantwortet:

Susi Gelb No Sucht Things Grow here

Was war deine Inspiration?

Mein Kosmos besteht aus den verschiedensten Ideen, Artikeln, Bildern, wissenschaftlichen Erkenntnissen, ja Dingen, mit denen ich gerne arbeiten möchte. Seit Jahren kreisen diese Dinge um belebte Materialien, Natur, physikalische Phänomen etc. Vor allem die Installation auf dem Max-Joseph-Platz mit einem speziell für das Projekt entwickelten Film entführt den Betrachter in meinen Forschungskosmos. Bei meinen Arbeiten verschmelzen Arrangements aus tropischen Pflanzen und skulpturale Werke aus zum Teil intelligenten Materialen zu einer sinnlich erfahrbaren Biosphäre. Für eine Laufzeit von vier Wochen erwachsen dafür multimediale Installationen aus der urbanen Landschaft Münchens. So wird es zum Beispiel Versatzstücke einer Bananenplantage auf dem Lenbachplatz geben oder eine tropische schiefe Palme, die direkt aus dem Pflaster des Odeonsplatz herauswächst.

Warum passt dein Projekt besonders gut nach München?

Traditionell unterstützt die Stadt seit Jahren Kunst im Öffentlichen Raum. Mein Projekt richtet sich allerdings nicht nur an die Münchner, sondern auch an alle Besucher der Sommermonate. München ist eine bunte Stadt und beweist dies einmal mehr.

Wie würdest du dir die Reaktionen der Passanten wünschen?

Es würde mich natürlich sehr freuen, wenn interessierte Besucher regelmäßig meine Installationen besuchen und dort einfach Zeit verbringen. Ich habe speziell den Hochsommer gewählt und stark frequentierte Plätze ausgesucht, da die Kunst, die ja auch aus lebendigen Materialien besteht, gleichermaßen von den Passanten „belebt“oder zum Leben erweckt wird.


Bilder: © Susi Gelb

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