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Viertelfreund: Harry G verrät dir seine 10 Lieblingsorte im Münchner Süden

Jolanda Wilking

Wer beim Münchner Süden nur an Villen in Solln, Fußballer in Grünwald und Spione in Pullach denkt, unterschätzt eine der vielseitigsten Ecken der Stadt. Zwischen alten Dorfkernen, menschenleeren Isarauen, lauschigen Biergärten und kleinen Cafés treffen Natur, Großstadt und Münchner Gelassenheit aufeinander.

Der Stadtbezirk mit dem sperrigen Namen Thalkirchen-Obersendling-Forstenried-Fürstenried-Solln steckt voller Orte, die man nicht zufällig entdeckt – sondern am besten von jemandem gezeigt bekommt, der hier wirklich zuhause ist.

Dieses Mal nimmt uns Harry G mit in seinen Münchner Süden. Seit Jahren hält der Comedian der Stadt und uns als ihren Bewohner:innen mit seinen Videos und Bühnenprogrammen den Spiegel vor –  immer mit einem feinen Gespür für den typisch Münchner Wahnsinn.

Ob entspanntes Frühstück, ein Nachmittag im Grünen oder ein Ort, den selbst viele Münchner*innen noch nicht kennen: Harry G verrät auf mucbook.de 10 Orte, an die er immer wieder gerne zurückkehrt. Persönliche Erinnerungen treffen auf augenzwinkernde Beobachtungen, Geheimtipps auf echte Klassiker. Und eines wird schnell klar: Der Münchner Süden ist weit mehr als nur das grüne Ende der Stadt.

Wenn du nicht im Café swarten willst, bis Harry G vorbeiradelt, kannst du hier deinen Lieblingsort für einen Besuch seines neuen Bühnenprogramms ,,Obacht” ausuchen.

1.Waldwirtschaft Großhesselohe

Die Waldwirtschaft ist der Ort, an den die Münchner “rausfahren”, um nicht immer nur im Biergarten am Wiener Platz zu sitzen. Und sich dann ärgern, weil sie keinen Parkplatz finden! Hat man dieses Abenteuer überstanden, wartet einer der schönsten Biergärten der Stadt, auch wenn er streng genommen zu Pullach gehört… Unter alten Kastanien wird bei Livemusik entspannt und wie immer über Immobilien geredet. Wer hier sitzt, möchte eigentlich nur eines: dass alle wissen, wie entspannt er ist. Auch ich bin hier immer gerne, habe schon zig Mass Bier getrunken, viele Geburtstage gefeiert und trotzdem noch nie zur Musik getanzt. Eine Schande.

Georg-Kalb-Straße 3, 82049
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2. Großhesseloher Brücke

Auf der Großhesseloher Brücke glotzen alle in die Ferne – und zwar durch ein massives Sicherheitsgitter, das einem das Gefühl gibt, im Isartal-Knast zu sitzen. Gut, der Blick ins Isartal ist allerdings tatsächlich beeindruckend und entschädigt sogar für die gelegentliche S-Bahn die oben drüber brettert. Ich radle hier mehrmals die Woche drüber, bleibe aber nicht mehr ständig stehen und mache Selfies, so wie die anderen Millionen Radler. Und wenn man mit dem Blick auf dem Boden bleibt, dann hat man durch die Zwischenräume der Bretter oft das Gefühl, man schwebt über der Isar.

3. Floßlände

Die Floßlände ist Abenteuer und Surfspot in Einem! Horden von Menschen schippern stundenlang auf Holzstämmen die Isar runter und bringen bei der Ankunft keinen geraden Satz mehr raus. Dieses Spektakel sorgt für mehr Zuschauer und Begeisterung, als ein  Champions-League-Spiel, der Wahnsinn. Und wer es ohne Baumstämme mag, der kann dort sogar surfen! Ich habe dort meine ersten wackeligen Versuche gewagt, bevor ich mich an den Eisbach getraut habe. Sowas gibt’s echt nur in München!

4. Hinterbrühler See

Wenn dir ein Münchner flüsternd erzählt, der Hinterbrühler See sei ein absoluter Geheimtipp (besonders im Winter zum Schlittschuhlaufen), dann nicke einfach höflich. Das sagen mittlerweile nämlich so viele Münchner, dass der See wahrscheinlich Münchens bekanntester Geheimtipp ist. Das Kuriose: Trotz der Völkerwanderung hat der Ort etwas Beruhigendes. Wer den Spot nicht kennt, einfach auf Instagram die Selfies anschauen. Tatsächlich war ich hier nicht oft Schlittschuhlaufen, aber die ein oder zweimal bleiben meinem Hinterteil in ewiger Erinnerung.

5. Isarauen

Die Isarauen sind das Naherholungsgebiet für alle, die gerne in der Natur sind, ohne dabei weit in die Natur fahren zu müssen. Ein Stadtstrand sozusagen. An sonnigen Tagen versammelt sich hier gefühlt ganz München. Es wird gejoggt, gebadet, meditiert und … Müll hinterlassen. Gott sei Dank tut die Stadt alles dafür, dass dieser Platz weitgehend sauber bleibt. Wie oft ich da auf und ab gefahren, gelaufen, oder spaziert bin, kann ich gar nicht mehr zählen. Hätten die Steine dort Namen, würde ich jeden Stein beim Namen kennen.

6. Café Reis

Unsere Definition von Sehen und Gesehen werden in Solln. Direkt an der Straße bietet es ähnlichen Flair wie ein Tambosi ist aber dabei einfach nur eins: Ehrlich. Ausgezeichnete handgemachte Backwaren und guter Kaffee paaren sich mit Gossip aus dem Viertel, einer Prise Schickeria und einer Portion Handwerker. Einfach schön. So oder so meine erste Anlaufstelle, fast jeden Tag auf einen Espresso, ein Croissant und einen netten Tratsch.

Festingstraße 4, 81479 München-Thalkirchen-Obersendling-Forstenried-Solln
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7. Flaucher

Flaucher ist eine Institution, Grill-Rauchschwaden und Nackerte. Wo gibt es sonst sowas an einem Ort? Öffentlich unglaublich umständlich zu erreichen, deswegen aber nicht weniger beliebt. Wenn du nicht weißt wo der Flaucher ist, steig aus der U-Bahn Thalkirchen und folge den Rauchwolken! Ich kann mich an viele Abende dort erinnern, viele Handy Gespräche, in denen man Leuten den Weg erklärt hat, und dann viele Einweggrills mit mittelmäßigen Würsten und warmem Bier, dem sogenannten Flaucher-Gedeck.

8. Forstenrieder Park

Mein Stück Natur quasi direkt vor der Haustür. Ein Wald, der nicht endet, und wenn er endet, beginnt der Starnberger See. Wer weiter hinein geht, verliert sich in absoluter Einsamkeit und Ruhe. Aber Vorsicht: Du bist nicht alleine, die Wildsau könnte direkt hinter dir sein. Die beißt aber nur Preißn 😉 Es gibt quasi keinen Tag, an dem ich nicht in diesem Wald unterwegs bin, ich kenn jedes Wildschwein, ehrlich!

9. Luise-Kiesselbach-Platz

Ein Platz, den man in erster, zweiter und dritter Linie mit Stau verbindet. Wenige wissen, dass der Platz nach einer Sozialpolitikerin benannt ist. Jetzt wisst ihr´s! Und trotzdem ist dort weiter Stau.  Müsste ich eine persönliche Erfahrung zu diesem Ort nennen, dann wäre es? Stau! So einfach ist das.

10. Siemens-Hochhaus

Keiner meiner Lieblingsorte aber ein echter Lost-Place mitten in München…  Was mal das höchste Bürogebäude Münchens war, schimmelt in aller Seelenruhe vor sich hin…und das mittlerweile seit 20 Jahren. Während ringsum jeder Fahrradschuppen zum Luxus-Apartment saniert wird, halten die Schweizer Eigentümer vom Koloss von Obersendling tapfer an ihrem Geschäftsmodell fest: „nichts tun, warten und auf die Wertsteigerung des Grundstücks spekulieren. Hauptsache sie kaufen den Siemenspark nebenan nicht auch noch auf, der ist nämlich ein echtes Schmankerl zum Sporteln.

Credit Titelbild: Olaf_Heine