Kultur

Zeltplatzphilosophie

Jonas Bock
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In der Welt zuhause, im Matsch daheim – Musikfestivals sind die zwangbefreite zweite Sommerheimat für viele und gerade deswegen ein Biotop für die fulminantesten Stories und Geschichten. Die Jungautorin Simone Bauer hat sich in ihrem neuen Buch „Matsch-Memoiren“ auf die Suche nach den besten Geschichten gemacht. Das Ergebnis: Eine bunte Bonbontüte schräger Festivalanekdoten von überallher. Im Interview erzählte mir die Wahlmünchnerin unter anderem von ihren eigenen Festivalvorlieben:

Wie kam dir die Idee zu den „Matsch-Memoiren“?

Ich hatte mir Anfang 2012 bereits mein Taubertal-Ticket gesichert und war schon sehr vorfreudig. Und weil ich ziemlich viele witzige Anekdoten von Freunden im Kopf hatte aus den letzten Jahren und selbst so einiges erlebt hatte, dachte ich mir: „Es wäre doch super, diese Geschichten zu sammeln!“ Mein Verlag sah das glücklicherweise auch so. Ich wollte die Höhen und Tiefen auf Festivals abbilden und habe mich dann freudig an die Arbeit gemacht.

Wie gestaltete sich die Suche nach den einzelnen Festivalstories? Musstest du dafür lange recherchieren oder konntest du die Geschichten recht locker über deinen Bekannten- und Freundeskreis einsammeln?

Zunächst habe ich die Geschichten abgegrast, die ich eh schon im Kopf hatte. Und dann wurde das ein ziemlicher Selbstläufer – Kollegen und Bekannte und Freundesfreundes wussten, woran ich arbeite, und kamen von selbst auf mich zu und meinten: „Hey, mir ist übrigens folgendes passiert …“ Um auch die Sicht aus Musikerseite zu haben, habe ich dann zum Beispiel Julia Viechtl von Fertig, Los! gefragt, ob sie mir etwas erzählen mag – und das war auch super!

Was ist für dich die „Schlüsselessenz“ eines jeden Festivals?

Die besten Freunde, die liebsten Bands, gutes Wetter – nicht zu heiß und nicht zu kalt! -, Wassereis, that’s it. Pure magic.

Welche Festivals gehören zu deinen All-Time-Favorites?

Rock im Park, weil ich auf diesem Festival sozialisiert wurde. Es war mein erstes mit 16 und als gebürtige Regensburgerin, die jetzt in München lebt, liegt das natürlich räumlich sehr nah an mir dran. Und das beste Line-Up hat die kleine Schwester von Rock am Ring sowieso.

Und die letzte Frage: Kalte Ravioli mit Dosenbier oder lieber eine mit Wodka getränkte Wassermelone?

Eigentlich keines von beidem, ich trinke nämlich keinen Alkohol! Ohne Wodka klingt die Wassermelone ganz gut – nach drei Tagen auf einem Festival bekommt man nämlich diesen merkwürdigen Vitaminheißhunger und fährt extra zum McDonald’s, um sich eine Apfeltüte zu holen. Aber ich würde immer die Ravioli wählen. Ohne Bier, versteht sich. Ich liebe Ravioli, egal, ob kalt oder warm, Veggie oder fleischhaltig. Mache ich mir auch manchmal Samstagabend vorm Weggehen. Und bevor du dich jetzt wunderst, wie ich es ohne Alkohol auf Festivals aushalte: Vielleicht gerade deswegen. Um weiterhin gute Geschichten zu sammeln.

„Matsch-Memoiren – 33 Festivalgänger erinnern sich an die krasseste Party ihres Lebens“, Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag, 9,95 Euro

Foto: Moritz Thau

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