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„Bumbum“ mit Gefühl

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Jim Fletch, das sind Selly und Tim, verbunden durch die Leidenschaft zum Surfen und zur Musik. Was ihr noch wissen müsst: Die beiden machen Musik, die euch mitreißt, mitträgt auf hohe Wellenberge oder auch in Wald und Täler. Rhythmische Techno-Beats, die euch tanzen lassen, Elektro-Pop, der entspannt und doch antreibt. Manchmal kann man in den Beats das Meer rauschen oder ein Surfbrett mitschwingen hören. Und dann ist da noch diese sanfte Stimme, die Gänsehaut erzeugt, die einen melancholisch und doch mitsummend macht. Ob sich das Duo nun in Australien beim „Aquarium-Putzen“ oder doch tatsächlich „nur im Urlaub“ kennen gelernt hat, ist ja eigentlich egal. Hauptsache, sie machen gute Musik und haben Spaß dabei. Und das haben Tim und Selly allemal. Witzelnd führen sie uns in die Wüste zu dem Mythenumwobenen Berg der Namensfindung oder „back in the days“ ins Jahr 1260.

Leider mussten wir unser lustiges Gespräch mit Jim Fletch auf diese „paar“ Zeilen reduzieren, aber auf der Mucbook-Print-Releaseparty könnt ihr selbst mit den beiden ein Bierchen trinken, rote Socken werfen und in ihre Lieder eintauchen.

Einstiegsfrage: Lieber Surfen oder Singen?
Tim: Das geht wohl eher an Selly…
Selly: Äh ja… Hm, schwere Frage. Wahrscheinlich beides, wenn eins von beiden fehlen würde, wäre das andere nur halb so schön.

Was ihr so von euren Anfängen erzählt, klingt ziemlich „experimentell“. Tatsächlich seid ihr das ja auch, denn in Jim Fletchs Musik treten gerne einmal eingespielte „Soundschnipsel“ auf. Mit was für Geräuschen habt ihr schon experimentiert?
Letztens haben wir auf einem Tourkoffer herumgetrommelt und das aufgenommen. Mit „Chocolate Chips“-Keksen haben wir auch schon mal was gemacht. Da haben wir das Rascheln der Folie aufgenommen und daraus einen Beat gebaut. Es sind immer alltägliche Geräusche aus unserer Umgebung; alles, was irgendwie geil klingt, nehmen wir spontan auf, wie z.B. auch das Surfbrettwachsen.


Ihr könnt dann ja einen Beat mit dem Mucbook-Magazin-Zerknüll- Geräusch machen.

Zum Beispiel. Anzünden vielleicht. Knistert sicher ganz gut (Lachen) Ne, aber dann nehmen wir natürlich dann das Konkurrenzprodukt.


Selly hat vor Jim Fletch noch nie gesungen? Das kann man ihr nicht glauben.

Selly: Doch, das war tatsächlich so. Tim hat irgendwann mal die Gitarre mitgebracht und sagte „Ja, jetzt geht’s los“. Dann hat er die ersten Akkorde angeschlagen und ich habe mein Buch rausgeholt, in dem einige Texte von mir stehen- denn ich habe schon immer Gedanken, die ich hatte, aufgeschrieben. Und dann hab ich einfach drauf los gesungen und es hat halt gepasst. (Lacht) Auch wenn ich das selber nicht glauben konnte. Ich hätte das nie gedacht, aber Tim hat mich ermutigt.

Jim Fletch - LIVE1 by Nadia Cortellesi


Man tut sich schwer damit, eure Musik in Schubladen einzuordnen, aber das soll man ja auch gar nicht so richtig. Wenn ihr eure Musik beschreiben müsstet, was wäre sie? Ein Gegenstand aus der Natur? Das Meer?

Tim: Schrubber-Techno, oder? (lacht)
Selly: Wenn ich mir das so vorstelle, sehe ich einen Wald, so mit moosigem Boden und geometrischen Formen, die drinnen stehen.


Wie in eurem neuen Musikvideo „Burning“.

Selly: Genau. Es ist glaube ich die Verbindung zwischen Natur, Weichheit und Emotion und aber eben auch diesem klaren… Technobeat, also diesen klaren, harten Elementen. Die Kombination aus Gefühl aber auch diesem „Haudrauf“. Der Kontrast macht es, glaube ich, aus.

Songwriting entsteht bei uns auch hauptsächlich mit Klavier und Gitarre, die Beatideen, die wir dann haben, das wird dann alles so zusammen gewurschtelt und es ergibt am Schluss das Große Ganze. Aber es ist nicht so, dass wir uns wie ein Elektroproduzent einfach an den Laptop setzen und dann „Bumbum“ machen und irgendwelche Vocals einspeisen.



Wer hat den dominanteren Part in eurer Musik?

Tim: Bass, Beat, Melodien und die Texte haben bei uns die Hosen an und führen eine strenge Herrschaft. Dem ordnen wir uns unter.

Lieber Leute mit eurer Musik zum Weinen oder zum Lachen bringen?
Tim: Was wir mit unserer Musik bei anderen Leuten auslösen, muss jeder für sich selbst herausfinden. So etwas kann man ja nicht planen.
Selly: Ja, und berühren soll unsere Musik. Egal auf welche Art.

Eure Musik in drei Worten?
Tim: Immer laut hören!!!

Wo würdet ihr am aller liebsten einmal auftreten?
Tim: Auf der Release-Party von Mucbook Print im Feierwerk am 20. September!
Selly: Oder auf einem Party-Schiff im Mittelmeer.

Die Aufregung vor einem Konzert, geht die mit der Zeit weg?

Selly: Wir sind immer noch aufgeregt. Also ich. Tim ist irgendwie eher so „Joa, passt schon“, aber ich scheiß mir jedes Mal in die Hose.
Tim: Ja, Selly muss auch ne Windel tragen auf der Bühne. Nein, Spaß beiseite.

Windel und rote Socken?

Oh, ja rote Socken. Wir haben unsere kleinen „Helferleins“: Wir tragen immer rote Socken, das ist unser Glücks-Konzept, dann haben wir ein kleines Plastikschwein und ein Foto von uns von „damals“ aus Australien mit unseren feshen Tauch-T-Shirts… das sind unsere Glücksbringer und wenn die immer alle da sind, dann geht auch alles gut.
Tim: Wir haben es einmal tatsächlich vergessen, rote Socken anzuziehen und es waren dann echt keine Leute da, keiner hat getanzt und es war blöd.

Also soll das Publikum bei der Mucbook-Release Party keine BHs auf die Bühne schmeißen, sondern lieber rote Socken?

Selly: Ja, das wäre geil. Unser größtes Ziel ist es, dass einmal das komplette Konzert rote Socke trägt.
Tim: Ihr könntet die ja beim Einlass verteilen. Jim Fletch Socken. Einmal original von uns getragen.

Wir haben ja das große Glück, dass euer Auftritt bei unserer Releasparty ziemlich sicher euer letzter Gig wird, dieses Jahr. Dann soll nämlich ein erstes Album aufgenommen werden?
Ja! Wir haben jede Menge Ideen und sind noch nicht wirklich dazu gekommen, die auszuarbeiten. Und das soll nun alles ausgefeilt werden. Es wird von allem was dabei sein, traurige Songs, lustige Songs, schnelle, langsame,… aber es ist auch da so, dass wir sagen, auch wenn der Song jetzt nicht so krass in die Reihe passt…wir machen das, wonach wir uns fühlen. Das ist schon immer unser Ding gewesen. Wir schreiben die Lieder, die aus uns raus kommen, egal ob sie passen oder nicht. Das passt schon, weil wir es so gefühlt haben. Punkt.

Findet ihr dann, es braucht ein Stadtmagazin?

Beide (gleichzeitig): Auf jeden Fall!

Wer hat euch gesagt, dass wir das hören wollen.

Tim: ja, warte mal, ich glaube wir spielen da auf so einer Releaseparty….
Selly: Ich hatte eh schon eine super Idee, was haltet ihr davon, wenn ihr Mucbook mal als Printversion macht? Genial oder?
Tim: Und hey, dann macht ihr eine Releaseparty und wir könnten, dann für euch spielen…

Jetzt wisst ihr alle, wie es dazu kam, dass der coolste Elektro-Pop der Welt, bei unserer Releaseparty abfeiern wird! 😉

Jim Fletch - FOREST by Acapulco

photo credits: Julia Gebhard,
Acapulco

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