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1914-2014: Der Mief der Vergangenheit und der taste des Utopischen

Sebastian Huber

Wenn man auf einer Veranstaltungsseite von einer „utopischen Intervention“ liest, schaltet viele schon auf Durchzug und hauchen ein Nadine-Frauentausch-Bonmot à la „Kunst ist für mich Abfall“ raus. Teilweise kann ich das natürlich verstehen, aber auf keinen Fall beim Utopia Triathlon von Dompteur Mooner.

© Dompteur Mooner

© Dompteur Mooner

Das ehemalige Mitglied der legendären ZOMBOCOMBO hat sich im Rahmen des münchenweiten Projektes „1914 – 2014: Die Neuvermessung Europas“, das im Rahmen des Erinnerungsjahres an den Beginn des Ersten Weltkriegs stattfindet, mit dem Gelände der Deutschen Reichbahn beschäftigt.

Zu Beginn des 1. Weltkrieges wurde das Gelände im Münchner Norden von den Krupp-Geschützwerken benutzt, um Lokomotiven herzustellen und zu warten. Zu Hoch-Zeiten wurden 900 Dampfloks im Jahr von bis zu 4000 Arbeiten in den riesigen, heute leerstehenden Hallen gefertigt.

© Dompteur Mooner

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Die Räume und Hallen des Werkes lassen sich bis 13. Juni auf eigene Faust erkunden. Dabei stößt man auf Relikte der letzten hundert Jahre, aber auch auf Installationen Mooners, die die Räume manipulieren, verfremden und in ihnen neue Zusammenhänge sichtbar machen.

Laut Mooner wird die Geschichte mit allen Sinnen erfahrbar. „Es riecht nach Staub und Öl, man hört das Tropfen der undichten Leitungen, spürt die dumpfe, dichte Sommer-Hitze und ahnt so die Gedanken und Geschichten vieler Generationen von Arbeitern, die hier unter schweren Bedingungen für den 1. Weltkrieg Lokomotiven montierten.“

© Dompteur Mooner

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Ab der U-Bahn-Station Freimann ist die Ausstellung beschildert und in 5 Minuten zu Fuß erreichbar.

Das Reichsbahnwerk befindet sich neben dem Zenith.

Wegen Bauarbeiten fährt derzeit keine U-Bahn bis Freimann durch, ab der Studentenstadt warten von Süden kommend SEV-Busse. Mit dem Bus 2 Stationen bis Freimann fahren.

Laufzeit der Ausstellung 30.05. – 13. Juni 2014, jeweils 19-22.00 Uhr

EINTRITT FREI.

Weitere Informationen auf Facebook und muenchen.de/1914.

© Dompteur Mooner

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